Lebensgeschichte einer jüdischen Familie dargestellt

Lebensgeschichte einer jüdischen Familie dargestellt
Bürgermeister Philipp Bürkle (links) mit Fabian Gmeinder (2. Von links) und Sarah Göser (rechts) mit der Erinnerungsstele an die jüdische Familie Haarburger. (Bild: Stadt Ochsenhausen)

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Sarah Göser und Fabian Gmeinder, zwei Schüler des Ochsenhauser Gymnasiums, haben im Rahmen eines Projektes die Lebensgeschichte einer jüdischen Familie in Ochsenhausen erforscht.

Als bleibendes Dokument der umfangreichen Arbeit wurde in Erinnerung an die Familie Haarburger nun eine Infotafel aufgestellt, die über das Schicksal der Familie berichtet. Die Stele wurde am Samstag (6. Juli) der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben der Schulleiterin Elke Ray und der die Schüler betreuenden Lehrerin, Claudia Schönwald, waren zahlreiche Gäste der Einladung ins Rathaus gefolgt.

Bürgermeister Philipp Bürkle konnte neben den beiden Ehrenbürgern, Max Herold und Andreas Denzel, auch den Beauftragten des Denkstättenkuratoriums NS-Dokumentation Oberschwaben, Uwe Hertrampf, begrüßen. In einer kurzen Ansprache lobte der Bürgermeister die „jungen

Heimatforscher“ für ihr Engagement und ihren Eifer, der so groß gewesen sei, dass auch er sofort „Feuer und Flamme für das Projekt“ gewesen sei. Er betonte, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig sei, dem aufflammenden Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Dazu trage die Arbeit der beiden Schüler bei, die an die schrecklichen Folgen der Judenverfolgung unter der Naziherrschaft erinnere. Es gelte, den Satz „Nie wieder ist jetzt“, mit Leben zu füllen.

Die beiden Schüler berichteten ihren interessierten Zuhörern von ihrem Kursprojekt zum Thema „Auswirkungen der Gleichschaltung auf die Jugendlichen anhand des Marktflecks Ochsenhausen“, in dessen Rahmen sie auf die jüdische Familie Haarburger gestoßen seien.

Theresia und Adolf Haarburger waren 1922 von Baisingen nach Ochsenhausen gezogen und lebten mit ihren Kindern Luise und Manfred im Gasthaus „Zur Post“. Die beiden Kinder wurden in Ochsenhausen geboren und gingen in die katholische Volksschule. Anschaulich

schilderten die beiden Gymnasiasten, wie die Familie zum Wegzug aus Ochsenhausen gedrängt worden war und wie sie schließlich in Australien eine neue Heimat fanden. Die Lebensgeschichte wurde auf einer Stele dargestellt, die im Anschluss an den Vortrag der beiden Schüler enthüllt wurde. Als Standort der Stele wurde die Südseite des Rathauses ausgewählt, nur einen Steinwurf vom Gasthaus „Zur Post“ entfernt. Ein auf der Stele angebrachter QR-Code leitet den interessierten Betrachter weiter zu einer Seite mit ausführlichen Informationen zum Leben der einzigen bekannten jüdischen Familie in Ochsenhausen.

(Pressemitteilung: Stadt Ochsenhausen)