Gewitter und Orkanböen fegen über unsere Region

Gewitter und Orkanböen fegen über unsere Region
Durch umgestürzte Bäume kam es zu vielen Einsätzen aller Kräfte. (Bild: Stadt Tuttlingen)

Über Baden-Württemberg und Bayern sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag schwere Gewitter gezogen. Bäume stürzten um, Bahnstrecken mussten gesperrt werden und Menschen wurden verletzt. Die Polizei zählte Hunderte von Unwetter-Einsätzen in der ganzen Region.

In mehreren Regionen musste der Regionalverkehr streckenweise gesperrt werden. Grund waren umgestürzte Bäume. Im Zeltlager Seemoos in Friedrichshafen wurden wegen der drohenden Gewittervorhersagen vorsorglich 236 Kinder und 57 Betreuer evakuiert. Verletzt wurde niemand. Alle Personen mussten die Nacht in der Sporthalle der Bodenseeschule verbringen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Über 200 Kinder werden aus Zeltlager Seemoos evakuiert

Im Zeltlager Seemoos in Friedrichshafen wurden wegen der drohenden Gewittervorhersagen vorsorglich 236 Kinder und 57 Betreuer evakuiert. Verletzt wurde niemand. Alle Personen mussten die Nacht in der Sporthalle der Bodenseeschule verbringen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Das Zeltlager musste aufgrund des Unwetters evakuiert werden.
Das Zeltlager musste aufgrund des Unwetters evakuiert werden. (Bild: Stadt Friedrichshafen)

Die Evakuierung lief geordnet ab. Im Einsatz waren Helfer des THW, DRK und Johanniter.

Hotelgäste waren zeitweise eingeschlossen  

Einen Vollalarm, bei dem sämtliche Fahrzeuge im Einsatz waren, gab es bei der Feuerwehr Langenargen ab 21 Uhr. Bäume lagen auf den Straßen, ein Auto kam unter einen Baum und ein Gebäude wurde durch einen umstürzenden Baum beschädigt. Im Bereich des Schwediwaldes musste schweres Gerät, unter anderem ein Holzvollernters, eingesetzt werden. Bewohner sowie Hotel- und Restaurantgäste waren aufgrund der blockierten Straße zeitweise eingeschlossen, teilte die Feuerwehr mit.

(Bilder: Feuerwehr Langenargen)

Bei der Feuerwehr Friedrichshafen sah es ähnlich aus: Unzählige umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller sorgten für Dauerstress. Der letzte Einsatz war heute Morgen um 7 Uhr.

Gravierende Unwetterschäden in Tuttlingen

In Möhringen wurde ein Zeltlager evakuiert, nachdem einzelne Zelte einstürzten.  Die 24 Jugendlichen und ihre Betreuer wurden über Nacht in der Möhringer Sporthalle untergebracht, heißt es von der Stadtverwaltung.

Wie stark der Stadtwald betroffen ist, kann Berthold Welte, Leiter des Reviers Tuttlingen, noch nicht endgültig einschätzen. „Es gibt fast keinen Weg, der nicht durch umgestürzte Bäume versperrt ist. Die Schwerpunkte liegen beim Koppenland, bei Bräunisberg in Nendingen sowie auf dem Rußberg“.

(Bilder: Stadt Tuttlingen)

Menschen mussten aus Autos gerettet werden

Durch umgestürzte Bäume kam es zu vielen Einsätzen aller Kräfte. In mehreren Fällen mussten sogar Menschen aus ihren beschädigten Autos gerettet werden. Verletzt wurde niemand. Hinzu kamen vollgelaufene Keller sowie Schäden am Dach der Schillerschule. Fazit des Feuerwehrkommandanten Klaus Vorwalder: „Das Gewitter nahm schnell extreme Ausmaße an. Das ist wohl der neue Standard.“

Blitzeinschlag in Mittelbiberach

Die Region Ulm war ebenfalls betroffen. Wie von der Polizei zu erfahren war, wurden zwischen 21 und 1.30 Uhr rund 60 unwetterbedingte Notrufe in der Region registriert. Das Hauptproblem waren umgestürzte Bäume und Äste.

In Mittelbiberach schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und der Dachstuhl geriet in Brand. Die drei Bewohner blieben unverletzt. Ersten Schätzungen zufolge dürfte sich der Sachschaden auf etwa 80.000 Euro belaufen.

Mit einem Schreck sind zwei Menschen in einem Wohnmobil bei Westernheim davongekommen. Ein schwerer Ast flog auf ihr Auto. Dadurch kippte das Wohnmobil um und stürzte zur Seite. Zwei Insassen blieben zum Glück unverletzt. Am Wohnmobil entstand Totalschaden.

Bauernhaus bei Pfullendorf in Flammen

Beim Brand eines Bauernhauses in Pfullendorf ist ein Schaden von rund 700.000 Euro entstanden. Das Feuer ist vermutlich nach einem Blitzeinschlag entstanden, sagte ein Polizeisprecher. Das Dach der Scheune sei eingestürzt. Verletzt wurde niemand.

Hüpfburgpark Tettnang

Durch das starke Unwetter ist Webers Hüpfburgpark stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Vier große Hüpfburgen hat es getroffen, ein Pool flog rund 150 Meter auf die andere Straßenseite und Frontzäune wurden abgeknickt.

Der Hüpfburgpark wurde durch das Unwetter stark in Mitleidenschaft gezogen.
Der Hüpfburgpark wurde durch das Unwetter stark in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: privat)

Der entstandene Sachschaden beträgt rund 10.000 Euro. Alle sind bemüht, dass der Betrieb bald wieder starten kann.

Entwurzelte Bäume im Landkreis Sigmaringen

Zahlreiche Einsätze hatten Feuerwehr und Polizei am Donnerstagabend aufgrund des vorherrschenden Unwetters zu verzeichnen. Neben mehreren umgestürzten Bäumen, die teils Pkw beschädigten, musste unter anderem ein Zeltlager in Gutenstein durch die Feuerwehr geräumt sowie ein Festival in Herdwangen-Schönach unterbrochen werden.

Während die Teilnehmer des Zeltlagers im örtlichen Gemeindehaus unterkamen, konnten die Besucher des Festivals nach der Unterbrechung zurück auf das Gelände kehren. Im Bereich Dietfurth wurde durch den starken Wind ein Haus teilweise abgedeckt, im Bereich Inzigkofen kam es zu einem kurzzeitigen Stromausfall. Über verletzte Personen liegen hier keine Erkenntnisse vor.

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