Sportunterricht in digital Überlinger Lehrer entwickelt SportApp

Überlinger Lehrer entwickelt SportApp
Bewegungen analysieren per App – so werden Schüler für den Sportunterricht begeistert. (Bild: Sportapp-Entwicklung UG)

Sich mit dem Handy auf das Abitur oder eine Sportprüfung vorbereiten? Eine neue kostenlose App macht’s möglich: Bewegungsabläufe vieler Disziplinen können in Echtzeit abgerufen und analysiert werden. Ein Überlinger Sportlehrer hat die App entwickelt.

„Wie sieht nochmal eine Kreishockwende am Barren aus?“ – solche und ähnliche Fragen bekam Yannick Weislogel als ehemaliger Kunstturner zuhauf gestellt. „Da man selten einen Barren zur Hand hat, habe ich oft mit Worten versucht, die Bewegung zu beschreiben – meist mit nur mäßigem Erfolg“, erinnert sich Weislogel zurück.

Ohne die Abläufe einmal gesehen zu haben, ist es schwierig, eine Turnübung richtig zu erklären.
Ohne die Abläufe einmal gesehen zu haben, ist es schwierig, eine Turnübung richtig zu erklären. (Bild: Sportapp-Entwicklung UG)

Dem technikaffinen Sportlehrer kam daraufhin 2017 die Idee, eine App zu entwickeln, mit der man immer und von überall aus auf die Prüfungsinhalte zugreifen konnte. 2018 fanden erste Gespräche mit dem Kultusministerium statt und die Idee, alle acht Kernsportarten des Sportabiturs in einer App anzubieten, reifte. Im Dezember 2021 kam der Vertrag zwischen dem Kultusministerium und der „Sportapp-Entwicklung UG“ zustande und das Projekt „SchulsportApp BW“ startete. Inzwischen wurden die App über 400.000-mal heruntergeladen.

Gezielte Unterstützung für Schüler

„Das Problem bei der Prüfungsvorbereitung zum Sportabitur war, dass die Beschreibung nur in Schriftform vorlagen. Lehrer und Schüler hatten Probleme, sich daraus die richtigen Bewegungen abzuleiten.“, so Weislogel. „Mit einem Erklärungsvideo in der App gelingt das nun viel besser.“

Direkt nach der Übung in der App nachschauen: „Habe ich es richtig gemacht?“
Direkt nach der Übung in der App nachschauen: „Habe ich es richtig gemacht?“ (Bild: Sportapp-Entwicklung UG)

Staatssekretär Volker Schebesta hatte sich den Einsatz der App vor Ort angeschaut: „Dank Zeitlupen- und Standbildfunktion können Lehrende und Lernende gemeinsam die Bewegungsabläufe Schritt für Schritt durchgehen. So sind auch individuelle Rückmeldungen möglich.“

Die korrekten Anleitungen immer in der Hosentasche dabei

Weislogel betont: „Etwas in dieser Art wurde bisher von keinem Bundesland angeboten. Die Prüfungsanforderungen hat man so immer in der Hosentasche dabei. Die Videos sind aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen, sodass auch hier ein Mehrwert entsteht. Außerdem könenn die Schüler sich selbst filmen und ihre Bewegung dann mit der Idealbewegung aus der App vergleichen.“

Ein kleines Manko sieht Weislogel allerdings am digitalen Sportunterricht: „Die Gefahr besteht, dass die Schüler sich in der Bewegungsanalyse verlieren und das Üben vergessen. Der Lehrer muss den Sportunterricht deshalb an den Einsatz der App anpassen und entsprechend strukturieren.“

(Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg, Sportapp-Entwicklung UG, Yannick Weislogel)