24 Jahre Stadtoberhaupt Ochsenhausen: Andreas Denzel verabschiedet

Bürgermeister Andreas Denzel erhält als Abschiedsgeschenk ein Nagelbild des Künstlers Willi Siber.
Bürgermeister Andreas Denzel erhält als Abschiedsgeschenk ein Nagelbild des Künstlers Willi Siber. (Bild: Stadt Ochsenhausen)

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Im Rahmen einer Feierstunde im Bibliothekssaal der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei wurde Ochsenhausens Bürgermeister Andreas Denzel in den Ruhestand verabschiedet.

Bürgermeister-Stellvertreter Hans Holland begrüßte dazu nicht nur die Familie Denzels, sondern neben den CDU-Abgeordneten Josef Rief (MdB) und Thomas Dörflinger (MdL) auch den Biberacher Landrat Mario Glaser sowie zahlreiche Bürgermeister umliegender Gemeinden und die Vertreter der Kirchengemeinden. Außerdem waren neben den Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch langjährige Weggefährten und Freunde eingeladen.

Der Bürgermeister-Stellvertreter griff anstelle eines umfangreichen Rückblicks drei wichtige Bereiche aus Denzels Arbeit heraus: Ochsenhausen als Gewerbestandort, als lebendigen Schulstandort und Ochsenhausen als vielbesuchten Kulturstandort. Für all diese Bereiche habe Bürgermeister Denzel sich erfolgreich eingesetzt und diese beharrlich vorangetrieben. Er stellte fest, dass die „Gemeinde heute auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament“ stehe.

Ebenso sei es Denzels Verdienst, dass „der kulturelle Bekanntheitsgrad unserer Stadt ihre Größe bei weitem“ übertreffe. Daran anknüpfend gab es als Abschiedsgeschenk der Stadt ein Nagelbild des in Dietenwengen lebenden Künstlers Willi Siber. Er wünschte dem scheidenden Bürgermeister „viel mehr Zeit gemeinsam“ mit seiner Frau und stellte die Frage in den Raum, „ob das dann tatsächlich schon der Anfang Ihres Ruhestands ist?“

„Ins schönste Amt gerettet“

Landrat Mario Glaser attestierte Andreas Denzel, dass er sich 1999 dank seiner Wahl als Bürgermeister der Stadt Ochsenhausen „ins schönste Amt gerettet“ habe, bevor ihn das Innenministerium nach Stuttgart habe versetzen können. Er erinnerte an die gemeinsame Zeit im Landratsamt Biberach und daran, dass sich beider Wege immer wieder gekreuzt hätten – sei es als Bürgermeisterkollege oder als Mitglied des Kreistags.

Immer habe er Denzel als jemanden erlebt, der sein Amt sachlich, klar, analytisch und defensiv ausgeübt habe. Als Bürgermeister-Gentleman habe nicht nur Anstand gewahrt, sondern als integre Persönlichkeit auch immer Verlässlichkeit ausgestrahlt. „Du hast Dich nie hinter jemandem versteckt, sondern immer an vorderster Front gestanden“, lobte der Landrat.

Landrat Mario Glaser (rechts) hatte Nützliches für das Wohnmobil des Ehepaars Denzel mitgebracht.
Landrat Mario Glaser (rechts) hatte Nützliches für das Wohnmobil des Ehepaars Denzel mitgebracht. (Bild: Stadt Ochsenhausen)

Andreas Denzel sei ein „respektierte und geschätzter Bürgermeister und ein angenehmer, feiner Mensch“, beschrieb Landrat Glaser den scheidenden Schultes. Trotz der Bitte von Andreas Denzel, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen dem Martinsladen Ochsenhausen eine Spende zukommen zu lassen, hatte der Landrat ein Mitbringsel dabei: für das Wohnmobil gab es allerlei Nützliches für den künftigen Ruheständler.

„Nicht g‘schimpft, ist genug gelobt“

Die Personalratsvorsitzende Margot Welte griff das schwäbische Motto auf, wonach „nicht geschimpft“ genug des Lobes ist. Sie dankte dem Bürgermeister für die gute Zusammenarbeit und die Kollegialität, die er mit dem Personalrat gepflegt habe. „Sie haben nie über die Kosten geklagt“, berichtete die Personalratsvorsitzende.

Es sei stets ein Geben und Nehmen zwischen Bürgermeister und Personalrat gewesen, was nicht selbstverständlich sei. Sie freue sich, den „Jung-Pensionär“ auch künftig wieder zu treffen und lud ihn ein, hin und wieder im Rathaus vorbeizukommen.

Mit dem höchsten schwäbischen Lob verabschiedete sich die Personalratsvorsitzende Margot Welte von Bürgermeister Andreas Denzel.
Mit dem höchsten schwäbischen Lob verabschiedete sich die Personalratsvorsitzende Margot Welte von Bürgermeister Andreas Denzel. (Bild: Stadt Ochsenhausen)

„Bürgermeister – das war das größte Privileg und die größte Verantwortung meines Lebens“

Bürgermeister Andreas Denzel hatte mit einer beeindruckenden Präsentation von Bildern den Gästen die Schönheit Ochsenhausens vor Augen geführt und festgestellt, dass Bürgermeister

„schon ein toller Job“ sei. Er dankte den Bürgern für deren Vertrauensbeweis bei drei Direktwahlen. Ebenso dankte er den Gemeinde- und Ortschaftsräten und allen, die sich ehrenamtlich für die Stadt Ochsenhausen engagierten. Ein besonderer Dank galt seiner Familie, die sehr oft auf ihn habe verzichten müssen.

Auch bei vielen Weggefährten sowie den Mitarbeitern der Stadt wolle er sich für deren Unterstützung bedanken, so das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache. Er freue sich außerdem sehr, dass die Landesakademie für seine Abschiedsfeier den Bibliothekssaal zur Verfügung gestellt habe. Ebenso, wie er von seinem Amtsvorgänger, Altbürgermeister Max Herold, im Jahr 1999 die Stadt in einem sehr guten Zustand übernommen habe, so übergebe er sie nun an seinen Nachfolger, Philipp Bürkle. Er wünschte dem neuen Bürgermeister

„Glück und Erfolg bei der Bewältigung der anstehenden Projekte“ und bat darum, Herrn Bürkle „bestmöglich zu unterstützen, denn sein Erfolg wird jetzt der Erfolg unserer Stadt sein.“

Stand beim Abschied noch einmal im Scheinwerferlicht: Bürgermeister Andreas Denzel.
Stand beim Abschied noch einmal im Scheinwerferlicht: Bürgermeister Andreas Denzel. (Bild: Stadt Ochsenhausen)

Die Abschiedsfeier war musikalisch umrahmt worden von drei jungen Pianisten, die an der Landesakademie zu Gast waren: Inya Cutova, Sofia Dibii und Dmytro Semikras. Eine weitere musikalische Einlage steuerten Ingoldingens Bürgermeister Jürgen Schell mit seinem früheren Schussenrieder Amtskollegen Georg Beetz bei: Sie besangen Denzels Amtsführung mit Frank Sinatras Klassiker „I did it my way“.

(Pressemitteilung: Stadt Ochsenhausen)