NGG schlägt Alarm Kita-Plätze fehlen: NGG warnt vor Folgen einer Abschaffung des 8-Stunden-Tags

Kita-Plätze fehlen: NGG warnt vor Folgen einer Abschaffung des 8-Stunden-Tags
8 Stunden sind genug: Die NGG Ulm-Aalen-Göppingen lehnt die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung des 8-Stunden-Tags ab. Geschäftsführer Michael Gutmann warnt vor Nachteilen für Familien und pflegende Angehörige. (Bild: NGG | Nils Hillebrand)
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Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt vor erheblichen Folgen einer möglichen Abschaffung des 8-Stunden-Tags. Gleichzeitig reiche das Angebot an Kita-Plätzen in den Landkreisen Ravensburg, Biberach, Tuttlingen und im Bodenseekreis nach Ansicht der Gewerkschaft nicht aus.

Eltern könnten Beruf und Familie künftig noch schwerer miteinander vereinbaren. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern und den 8-Stunden-Tag abzuschaffen. Gleichzeitig kritisiert die Gewerkschaft die aus ihrer Sicht unzureichende Zahl an Kita-Plätzen in der Region.

Betreuungsquoten liegen unter dem ermittelten Bedarf

Nach Angaben der amtlichen Statistik gibt es im Landkreis Ravensburg für rund 2.190 Kinder unter drei Jahren einen Kitaplatz. Die Betreuungsquote liegt dort bei 27 Prozent. Im Landkreis Biberach stehen rund 1.710 Plätze zur Verfügung, was einer Quote von knapp 28 Prozent entspricht. Im Bodenseekreis gibt es rund 1.810 Kitaplätze für unter Dreijährige und eine Betreuungsquote von gut 31 Prozent. Im Landkreis Tuttlingen stehen rund 1.090 Plätze zur Verfügung, die Betreuungsquote liegt dort bei gut 24 Prozent.

Nach Angaben der NGG liegt der landesweite Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in Baden-Württemberg dagegen bei 46 Prozent. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI).

NGG befürchtet Probleme für Familien

Die Gewerkschaft sieht vor allem durch die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes erhebliche Probleme auf Eltern zukommen. Michael Gutmann, Geschäftsführer der NGG Ulm-Aalen-Göppingen, sowie Burkhard Siebert, Geschäftsführer der NGG Baden-Württemberg-Süd für den Landkreis Tuttlingen, warnen davor, dass längere tägliche Arbeitszeiten die Planung der Kinderbetreuung erheblich erschweren würden.

Bereits heute seien Arbeits- und Kita-Zeiten häufig eng aufeinander abgestimmt. Würden Arbeitgeber künftig Arbeitstage mit zehn oder zwölf Stunden am Stück anordnen können, werde es für viele Familien nahezu unmöglich, ihre Kinder rechtzeitig aus der Betreuung abzuholen. Das könne sich auch negativ auf die Berufstätigkeit der Eltern auswirken.

Auch Pflege von Angehörigen betroffen

Nach Einschätzung der Gewerkschaft hätte eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auch Auswirkungen auf Menschen, die Angehörige pflegen. Wer sich in Abstimmung mit ambulanten Pflegediensten um Familienmitglieder kümmere, sei auf verlässliche Arbeitszeiten angewiesen.

Die NGG verweist zudem auf Zahlen einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Demnach kümmern sich 51 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer regelmäßig um Angehörige, insbesondere um Kinder oder ältere Familienmitglieder. Bereits heute hätten gut ein Fünftel aller Beschäftigten häufig Schwierigkeiten, Familie und Beruf zeitlich miteinander zu vereinbaren. Bei alleinerziehenden Frauen liege dieser Anteil bei 42 Prozent.

Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kita-Plätze

Sollte die Bundesregierung den 8-Stunden-Tag abschaffen und stattdessen eine Wochenarbeitszeit von bis zu 48 Stunden sowie in Ausnahmefällen bis zu 73,5 Stunden zulassen, würde dies nach Ansicht der NGG viele Familien zusätzlich belasten.

Gleichzeitig verweist die Gewerkschaft auf den Fachkräftemangel im Gastgewerbe, Lebensmittelhandwerk und in der Nahrungsmittelindustrie. Dieser lasse sich nicht durch längere Arbeitstage lösen, sondern durch bessere Arbeitsbedingungen und einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung.

Gesundheitsrisiken durch lange Arbeitstage

Neben den Auswirkungen auf Familien verweist die NGG auch auf gesundheitliche Risiken. Nach Angaben der Gewerkschaft steige das Unfallrisiko nach acht Arbeitsstunden kontinuierlich an und sei nach zwölf Stunden doppelt so hoch wie bei einem regulären Acht-Stunden-Tag. Zudem könnten Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout die Folge dauerhaft langer Arbeitstage sein.

(Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Ulm-Aalen-Göppingen)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.