72. Lindauer Nobelpreisträgertagung ist zu Ende

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Freier Redakteur
Mit einem stimmungsvollen bayerischen Abend in der Inselhalle mit bayerischem Buffet, Alphornbläsern und Goaßenschnalzern am vergangen Donnerstag und einer gemeinsamen Schifffahrt auf die Insel Mainau ging die 72. Lindauer Nobelpreisträgertagung am vergangen Freitag zu Ende.
Es war für alle eine auf- und anregende Woche voller neuer Erkenntnisse, ausgefüllt mit wissenschaftlichen Debatten, interessanten Vorträgen und inspirierenden, motivierenden Gesprächen und Diskussionen mit Gleichgesinnten – aber ebenso geprägt vom Erfahrungsaustausch mit den lebenden Vorbildern, den Nobelpreisträgern selbst.
Ein junger Wissenschaftler aus Ghana brachte es auf den Punkt: „I will ever keep the „Lindau Spirit“ deep in my heart until the end of my life“ (Ich werden den Geist von Lindau bis zu meinem Lebensende für immer tief in meinem Herzen tragen).
Ausgelassene Lebensfreude aber auch Wehmut
Gab es am bayerischen Abend in der Lindauer Inselhalle noch viel bunte Bilder voller ausgelassener Lebensfreude zu sehen – viele junge Wissenschaftler*innen hatten auf Wunsch von Gräfin Bettina und des Kuratoriums ihre Landestrachten angezogen – mischte bei der Abschlussveranstaltung auf der Insel Mainau, der Heimat von Gräfin Bettina Bernadotte, schon eine gehörige Portion Wehmut mit.





Für alle – viel zu schnell – war diese knappe Woche voller neuer, motivierender Erfahrungen, viel neuem Wissen und wertvollen Erkenntnissen und Möglichkeiten zum globalen Gedankenaustausch, neuer weltweiter Kontakte und Netzwerken, aber auch Freundschaften zu Ende. Der grundsätzlich Wunsch nach einer Verlängerungswoche wurde dabei laut.
Klimawandel ist das größte Problem unserer Tage
Ernste Töne mischten sich bei der abschließenden Diskussion auf dem Podium unter dem Zeltdach auf der Insel Mainau. Das hochkarätig besetzte Podium, einschließlich dem Chemie-Nobelpreisträger Peter Agre, diskutierte die Auswirkungen des Klimawandels auf die individuelle wie auch gesellschaftliche Gesundheit.
Erschreckend, dass der weltweite Klimawandel bereits heute weit mehr Todesopfer gefordert hat, als dies durch Corona der Fall war. Und alle waren davon überzeugt, dass diese Todeszahlen noch weiter massiv steigen werden, wenn der Klimawandel nicht gestoppt, wenigstens aber messbar verlangsamt werden kann.
Klare Erkenntnis: Die Wissenschaft muss noch deutlicher, massiver und intensiver auf die Politik einwirken, um hier eine Trendwende herbeizuführen. Und jeder kann (und muss) selbst durch vielfältiges, bewusstes Verhalten mithelfen, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.
Neue, junge Generation nimmt Herausforderungen an
Erfreulich klar wurde aber auch bei dieser Nobelpreisträgertagung, dass da weltweit eine neue, junge Generation von Wissenschaftler*innen heranwächst, die gewillt, ja sogar wild entschlossen ist, die globalen Herausforderungen anzunehmen, sich den Problemen zu stellen und aktiv und engagiert daran mitzuarbeiten, um zu Lösungen zu kommen.
Gräfin Bettina entließ die Teilnehmer mit lobenden aber auch mahnenden Worten. Die jungen Wissenschaftler sollten wieder zurück in ihre Heimatländer zurück reisen und den Gedanken weitertagen, wie die Wissenschaft weltweit, frei und grenzüberschreitend gestaltet werden kann, um eine besser Welt zu schaffen.
Standing Ovations für die Gräfin und ihr Team
Für das Engagement von Gräfin Bettina Bernadotte und ihrem gesamten Organisationsteam gab es langanhaltenden, stehenden Beifall.
Stellvertretend für die rund 600 Nachwuchswissenschaftler*innen aus aller Welt brachte Hadeer Elhabashy vom Max Planck Institut in bewegenden Worten den herzlichsten Dank an die Organisatoren zum Ausdruck.









Junge Wissenschaftler haben auch die Laureaten inspiriert
William G. Kaelin Jr. Nobelpreisträger der Physiologie und Medizin 2019 lobte die Lindauer Tagung in höchsten Tönen. In seine Dankesworte mischte sich aber auch ein klein wenig Ironie, als er betonte, dass die jungen Wissenschaftler*innen während der Tagung ihrerseits auch die Laureaten inspiriert hätten. Er gab den jungen Menschen mit auf den Weg, sich von Misserfolgen, Rückschlägen und Selbstzweifeln nicht entmutigen zu lassen. Diese habe er selbst auch erlebt aber sich nie entmutigen lassen und trotzdem weitergemacht – mit Erfolg.
Spirit of Lindau allgegenwärtig
Beim anschließenden, gemeinsamen Picknick im Freien unter dem schützenden Zeltdach wurde er wieder spürbar: der Geist von Lindau, der über der einwöchigen Tagung schwebte und während der gesamten Woche allgegenwärtig war.







Bei der Rückkehr nach Lindau von der Insel Mainau an Bord der „Sonnenkönigin“, wurden Kontaktdaten ausgetauscht, gab es die eine oder andere Umarmung, flossen sogar so manche Tränen. Zuvor schwangen aber viele noch eifrig das Tanzbein. Lauter Jubel kam sogar auf, als sich der eine oder andere Preisträger selbst unter die Tanzenden mischte.
Den bayerischen Abend in der Inselhalle hatte der Freistaat Bayern gesponsert, den Abschlusstag mit Fahrt auf die Mainau und zurück das Land Baden-Württemberg.
Die 73. Lindauer Nobelpreisträgertagung ist der Physik gewidmet. Sie findet vom 30. Juni bis zum 5. Juli 2024 statt.
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Was bedeutet das?Transparenz
- Erstmals veröffentlicht
- 02.07.2023, 15:05 Uhr
- Letzte Aktualisierung
- 03.07.2023, 10:57 Uhr





