Vorzeige-Beispiele in Vorarlberg Wasser als Element zur Klimawandelanpassung und zur Förderung von Biodiversität

Wasser als Element zur Klimawandelanpassung und zur Förderung von Biodiversität
Katrin Löning (rechts) von der pulswerk GmbH, Projektpartner im Projekt Zukunftsgrün, leitete die Exkursion mit Mitarbeitern von Bauhöfen und aus dem Garten- und Landschaftsbau aus Deutschland und Österreich. (Bild: Bodensee-Stiftung/Daniela Dietsche)

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Exkursion vermittelt Mitarbeitern von Bauhöfen und des Garten- und Landschaftsbaus Ideen und Kenntnisse zur Anlage und Pflege öffentlicher Flächen und von Firmengeländen.

Wie lassen sich öffentliche Flächen und Firmengelände naturnah, klimawandelangepasst und biodiversitätsfördernd anlegen und pflegen? Mitarbeiter von Bauhöfen und des Garten- und Landschaftsbaus aus Deutschland und Österreich haben in einer Exkursion in Vorarlberg eine Auswahl an vorbildhaft umgesetzten Beispielen besucht. Die Exkursion fand im Rahmen des durch Interreg-Mittel geförderten Projekts „Zukunftsgrün“ statt. Sie wurde von Katrin Löning von der Pulswerk GmbH, Partner im Projekt Zukunftsgrün, geleitet, die Bodensee-Stiftung, Projektleitung, hatte die Teilnehmer eingeladen.

Gemeinde Rankweil hat sich ambitionierte Ziele gesetzt

Erster beeindruckender Programmpunkt war die Gemeinde Rankweil, die sich zum Ziel gesetzt hat, auf allen zur Verfügung stehenden Flächen Biodiversität zu fördern – auch mit experimentellen Methoden. Bauhof-Leiter Wilfried Ammann erläuterte den Exkursionsteilnehmern Motivation, Umsetzung und damit verbundene Herausforderungen. Die Gäste machten Station am „Wildbienenbahnhof“, wo heimische Wildsträucher, Trockensteinmauern, Sandinseln und Totholz Wildbienen und anderen Insekten, Vögeln und Kleintieren Nahrung und Unterschlupf bieten.

„Vor allem aber beeindruckte der Umgang mit verschiedenen Wiesenflächen auf dem Gemeindegebiet“, betont Daniela Dietsche von der Bodensee-Stiftung. Hier konnten die Teilnehmenden sehen, wie sich Wiesen durch verschiedene Maßnahmen der Extensivierung oder auch Teilansaaten im Laufe der Jahre hin zu bunten, vielfältigen Lebensräumen entwickeln und erfahren, wie die Pflege dieser Flächen langfristig glückt. Als Abschluss wurde das biodivers gestaltete Industriegebiet Römergrund besucht, in dem neben den kommunalen Flächen auch einige private Unternehmensflächen artenreich gestaltet sind.

Vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Unternehmen in Klaus

Auf dem Gelände der Firma Omicron in Klaus erhielten die Teilnehmenden einen Eindruck davon, wie ein Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde von der Renaturierung eines Bachlaufs profitieren kann: Die Hochwassergefahr wurde reduziert, das Mikroklima vor Ort verbessert, die biologische Vielfalt bereichert und die Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter erhöht. „Die Firma hat sukzessive ihre Außenbereiche naturnah gestaltet, mit vielfältigen Wasserflächen und artenreichen Wiesen sowie mit begehbaren Gründächern“, erläutert Katrin Löning. Hier fühlen sich sowohl die Angestellten als auch heimische Tiere und Pflanzen wohl. Es konnten zum Beispiel bereits über 30 Vogelarten auf dem Gelände gesichtet werden.

In Wolfurt besichtigten die Bauhof-Mitarbeiter und Gärtner das Gelände der Firma Haberkorn Baustoffe. Hier hat der „Haberkorn-Garten“ mit seinem Lehmstampfhaus beeindruckt. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Martin Mackowitz, dem Lehmbaukünstler Martin Rauch, dem Österreichischen Ökologieinstitut und der holzbau_zukunft sind hier ökologisch wertvolle Habitate und mit dem Lehmhaus ein Kreativ- und Erholungsraum für Haberkorn Mitarbeiter entstanden.

Weitere Informationen zum Projekt Zukunftsgrün auf www.zukunftsgruen.org.

(Pressemitteilung: Bodensee-Stiftung)