Nunmehr zehn Jahre ist es her, dass die i+R Wohnbau Lindau das Areal zwischen Lindaupark, Bleichewiese, Lidl und der Kemptener Straße im Stadtteil Lindau-Reutin käuflich erworben hat. Vor exakt 491 Tagen war der Spatenstich.
Insgesamt entstehen hier 350 Wohnungen für Menschen aller Einkommensklassen. Die Bayern Heim GmbH will im Vierlinden-Quartier bezahlbaren Wohnraum schaffen. Jetzt stehen die ersten vier der geplanten 13 Gebäude. Am vergangenen Donnerstag wurde feierlich Richtfestet gefeiert.




(Bilder: Wilfried Vögel)
Im Dezember 2014 hatte die i+R Wohnbau Lindau das brachliegende Grundstück von der ENGIE Refrigeration (vormals Cofely bzw. Axima) erworben. Ältere Zeitgenossen erinnern sich bestimmt noch an die Sulzer Escher Wyss an der Kemptener Straße.
Um eine bestmögliche Lösung zu erzielen, brachte die i+R Wohnbau einen städtebaulichen Wettbewerb auf den Weg. Bis 2019 wurden die alten Fabrikgebäude abgerissen und fachgerecht entsorgt.
Steiniger Weg bis zum heutigen Richtfest
Es folgte ein Bebauungsplan und schließlich auch die Baugenehmigung durch die Stadt Lindau. Karlheinz Bayer, Geschäftsführer der i+R Wohnbau Lindau, zeichnete in seiner Begrüßung den oftmals steinigen Weg bis zum heutigen Richtfest nach.
Er verglicht den Werdegang mit einem Segelturn auf dem nahen Bodensee, bei dem einem auch mal der Gegenwind gehörig ins Gesicht blasen könne. Dabei sei es wichtig, die Segel richtig zu setzen und trotzdem Kurs zu halten. Das habe man bei diesem Projekt unstrittig geschafft
Zinspolitik der EZB und SOBON sorgten für Kopfzerbrechen
Da waren die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und die Forderung der Stadt nach sozialgerechter Bodennutzung (SOBON), die für so manches Kopfzerbrechen bei der Beteiligten gesorgt hätten. Aber gemeinsam hätte man mit allen Partnern auch diese Hürden erfolgreich gemeistert. Mit der Bayern Heim GmbH sei es gelungen, einen idealen und fairen Partner für den Bau der geförderten Wohnungen zu finden.

Bayer: „Wir haben unseren langen Atem als erfahrene Projektentwickler bewiesen und freuen uns, dass das Vierlinden-Quartier planmäßig wächst“. Sein besonderer Dank galt allen, die an der Bauausführung beteiligt waren und weiter sein werden.
Bayern Heim erfolgreich ins Boot geholt
Die Bayern Heim GmbH erwarb 119 Mietwohnungen mit einkommensorientierter Förderung. Zu diesen geförderten Wohnungen kommen noch 219 Eigentumswohnungen in acht weiteren Häusern. Des weiteren entstehen Büro-Gewerbe- und Handelsflächen.
Bauen muss wieder Spaß machen!
Ralph Büchele von der Bayern Heim GmbH unterstrich das Engagement und vermerkte nicht ohne Stolz, dass dieses Vorzeigeprojekt deutlich mache, dass Bauen wieder Spaß machen könne. Und weiter: „Wir werden hier bezahlbaren Wohnraum für die Lindauer Mittelschicht schaffen!“
Neben den Baukörpern entstehen auch entsprechende Grün- und Freiflächen, eine Kita mit 36 Kinderkrippen- und 50 Kindergartenplätzen. Auch ein Abenteuerspielplatz gehört zum Gesamtkonzept.



(Bilder: Wilfried Vögel)
„Jahrhundertprojekt“ im Herzen Reutins
Bürgermeisterin Katrin Dorfmüller, als Vertreterin der Stadt Lindau, sprach von einem „Jahrhundertprojekt“, das den Standort mitten in Reutin erheblich aufwerten werde. Das Areal werde sich zu einem neuen, attraktiven Zentrum bzw. Dreh- und Angelpunkt in Lindau-Reutin entwickeln.
In nächster Nachbarschaft lägen das Einkaufszentrum Lindaupark, das seine Verkaufsfläche um 5.000 Quadratmeter vergrößern könne, der Bahnhalt in Lindau-Reutin, sowie weitere Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten.



(Bilder: Wilfried Vögel)
Höchste Umweltstandards
Das Vierlinden-Quartier entspricht dem höchst- und bestmöglichen Umweltstandard. Die Gebäude werden mit geothermischer Wärme versorgt. Wärmepumpen erhalten ihre Energie über einer Photovoltaik-Anlage.
Über die Hälfte des ehemals genutzten Industriegeländes bleibt oberirdisch unbebaut und bietet ein weitgehend autofreies Wegenetz mit Boulevards, einem Quartiersplatz, Gärten und Spielplätzen.
Vorzeigeobjekt mit „Gold“ ausgezeichnet
Eine eigene Quartiers-App soll die Bewohner mit wichtigen Informationen versorgen und als wichtige Kommunikationsplattform dienen. Das neue Quartier setzt sowohl technisch, ökonomisch aber auch funktional völlig neue Maßstäbe. Deshalb wurde das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen als erstes seiner Art im östlichen Bodenseeraum mit dem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet.

Nach den bislang im Rohbau fertiggestellten Häusern der ersten Bauphase folgen nun jene für die zweite und dritte Etappe. Eine Tiefgarage mit 463 Stellplätzen ist im Werden.
Erste Wohnungen 2025 bezugsfertig
Im Frühjahr/Sommer 2025 werden die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Bis die Anlage komplett fertiggestellt sein wird, dürften allerdings noch ein paar Jahre vergehen.
Nach dem traditionellen Richtspruch der Zimmerleute hatten die am Bau beteiligten Firmen mit ihren Mitarbeitern Gelegenheit, das Richtfest bei einer zünftigen Brotzeit ausgiebig zu feiern.
Weitere Infos unter www.ir-wohnbau.com.