Bürger informieren sich zur Biotopverbundplanung in Kressbronn

Ziel ist es, die biologische Vielfalt und den stufenweisen Ausbau des Biotopverbunds zu stärken.
Ziel ist es, die biologische Vielfalt und den stufenweisen Ausbau des Biotopverbunds zu stärken. (Bild: Gemeinde Kressbronn)

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Rund 70 interessierte Bürger folgten der Einladung der Gemeinde zur Informationsveranstaltung zum Thema Biotopverbundplanung. Vor allem Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen und Grünflächen informierten sich über das Thema.

Zu Beginn der Veranstaltung führte Herr Ueber vom Landschaftserhaltungsverband Bodenseekreis mit einem kurzen Vortrag in das Thema ein. Alle Gemeinden in Baden-Württemberg sind zu einer Biotopsverbundplanung verpflichtet. Dies wurde im Biodiversitätsgesetz geregelt.

Ziel ist es, die biologische Vielfalt und den stufenweisen Ausbau des Biotopverbunds zu stärken. Durch die kontinuierliche Bebauung und den Ausbau von Straßen, Schienen oder auch Leitungstrassen sind etliche Lebensräume verloren gegangen oder wurden voneinander getrennt.

Die Folge daraus ist die Entstehung von isolierten Einzelbiotopen, welche oft für das Überleben einzelner Arten zu klein sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, die verbleibenden Lebensräume, so wie auch die bestehenden Vernetzungen zu schützen.

Neben dem Erhalt existierender Biotope sowie deren Verbindungen, besteht allerdings auch das Ziel, funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen wieder herzustellen und weiter zu entwickeln. Dadurch sollen die unterschiedlichen Arten die Chance haben, sich wieder auszubreiten.

Die Gemeinde hat das Fachbüro 365 Grad freiraum + umwelt aus Überlingen mit der Erstellung eines Maßnahmenplans beauftragt. Das Fachbüro hat zunächst eine Bestandsaufnahme vorgenommen durch die Sichtung aller vorliegenden Unterlagen und Begehungen im Gemeindegebiet.

Im zweiten Schritt wurde ein Konzept mit Maßnahmenvorschlägen erstellt. Herr Kübler vom Fachbüro 365 Grad hat die Ergebnisse der Bestandserhebungen bei der Informationsveranstaltung vorgestellt. Anschließend hat Frau Donadio, ebenfalls vom Fachbüro 365 Grad, den Vorabzug des Maßnahmenplans vorgestellt und ist auf die zwei Maßnahmentypen näher eingegangen.

Zum einen auf die Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen und zum anderen auf die Maßnahmensteckbriefe, die Teil der Biotopverbundplanung sind. Im Anschluss wurde der Vorabzug des Maßnahmenplans an mehreren Pinnwänden ausgehängt und jeder konnte nochmals Anregungen und Hinweise einbringen sowie ungeklärte Fragen ansprechen.

„Der Gemeinde war es wichtig, alle Bürger umfassend über das Thema zu informieren und vor allem auch die Eigentümer mit Grünflächen über die Vorgehensweise aufzuklären.  Ziel der Informationsveranstaltung war es, den Anwesenden die Sorge zu nehmen, dass die Verbundplanung Pflicht wird. Daher möchte ich nochmals betonen, dass die Verbundplanung ein Plan ist, die Umsetzung hingegen freiwillig“, so Bürgermeister Enzensperger. 

Die Beteiligung an den Maßnahmen ist freiwillig, ohne das Zusammenwirken von Flächeneigentümern ist dieses Projekt aber nicht machbar. Der Maßnahmenplan wird nun nochmals im Beirat vorberaten, Anfang nächsten Jahres soll der Plan im Gemeinderat beschlossen werden.

(Pressemitteilung: Gemeinde Kressbronn)