Nobelpreise 2025 bei Matinee erklärt 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung wirft ihre Schatten voraus

75. Lindauer Nobelpreisträgertagung wirft ihre Schatten voraus
Die Jubiläumstagung 2026 soll verschiedene Nobeldisziplinen zusammenbringen und interdisziplinär ausgerichtet sein. Zum 75. Jubiläum ist geplant, dass sich mehr als 75 Nobelpreisträger und mehrere hundert Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt vom 28. Juni bis 3. Juli in Lindau versammeln. (Bild: saiko3p / iStock / Getty Images Plus)

Die Jubiläumstagung 2026 soll verschiedene Nobeldisziplinen zusammenbringen und interdisziplinär ausgerichtet sein. Zum 75. Jubiläum ist geplant, dass sich mehr als 75 Nobelpreisträger und mehrere hundert Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt vom 28. Juni bis 3. Juli in Lindau versammeln.

Auch 2026 „geballte Intelligenz“ in Lindau erwartet

Im Jubiläumsjahr 2026 feiert das Lindauer Nobelkomitee ein besonderes Treffen der „geballten Intelligenz“ dieser Welt. Die weltweit beachtete Tagung findet zum 75. Mal statt. Ist die Tagung üblicherweise einer einzelnen Fachdisziplin gewidmet, treffen sich am Bodensee Laureaten und Nachwuchswissenschaftler aller fünf Disziplinen, gewissermaßen fachübergreifend.

Sozusagen im Vorgriff haben namhafte Wissenschaftler die 2025 vergebenen Nobelpreise und ihre Träger bei einer Matinee in der Lindauer Inselhalle vorgestellt.

Mehr als 75 Preisträger haben ihre Teilnahme bei der Tagung 2026 bereits zugesagt. Dazu kommen mehrere Hundert Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt. Die jungen Wissenschaftler aus aller Welt müssen ein spezielles Auswahlverfahren durchlaufen, um einen der begehrten Plätze für die Teilnahme an der Lindauer Tagung zu ergattern.

Mitglied der Vorstände von Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen in Lindau, Nikolaus Turner, freute sich in seiner Begrüßung über die rege Teilnahme.

Unvergessliches Lächeln entgegengebracht – es bleibt noch viel zu forschen

Turner berichtete von einer Aussage einer jungen Teilnehmerin aus Kamerun im letzten Jahr. Sie sprach von dem unvergesslichen Lächeln, das man ihr auf Lindaus Straßen entgegengebracht habe. Und natürlich auch von der fantastischen Möglichkeit, mit ihren „Idolen“ in unmittelbaren Kontakt zu treten.

Dann stellte Prof. Dr. Heiner Linke, nicht nur Professor für Nanophysik sondern auch hochrangiges Mitglied des Nobelkomitees in Stockholm, die Arbeit der frisch gebackenen Nobelpreisträger im Fachbereich Chemie vor. Der Preis wurde Susumi Kitagawa, Richard Robson und Omer M. Yaghi zugesprochen. In ihrer Forschungsarbeit ging es um sogenannte MOFs, metallorganische Gerüstverbindungen.

Nicht minder hochwissenschaftlich wurde es bei den Ausführungen von Prof. Dr. Dr. Rainer Blatt von der Universität Innsbruck am Institut für Experimentalphysik. Blatt ist zugleich Mitglied des Kuratoriums in Lindau. Er erläuterte, warum John Clarke, Michel H. Devoret und John M. Martinis den Nobelpreis für Physik erhalten haben. Devoret ist übrigens einer der drei Laureaten, die vor vielen Jahren als Nachwuchswissenschaftler bereits in Lindau waren.

Neue Einblicke in die faszinierende Welt der Wissenschaft

Mit den Erklärungen Blatts zu makroskopisch quantenmechanischen Tunneleffekten konnten zwar die allerwenigsten der aufmerksamen Zuhörer etwas anfangen, aber sie zeigten doch eindrucksvoll, dass die Wissenschaft immer wieder neue Einblicke in eine faszinierende Welt ermöglicht und den Forscher noch mehr als genügend Raum bleibt für neue Erkenntnisse.

Anschaulicher wurde es, als Dr. Teresa Wagner von der Universität Tübingen und des Startup-Unternehmens Immune Advice GmbH den Zuhörern erklärte, wie T-Zellen das Immunsystem des Menschen unterstützen können. Auch hier liegt vor den Forschern noch ein weites Feld, insbesondere bei der Krebstherapie. Den Nobelpreis für Medizin/Physiologie erhielten 2025 Mary E. Brunkow, Frederick J. Ramsdell und Shimon Sakaguchi.

Den Abschluss bildete der Vortrag von Elisabeth Hofmeister vom Max-Planck Institut in München. Sie erläuterte, warum Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt den Preis für Wirtschaftswissenschaften der Schwedischen Nationalbank erhalten haben. Dabei ging es um die Wechselwirkungen von technologischen Innovationen und langfristigem wirtschaftlichem Wachstum über einen längeren Zeitraum der jüngeren Geschichte der Menschheit.

Bei einem nachfolgenden Sektempfang hatten die Gäste Gelegenheit, das Gehörte mit dem Referenten zu vertiefen.

Die Weichen für die Jubiläumstagung 2026 sind jedenfalls gestellt. Die 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung findet vom 28. Juni bis 3. Juli in Lindau statt.

Weitere Infos unter www.lindau-nobel.org