100 Jahre auf der Schiene ZF feiert Jubiläum in der Bahntechnik

ZF feiert Jubiläum in der Bahntechnik
ZF feiert 100 Jahre Bahntechnik: Key Visual der Aktivitäten zum Jubiläum. (Bild: ZF)

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Im Frühsommer 2024 jährt sich der Einstieg von ZF in den Markt der Schienenfahrzeuge zum hundertsten Mal: Erstmals entwickelte ZF 1924 ein Antriebssystem für Triebwagen. Es war damals die Anpassung einer Technologie, die primär für Pkw entstanden war, das „Soden-Getriebe TS18.5“.

In den Jahrzehnten danach baute das Unternehmen seine Position als Lieferant für Bahntechnik weiter aus. Dies geschah durch Erweiterungen und Zukäufe ebenso wie durch eine starke internationale Präsenz. Heute ist ZF mit einem beeindruckenden Portfolio für viele Hersteller und Betreiber von Schienenfahrzeugen auf der ganzen Welt aktiv und zeichnet sich auch durch ein attraktives digitales Angebot aus. Auf das Jubiläum verweist eine Ausstellung im ZF Forum in Friedrichshafen, die ab Juni 2024 zu sehen ist. Auf der Leitmesse InnoTrans im September wird der Konzern seine Tradition ebenfalls als Thema setzen.

Komfort und Effizienz waren seit jeher auch für Bahntechnik wichtige Themen. Mit dem Aufkommen der Verbrennungs-Triebwagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es darum, deren Motor mittels eines Getriebes im idealen Betriebspunkt zu halten, dessen Schaltpunkte aber so sanft auszulegen, dass die Fahrgäste und Gegenstände nicht leiden. Entsprechende Getriebetechnik kam 1924 erstmals von ZF, wie ein Eintrag im Zeichnungsbuch belegt.

Mit dem „Soden-Getriebe TS18.5 für Triebwagen“ passte das damals erst seit neun Jahren bestehende Unternehmen aus Friedrichshafen eine Erfindung ihres damaligen „Chefs“ für den Einsatz in Schienenfahrzeugen an. Das Getriebe ist ein Vorläufer der späteren automatischen Getriebesysteme. Es ließ damals schon die Vorwahl der jeweils nächsten Gangstufe und einen entsprechend sanften Gangwechsel zu.

Erfolgsrezept: Innovationskraft durch Technologietransfer

Dieser Startpunkt markiert den Beginn einer Stärke, die ZF bis heute ausspielen kann: „Als singulärer Markt war die Bahntechnik für die Entwicklung technologischer Innovationen im Umfeld der Getriebetechnik nicht volumenstark genug. ZF konnte hier mit der Übertragung seiner innovativen Antriebstechnik aus anderen Anwendungen – insbesondere Nutzfahrzeugen – punkten“, erklärt Markus Groß, Produktlinienleiter für Bahntechnik bei ZF.

Nach der „Blaupause“ aus den Anfängen passte ZF in späteren Jahrzehnten das Stufenautomatgetriebe Ecomat als Ecomat Rail (Vorgänger des aktuellen EcoLife Rail) sowie das automatische Schaltgetriebe AS Tronic als AS Rail an die Anforderungen von Dieseltriebzügen an. Doch auch für elektrifizierte Züge hat ZF früh mechanische Komponenten für den Antrieb geliefert und tut dies heute noch für eine Vielzahl von Schienenfahrzeugen – von Metros, Straßenbahnen, Elektrotriebzügen und Hochgeschwindigkeitszügen über Dieseltriebzüge bis hin zu Lokomotiven und Sonderfahrzeugen.

Bahntechnik als zusätzliches Anwendungsfeld für ZF-Technologie hatte für den Konzern eine strategische Bedeutung. Das spiegelte sich in Firmenübernahmen im Laufe der ZF-Geschichte. Mit der Hurth Bahntechnik GmbH gliederte ZF im Jahr 1995 einen Spezialanbieter für Bahngetriebe sowie dessen Produktions-, Logistik- und Servicezentren in den Konzern ein. Wenig später wurde das Bahntechnik-Portfolio noch einmal erweitert, als nach der Übernahme der Mannesmann Sachs AG 2001 auch Schienendämpfer dazukamen. Damit wurde die Bahntechnik-Sparte des ZF-Konzerns zu einem Gesamtanbieter für Antriebs-, Fahrwerk- und Sicherheitstechnik für Schienenfahrzeuge.

ZF-Produkte sind aus den Schienenfahrzeugen rund um den Globus heute nicht mehr wegzudenken. Die Metrozüge nahezu aller namhafter Metropolen auf der Welt – von Istanbul über Shanghai bis Lima – setzen auf ZF-Technologie. ZF-Schlingerdämpfer stabilisieren die rasend schnelle und komfortable Fahrt von Hochgeschwindigkeitszügen, die in China unterwegs sind oder über den Eurotunnel das europäische Festland mit Großbritannien verbinden.

„Eine nachhaltige Mobilität der Zukunft braucht Schienenfahrzeuge. Mit unserem nunmehr 100-jährigen Engagement in der Bahntechnik und als zuverlässiger Partner und Innovationslieferant für Hersteller und Betreiber von Schienenfahrzeugen werden wir unserem strategischen Anspruch gerecht“, betont Prof. Dr. Peter Laier, ZF-Vorstandsmitglied und verantwortlich für Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik.

Ergänzung zur Hardware: digitale Services

Mit dem Zustandsüberwachungsprogramm „connect@rail“ hat ZF sein Angebot um attraktive digitale Leistungen erweitert. Es trägt dazu bei, den Betrieb sowie Wartungsarbeiten planbarer zu machen und Ausfälle und Stillstandszeiten zu vermeiden. Mit „connect@rail“ kann auch die Schieneninfrastruktur beobachtet werden, so dass gezielte Instandsetzungen dort ebenfalls möglich sind.

Bei Bahntechnik sind Wartung und Instandhaltung wichtig, ebenso das sogenannte Repowering (also die Ausstattung bestehender Schienenfahrzeuge mit neuen Antriebseinheiten). Hier können Bahntechnik-Kunden von ZF von der weltweiten Präsenz der ZF-Division Aftermarket profitieren, die schnelle Ersatzteilversorgung, Bereitstellung technischer Informationen bis hin zu flexiblen Serviceangeboten übernimmt.

Ausstellung im ZF Forum

Mit einer Ausstellung im ZF Forum feiert ZF das 100-jährige Bestehen des Konzerns in der Bahntechnik. Dort werden Highlights aus einem Jahrhundert thematisiert, zu denen ZF wie auch die im Konzern aufgegangenen Unternehmen Hurth und Sachs beigetragen haben.

(Pressemitteilung: ZF)