Warum die Abwassergebühren steigen Stadt Lindau investiert in die Abwasserbehandlung

Das sanierte Vorklärbecken der Lindauer Kläranlage.
Das sanierte Vorklärbecken der Lindauer Kläranlage. (Bild: Stadt Lindau)

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Die Anforderungen an die Abwasserbehandlung steigen. Deshalb müssen die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) stetig investieren, um die Abwasserbehandlung zukunftsfähig zu gestalten. Aktuell sind besonders viele Investitionen notwendig.

Das liegt zum einen an neuen gesetzlichen Vorgaben an die Qualität und Effizienz der Abwasserreinigung, aber auch an den veralteten Anlagen und Technologien der bestehenden Abwasser-Infrastruktur.

Die Stadt Lindau, welche die Aufgabenträgerschaft der Abwasserreinigung an die GTL übertragen hat, ist gesetzlich verpflichtet, kostendeckende Gebühren für die Abwassersammlung und -reinigung von den Bürgerinnen und Bürgern zu erheben. Die Stadt darf beim Abwasser nichts verdienen, sie darf mit den Gebühren aber auch nicht draufzahlen.

Daher hat der Stadtrat in seiner Novembersitzung einer Erhöhung der Abwassergebühr zugestimmt. Diese muss rückwirkend für das Jahr 2023 ab Januar 2024 von 3,30 auf 4,55 Euro pro Kubikmeter erhöht werden. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von rund 185 Kubikmetern Wasser bedeutet das Mehrkosten von 230 Euro pro Jahr.

Inflation und Energiekosten steigen

Warum steigt die Gebühr dieses Jahr so stark an? Durch die starke Inflation und die jüngsten Krisen mit einer drastischen Erhöhung der Energiekosten, haben sich Kostensteigerungen im Betrieb ergeben. Außerdem musste in die Infrastruktur investiert werden. Mehrkosten von mehr als 30 Prozent lassen sich durch Einsparungen im Betrieb nicht kompensieren.

Gleichzeitig haben die GTL begonnen, mehr in die umweltfreundliche Eigenenergieerzeugung mittels PV-Anlagen zu investieren. Diese zu bauen, verursacht zunächst Kosten, bevor sich die Einsparungen im Betrieb bemerkbar machen.

„Weitere Investitionen wie zum Beispiel der Umbau der Biologie- und Membranbecken sowie die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage, die das Abwasser zum Beispiel von Mikroplastik, Viren und Hormonen reinigen, waren erforderlich“, erklärt Dr. Heike Burghard, Abteilungsleiterin GT-Abwasser.

Die GTL haben dem Stadtrat empfohlen, dass in der laufenden Investitionsphase die Abwassergebühr jährlich neu berechnet werden soll, um nahe an der Kostenentwicklung dranzubleiben und einen plötzlichen starken Anstieg künftig zu vermeiden. Dieser Empfehlung folgte der Stadtrat.

Kostenerhöhungen treffen auch andere Kommunen

Auch bei anderen bayerischen Kommunen zeichnet sich ein deutlicher Anstieg der Abwassergebühren ab. Das ergaben Gespräche mit anderen Abwasserbetrieben im Rahmen der DWA-Landesverbandssitzung, des bayerischen Zweigs des Berufsverbandes für Abwasserwirtschaft in Deutschland.

Viele Kommunen berechnen die Gebühr in einem vierjährigen Turnus, so dass die Anpassung bei manchen Bürgerinnen und Bürgern noch bevor steht. Nicht vergleichbar sind die Abwassergebühren in Baden-Württemberg. Hier fällt die finanzielle Unterstützung durch das Land größer aus.  

(Pressemitteilung: Stadt Lindau)