Antrag für städtische Flächen Grüne wollen Blühstreifen in Friedrichshafen

Grüne wollen Blühstreifen in Friedrichshafen
Blühende Feldränder bieten Insekten und anderen Tieren wichtige Lebensräume und tragen zur Artenvielfalt bei. (Bild: Die Grünen)
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Die Grünen beantragen mehrjährige Blühstreifen auf städtischen Pachtflächen in Friedrichshafen. Sie sollen die Artenvielfalt auf Agrarflächen stärken.

Die Stadt verpachtet eigene Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung. Nach dem Antrag der Grünen-Fraktion im Gemeinderat sollen die Pachtverträge künftig Vorgaben für mehrjährige Blühpflanzen enthalten.

Betroffen wären alle landwirtschaftlich genutzten Flächen in städtischem Eigentum, die größer als einen halben Hektar sind. Auf ihnen sollen die Pächter einen fünf Meter breiten Streifen mit mehrjährigen Blühpflanzen anlegen. Fördermittel könnten die Pächterinnen und Pächter über den Gemeinsamen Antrag beim Landratsamt Bodenseekreis beantragen. Die Stadt soll das Saatgut stellen und für die Blühflächen auf den Pachtzins verzichten.

Lebensräume für zahlreiche Arten

„Der anhaltende Rückgang der biologischen Vielfalt zählt zu den größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Besonders in intensiv genutzten Agrarlandschaften fehlen geeignete Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken sowie zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten. Mehrjährige Blüh- und Altgrasstreifen gehören zu wirksamen und kostengünstigen Maßnahmen, um diesen Lebensraumverlust zu mindern“, begründet Stadträtin Claudia Huesmann ihren Antrag.

Blühstreifen schaffen über mehrere Jahre hinweg ein kontinuierliches Blütenangebot sowie Rückzugs-, Brut- und Überwinterungsräume für Insekten, Feldvögel und Kleinsäuger.

Trotz der reduzierten landwirtschaftlichen Nutzfläche sieht die Fraktion auch Vorteile für die Landwirte. „Eine höhere Bestäuber- und Nützlingsvielfalt unterstützt die Bestäubung landwirtschaftlicher Kulturen und trägt zur natürlichen Regulierung von Schädlingen bei“, erklärt Huesmann.

Förderung über FAKT II

Nach Angaben der Grünen könnten betroffene Landwirte einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen Aufwands ausgleichen, indem sie am baden-württembergischen Förderprogramm FAKT II über die Maßnahme E 8 „Mehrjährige Blühflächen“ teilnehmen.

„Dadurch entstehen für die Pächter attraktive Rahmenbedingungen, ohne die landwirtschaftliche Nutzung grundsätzlich einzuschränken“, versichert Claudia Huesmann.

Mit den Blühstreifen wären Bewirtschaftungsauflagen verbunden. Dazu gehören insbesondere der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Düngung innerhalb der Blühflächen sowie das Unterlassen von Mist- und Silagemieten.

Weitere Vorgaben für Pachtflächen beantragt

Ergänzend beantragen die Grünen, auf allen städtischen Pachtflächen den Anbau gentechnisch veränderter Organismen auszuschließen sowie den Einsatz glyphosathaltiger Herbizide und neonikotinoidhaltiger Pflanzenschutzmittel zu untersagen.

„Damit wird der besondere Anspruch der Stadt an eine nachhaltige und umweltverträgliche Bewirtschaftung ihrer Flächen unterstrichen“, begründet die Grüne Fraktion ihren Antrag.

Nach Auffassung der Fraktion kommt der öffentlichen Hand beim Schutz der biologischen Vielfalt eine besondere Vorbildfunktion zu. Als Eigentümerin landwirtschaftlicher Flächen könne die Stadt durch entsprechende Vorgaben in den Pachtverträgen einen konkreten und dauerhaft wirksamen Beitrag zum Arten- und Naturschutz leisten. Eine solche Vorreiterrolle stärke zugleich die Glaubwürdigkeit kommunaler Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele.

Grüne verweisen auf Singen

Als Beispiel führt die Fraktion die Stadt Singen an. Dort seien auf städtischen Pachtflächen vergleichbare Biodiversitätsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt worden.

Monitoringergebnisse aus Blühstreifenprojekten der Bodenseestiftung belegten laut der Pressemitteilung eine deutliche Zunahme der Artenvielfalt sowie eine positive Entwicklung der Insektenfauna. Die Erfahrungen zeigten demnach, dass mehrjährige Blühflächen einen erheblichen ökologischen Mehrwert bieten und gleichzeitig mit einer leistungsfähigen Landwirtschaft vereinbar seien.

(Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN FN)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.