Spatenstich im Flurneuordnungsverfahren Unlingen

Spatenstich: Nun kann mit der Umsetzung des Flurbereinigungsverfahrens begonnen werden. 
Spatenstich: Nun kann mit der Umsetzung des Flurbereinigungsverfahrens begonnen werden.  (Bild: Landratsamt Biberach)

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Am Mittwoch, den 13. September trotzten Landrat Mario Glaser, Unlingens Bürgermeister Gerhard Hinz und der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Hubert Kocher dem Regen und gaben mit einem Spatenstich den Startschuss für die Baumaßnahmen der Flurbereinigung in Unlingen.

10 Jahre nach dem Spatenstich für die Ortsumfahrung B311, kann nun mit der Umsetzung des Flurbereinigungsverfahrens begonnen werden. 

„Die Grundstückseigentümer und Landwirte von Unlingen kommen jetzt zum Zug“, schilderte Landrat Mario Glaser und betonte, dass nun nach langer und intensiver Planung nun mit dem Ausbau des neuen Wegenetzes begonnen werden kann. Durch die Flurneuordnung wird der Flächenverlust für einzelne Eigentümer minimiert. Dazu werden Nachteile, wie z.B. Durchschneidungsschäden durch die neu gebaute Straße behoben.

Bereits in den 70er Jahren fand in Unlingen eine Flurbereinigung statt. Seitdem haben sich die Ansprüche an Flurneuordnungsverfahren gewandelt. „Es steht nicht allein die Verbesserung der Agrarstruktur im Fokus, sondern auch der ökologische Wert des Gebiets wird erhöht. Dazu werden kommunale Entwicklungsaspekte berücksichtigt.“, betonte Bürgermeister Gerhard Hinz.

Hubert Kocher, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft erläuterte den Anwesenden die verschiedenen Maßnahmen der Flurneuordnung. Neben dem Ausbau neuer Hauptwirtschaftswege, der Rekultivierung bestehender Feldwege und der Durchführung von Geländeangleichungen, werden Buntbrachen für Offenlandbrüter angelegt, Vogel- und Fledermausnistkästen angebracht sowie Bäume gepflanzt. Die beschriebenen Maßnahmen im Verfahren kann die Teilnehmergemeinschaft umsetzen.

Die gesamte Investitionssumme beläuft sich auf rund 3,4 Millionen Euro. Da die Bundesrepublik Deutschland für die Beseitigung der Zerschneidungsschäden durch die Umgehungsstraße aufkommt, übernimmt der Bund den Großteil der Kosten mit ungefähr 2,8 Millionen Euro.

Die Teilnehmergemeinschaft setzt auch Maßnahmen um, die der Unternehmensträger nicht übernimmt. Für diese Kosten hat der Bund und das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss von rund 340.000 Euro bewilligt.

Auch die Gemeinde Unlingen unterstützt die Teilnehmergemeinschaft mit einem freiwilligen Beitrag von 200.00 Euro, durch den die Kosten zum jetzigen Stand der Planung vollständig gedeckt werden. Selbstverständlich ist die Durchführung der Baumaßnahmen nicht ohne Einschränkungen für die Grundstückseigentümer und Bewirtschafter möglich. Daher sind Planer und Baufirma auf das Verständnis und die Geduld der Beteiligten angewiesen

Allgemeine Projektinformation

Verfahrensbeschreibung:

Die Flurneuordnung wurde aufgrund der Umsetzung der Umgehungsstraße am 19.11.2013 nach § 87 FlurbG angeordnet. Bei diesem Verfahren handelt es sich somit um eine Unternehmensflurneuordnung. Das Verfahrensgebiet umfasst 656 Hektar mit 619 Flurstücken. Beteiligt sind 153 Eigentümer.

Baumaßnahmen im Detail:

  • Neubau von rund 4,7 km Schotterwegen
  • Neubau von rund 7,9 km Asphaltwegen
  • Anlage von rund 3,3 km Grünwegen
  • Rekultivierung von rund 15 km Asphalt- und Schotterwegen
  • Auffüllung und Planien auf rund 4,3 ha Fläche zur besseren Bewirtschaftung
  • Anlage von drei Buntbrachen mit einer Gesamtfläche von rund 1,4 ha
  • Pflanzung von Einzelbäumen und Baumreihen, sowie Obstbäumen und Gehölzstreifen
  • Aufhängen von Vogel- und Fledermausnistkästen

Im Bild:

v. l. n. r.: Roland Maier, stellv. Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft; Lothar Blum, Franz Blum GmbH; Günther Klink, VTG-Bauleiter; Thomas Sugg, VTG-Vorstandsmitglied; Lewin Hajer, Projektleiter Flurneuordnung; Melanie Glocker, Haupt- und Bauamtsleiterin Unlingen; Bürgermeister Gerhard Hinz, Unlingen; Bürgermeister a. D. Richard Mück, Unlingen; Landrat Mario Glaser, Biberach; Hubert Kocher, Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft; Bürgermeister Marcus Schafft, Riedlingen; Kreisrat Gerhard Glaser, Biberach

(Pressemitteilung: Landratsamt Biberach)