Stadt- und Kirchengeschichte in Konstanz: Portal macht Wurzeln Petershausens erkennbar

Von links: Pfarrer Thomas Mitzkus, Roman Kreuzer, Wolfgang Müller-Fehrenbach, Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn und Kreisarchäologe Jürgen Hald.
Von links: Pfarrer Thomas Mitzkus, Roman Kreuzer, Wolfgang Müller-Fehrenbach, Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn und Kreisarchäologe Jürgen Hald. (Bild: Stadt Konstanz)

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Bis zu ihrem Abriss 1832 erhob sich neben der Musikschule im romanischen Klosterbau und dem Landesarchäologischen Museum und Stadtarchiv im barocken Klosterbau die romanische Klosterkirche der Benediktinermönche „St. Gregor petri domus“ als Teil des Gesamtensembles Kloster Petershausen.

Seit 2015 setzt sich der Verein „Petershauser Orgelkultur“ dafür ein, an die Bedeutung des Baus für die Kirchen- und Stadtgeschichte zu erinnern. Ein erster Meilenstein war 2018 die Installation eines visualisierten Portals, präzise auf den historischen Grundmauern des einstigen romanischen Portals, das heute im Badischen Landesmuseum Karlsruhe ausgestellt ist.

Am 26. November 2023 erfolgte nun ein weiterer Schritt, das ehemalige Kirchenschiff bildhaft zu machen. Rechts und links neben dem Portal eröffnete der Verein „Petershauser Orgelkultur“ vor zahlreichen Interessierten neue Sitzgelegenheiten, die exakt die dort ehemals vorhandenen Kirchenmauern nachzeichnen. Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die Erzbischof Hermann-Stiftung, die katholische Gesamtkirchengemeinde, die Stadt und den Landkreis Konstanz. Auch eine neue Stele wurde installiert, die über Kirche und Projekt informiert.

Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn würdigte die Arbeit des Vereins „Petershauser Orgelkultur“ und seines Beauftragten, Wolfgang Müller-Fehrenbach, als wichtigen Beitrag zur Stadt- und Kirchengeschichte. Dass die Größe und Dimension der Klosterkirche durch die Installationen erlebbar werden, sei auch der qualitativ hochwertigen Designarbeit von Studierenden der HTWG zu verdanken, betonte der Baubürgermeister.

Drei Masterstudentinnen der Hochschule Konstanz hatten unter der Leitung von Prof. Eberhard Schlag und Prof. Brian Switzer das Portal entworfen und in einer Umfrage auch das große Bedürfnis der Bevölkerung herausgearbeitet, diesen wertvollen Teil der Stadtgeschichte sichtbar zu machen. Auf dem Entwurf des Architekten Roman Kreuzer, ehemaliger Masterstudent Architektur an der HTWG, beruhen die neuen Sitzgelegenheiten.

Sein Entwurf sieht vor, die sakralen Außenmauern und Innensäulen minimalisiert als Sitzangebote „wieder erstehen“ zu lassen und die inzwischen auf der Fläche hochgewachsenen Bäume miteinzubeziehen. Die archäologischen Ausgrabungen von Kreisarchäologe Jürgen Hald bildeten die Grundlage für Kreuzers Design.

Wolfgang Müller-Fehrenbach dankte als Vertreter des Vereins „Petershauser Orgelkultur“ allen Beteiligten für ihr großes Engagement. Damit sei es gelungen, die historischen Wurzeln des Stadtteils vielen Menschen wieder bewusst zu machen.

Pfarrer Thomas Mitzkus von der Pfarrei Konstanz-Peterhausen nahm in seiner Rede Bezug auf Bischof Gebhard II (949-995), auf den die Ursprungsidee zurückgeht, eine Klosterkirche in Anlehnung an die Peterskirche von Rom zu errichten. Daher auch der Name „St. Gregor petri domus“ (das Haus des Petrus), der dem Stadtteil Petershausen seinen Namen gab. Pfarrer Thomas Mitzkus segnete zum Abschluss der Feier die neuen Sitzgelegenheiten.

Ein Posaunen-Quintett der Musikschule Konstanz umrahmte musikalisch den Festakt. Zu Gehör kam dabei unter anderem auch ein Sanctus des Klosterkapellmeisters Alberto Albertini (1736-1790), der das Stück in der Klosterkirche Petershausen komponiert hatte.

(Pressemitteilung: Stadt Konstanz)