Angst um Arbeitsplätze: Solidaritätsmarsch der ZF-Beschäftigten in Friedrichshafen

Angst um Arbeitsplätze: Solidaritätsmarsch der ZF-Beschäftigten in Friedrichshafen
Bei ZF kommt es zu Veränderungen – einige Werke sollen ihre Tore schließen. (Bild: picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Die ersten Betriebsversammlungen im neuen Jahr stehen an: Bei ZF Friedrichshafen könnte das spannend werden. Am heutigen Mittwoch trafen sich die Belegschaften, mitsamt Mitarbeitenden der Nutzfahrzeugsparte (Betrieb N), der Verwaltung und den Beschäftigten der Forschung und Entwicklung (Betrieb Z).

Zuvor gab es einen Solidaritätsmarsch und eine gemeinsame Kundgebung vor dem ZF Forum. Laut Betriebsrat kamen dafür Beschäftigte aller ZF-Standorte nach Friedrichshafen – zum Beispiel Beschäftigte aus Gelsenkirchen. Der Standort in Nordrhein-Westfalen soll Ende des Jahres geschlossen werden.

ZF-Werke in Gelsenkirchen und Eitorf werden geschlossen

Der traditionsreiche Automobilzulieferer steht bereits seit geraumer Zeit finanziell unter Druck. Neben Sparmaßnahmen wie dem Stellenabbau stehen auch Werkschließungen im Raum. So kündigte ZF vor wenigen Tagen an, seinen Standort im nordrhein-westfälischen Eitorf bis Ende 2027 zu schließen. 700 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Der Gesamtbetriebsrat hatte bereits bei einem ersten Bekanntwerden der Schließungspläne 2022 heftig protestiert. Die Arbeitnehmervertretung sprach von einem Angriff auf alle deutschen Standorte.

Bangen um Weiterbeschäftigung

Zwar haben sich Konzern und Betriebsrat Ende vergangenen Jahres auf ein sogenanntes Zielbild für die 5.500 Mitarbeitenden der Nutzfahrzeugbranche geeinigt, trotzdem fürchten tausende ZF-Beschäftigte um ihre Jobs. 

Die Produktion am Standort Friedrichshafen soll durch das Mitarbeiterzielbild dauerhaft gesichert werden. Für die 4.500 Beschäftigten in Verwaltung, Forschung und Entwicklung gibt es eine solche Jobgarantie aber noch nicht. Die Geschäftsleitung hätte die Verhandlungen verschleppt, kritisiert der Betriebsrat.

Thema „Billigproduktion im Ausland“

Bei den Betriebsversammlungen wird auch das Thema Billigproduktion im Ausland besprochen. Der Betriebsrat kämpft dafür, dass Stellen in Deutschland erhalten bleiben und vor allem die Produktion von Elektro-Antrieben im Inland zu betreiben.

(Quelle: swr.de)