Im Anschluss an die letzte Sitzung des Gemeinderats hatte das langjährige Stadtoberhaupt nicht nur die Ortschaftsräte Mittelbuchs und Reinstettens sowie ehemalige Gemeinderäte, sondern auch Vertreter der Schulen, Kindergärten, des Gewerbevereins, der Banken und sonstiger Institutionen zu einer formlosen Abschiedsfeier eingeladen.
„Ich habe mir für den Abschied vom Amt des Bürgermeisters keinen großen Rahmen und vor allem keine langen Reden oder zahlreiche Grußworte gewünscht,“ bekannte er. Daher sollte es nach der Gemeinderatssitzung lediglich eine Feier im kleinen Rahmen geben.
Ehrung für 40 Jahre im öffentlichen Dienst
Doch der stellvertretende Bürgermeister Hans Holland durchkreuzte diesen Plan. Er überreichte dem scheidenden Bürgermeister zuvor noch eine Urkunde für 40-jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst. Er ließ dazu den Werdegang Denzels vom Jurastudium in Freiburg über das Referendariat in Singen, Baden-Baden, Gaggenau und Konstanz Revue passieren.
Nach zehn Jahren als Leiter der Bauverwaltung des Landratsamts Biberach habe Denzel „offensichtlich eine neue Herausforderung gesucht“ und sich 1999 in Ochsenhausen als Bürgermeisterkandidat auf einen „spannenden Wahlkampf mit insgesamt vier Bewerbern“ eingelassen. Nach dem Erfolg im zweiten Wahlgang sei er nun 24 Jahre Bürgermeister in Ochsenhausen gewesen.
Hans Holland wies auf die vielen Funktionen Denzels in den verschiedensten Verbänden, Vereinen und anderen Institutionen hin und betonte, wie sehr sich die Welt und auch der öffentliche Dienst in den vergangenen 40 Jahren verändert hätten.
Die Stadt Ochsenhausen sei in punkto Geschlechtergerechtigkeit auf einem sehr guten Weg, wenn man den Anteil an Frauen in leitenden Positionen betrachte. Auch die Bewältigung der Corona-Krise durch die Stadtverwaltung und die fortschreitende Digitalisierung habe der Schultes maßgeblich begleitet, gestaltet und mit Impulsen versehen. Dafür gab es als Erinnerung eine Urkunde.
„Meinen Respekt für Ihre gekonnte Sitzungsleitung!“
In kurzen Dankesworten zollte der Bürgermeister-Stellvertreter dem scheidenden Amtsinhaber seinen Respekt für dessen gekonnte Sitzungsleitung. Andreas Denzel habe geschätzt knapp 300 Gemeinderatssitzungen geleitet und an keiner einzigen gefehlt.
Lediglich eine Ausschuss-Sitzung habe er vertretungsweise leiten müssen, da der Bürgermeister in Corona-Quarantäne gewesen sei. Das habe er als „durchaus anspruchsvoll“ empfunden, verriet Stadtrat Holland. Er lobte den Bürgermeister für dessen Vermittlungsfähigkeit und dafür, auch bei „emotional ausufernden Diskussionen die Sache im Fokus“ behalten zu haben.
In den Dank an den Bürgermeister schloss er auch dessen Ehefrau ein, die auf viele gemeinsame Abende habe verzichten müssen. Als „Ausgleich für die eingesetzte Energie“ hatten die Gemeinderäte einen Geschenkkorb mit Spezialitäten aus der Stadt zusammengestellt.
„Ich war gerne Ihr Bürgermeister!“
Mit den Worten „Ich war gerne Ihr Bürgermeister“ dankte das scheidende Stadtoberhaupt den Gästen der Abschiedsfeier. Mit eindrucksvollen Bildern aus Ochsenhausen, untermalt mit der Musik „What a wonderful world“ von Louis Armstrong, stimmte Andreas Denzel seine Zuhörer auf einen kurzen Rückblick auf seine 24-jährige Amtszeit ein. Er dankte allen, die ihn in den zurückliegenden Jahren bei den zahlreichen Aufgaben begleitet und unterstützt hatten.
Er pries Ochsenhausen als „Stadt mit vielen einzigartigen Besonderheiten, mit Menschen voller Bodenständigkeit und Bürgersinn“. Den Gemeinderäten und Ortschaftsräten dankte er für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die konstruktiven, „wenn auch nicht immer einfachen Diskussionen“. Er bat darum, auch seinem Nachfolger Vertrauen zu schenken und ihn zu unterstützen.
Ein besonderes Dankeschön richtete Andreas Denzel auch an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ein Bürgermeister ist immer nur so gut, wie die Mannschaft, die ihn unterstützt“. Dank der guten und loyalen Zusammenarbeit habe man gemeinsam alle Herausforderungen gemeistert.
Ebenso dankte er den Vertretern der Schulen, Kindergärten, Firmen, Institutionen und Vereinen für die stets gute Zusammenarbeit. Dabei würdigte er besonders das Engagement der „Blaulichtfamilie“ – namentlich der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, der Polizei und der DLRG.
Da ihm sein Vorgänger, Altbürgermeister Max Herold, 1999 die Stadt in einem sehr guten Zustand übergeben habe, freue er sich, dass auch er seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld übergeben könne. Er wünschte Philipp Bürkle „viel Glück und Erfolg bei der Umsetzung der anstehenden Projekte“ und bat alle darum, ihn „bestmöglich zu unterstützen, denn sein Erfolg wird jetzt der Erfolg unserer Stadt sein“.
Für seinen langjährigen Stellvertreter, Stadtrat Hans Holland, hatte Bürgermeister Denzel ein besonderes Abschiedsgeschenk vorbereitet: Er übergab ihm eine Zusammenfassung über die Ereignisse und Aktivitäten der vergangenen 24 Jahre in Buchform.
(Pressemitteilung: Stadt Ochsenhausen)