Straßen überflutet und Keller vollgelaufen Unwetterlage in Lindau: Stadtgebiet trifft es in der Nacht besonders hart

Unwetterlage in Lindau: Stadtgebiet trifft es in der Nacht besonders hart
Nach starkem Regen und Überflutungen sind einige Straßen und Unterführungen im Stadtgebiet von Lindau überflutet. (Bild: picture alliance/dpa | Bernd März)

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Die Unwetterlage hatte sich am Freitagnachmittag im Landkreis Lindau weiter zugespitzt. Besonders betroffen waren die Gemeinden entlang des Bodensees, insbesondere das Stadtgebiet Lindau.

Landrat Elmar Stegmann hatte am frühen Freitagabend die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt einberufen, nachdem er sich gemeinsam mit Kreisbrandrat Wolfgang Endres ein Bild der Lage gemacht hatte: „Immer wieder wurden Straßen und Keller geflutet. In Lindau-Reutin musste am Abend ein Mehrfamilienhaus evakuiert werden.“

Im Laufe der Nacht wurden weitere Teile von Lindau geflutet, es gab einen Hangrutsch im Stadtteil Wannental und die Leiblach im Gebiet Sigmarszell-Hangnach ist kurzzeitig über den Damm getreten. Immer wieder wurden Menschen aus Gefahrenzonen gebracht und wurden in der FOS-Turnhalle sowie in der Dreifach-Turnhalle untergebracht. Betreut werden diese auch aktuell noch vor Ort vom Bayerischen Roten Kreuz. Das THW Lindenberg hat Feldbetten aufgebaut und die Polizeiinspektion Lindau die Evakuierungen unterstützt. „Ich danke von Herzen allen Einsatzkräften, die schon seit Freitagvormittag ihr Bestes geben. Ihr unermüdlicher Einsatz und ihre Professionalität haben maßgeblich dazu beigetragen, die Auswirkungen des Unwetters zu bewältigen und Menschen in Not zu helfen. Auch die Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen, von Landratsamt, Stadtverwaltung und den städtischen Betrieben ist wieder vorbildlich“, so Landrat Elmar Stegmann.

Während es insbesondere im Stadtgebiet Lindau zu teilweise starken Schäden kam, war das Westallgäu vom Starkregen weniger betroffen. Zwar kam es auch dort zu überfluteten Kellern und im Bereich des Ruhlandser Tobels zwischen Niederstaufen und Opfenbach ist die Straße aufgrund eines Murenabgangs nach wie vor gesperrt, doch hatten hier die Feuerwehren deutlich weniger Einsätze. Insgesamt waren in der Nacht etwa 450 bis 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bayerischem Roten Kreuz gefordert, davon etwa 350 allein im Stadtgebiet Lindau. Die Feuerwehr Lindau wird von umliegenden Wehren unterstützt. Aktuell ist auch das Technische Hilfswerk aus Sonthofen in Lindau im Einsatz.

„Die Lage scheint sich trotz Dauerregem momentan etwas zu entspannen“, so Landrat Elmar Stegmann nach einer Einsatzbesprechung am Samstagmorgen in der Hauptfeuerwache in Lindau. Er hatte daraufhin die Führungsgruppe Katastrophenschutz am Landratsamt aufgelöst. Drei Mitarbeiter des Landratsamtes hatten dort über Nacht die Stellung gehalten und auf Feldbetten geschlafen.

Ein Teil der in der Nacht evakuierten Personen konnte bereits wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren oder können dies im Laufe des Tages. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons hatte die Menschen in den Turnhallen über die aktuelle Lage informiert. Nur im Wannental ist die Situation nach wie vor sehr angespannt. Hier sind aufgrund des Hangrutsches derzeit mehrere Häuser nicht zugänglich.

„Ich habe tiefes Mitgefühl mit den Menschen, die heute Nacht ihr Zuhause verlassen mussten und mit allen, die aktuell die Schäden an ihrem Zuhause beseitigen müssen“, sagt Landrat Elmar Stegmann. Er zieht aber auch eine positive Bilanz aus der Nacht: „Es wurden Gott sei Dank keine Einsatzkräfte bei den teilweise sehr gefährlichen Einsätzen verletzt.“ Trotzdem kam eine Person bei dem Hangrutsch im Wannental zu Schaden. „Ich hoffe sehr, dass diese Person bald wieder wohlauf ist.“

„Dieses Unwetterereignis hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig Vorbereitung, schnelle Reaktionsfähigkeit und ein starkes Netzwerk aus professionellen und freiwilligen Helfern sind. Ich bin sehr dankbar, Landrat eines Landkreises zu sein, in dem Solidarität und Zusammenarbeit in Krisenzeiten so vorbildlich gelebt werden“, so Landrat Elmar Stegmann.

Die Feuerwehren sind auch jetzt weiter im Einsatz, denn nach wie vor laufen Keller im Stadtgebiet Lindau voll. Die Bevölkerung wird nach wie vor gebeten, die Wetterlage zu beobachten und gegebenenfalls zu Hause zu bleiben.

Bei solchen Wetterlagen gilt:

  • Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.
  • Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern.
  • Passen Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr den Verhältnissen an.
  • Halten Sie Abflüsse und Schächte frei, damit das Wasser abfließen kann.
  • Gehen Sie nicht an Gewässer, die Hochwasser führen. Flutwellen können Sie überraschen und das Ufer kann einbrechen.

(Pressemitteilung: Landratsamt Lindau (Bodensee))