Sieben Jungen schnuppern in Sozialberufe in der Werkstatt Heggbach

Sieben Jungen schnuppern in Sozialberufe in der Werkstatt Heggbach
Neben der Führung durch die verschiedenen Bereiche der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heggbach erhielten die Jugendlichen auch von einigen Mitarbeitern Einblicke in die Arbeitsfelder. (Bild: Annabel Munding)

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Bei der bundesweiten Aktion Boys’ Day haben sich sieben Jungen im Alter ab 13 Jahren für Sozialberufe bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) Heggbach im Geschäftsbereich Teilhabe und Inklusion interessiert – und damit alle freien Plätze für die Aktion belegt.

Im Mittelpunkt stand dabei der Beruf des Heilerziehungspflegers. „Der Boys’ Day kam bei den Jugendlichen gut an“, freute sich Annabel Munding, Referentin für Projekte und Entwicklung.

Ein besonders Aha-Erlebnis hatten einige der Jugendlichen nach dem Rundgang durch die verschiedenen Bereiche der WfbM Heggbach, als sie zum Seniorentreff kamen. Dort saßen ältere Menschen mit Behinderung und spielten Mensch-ärgere-dich-nicht. Als die Jugendlichen hereinkamen, wechselte die Aufmerksamkeit der Senioren sofort zu den jungen Menschen und es entstanden nach und nach erste vorsichtige soziale Kontakte.

„Für einige der Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie gemeinsame Zeit mit älteren Menschen mit Behinderung verbrachten“, erfuhr Annabel Munding und ergänzte erfreut: „Jugendsprecher Pascal Wolf hat mir sogar geschrieben, dass die Kollegen vom Seniorentreff positives Feedback gegeben hätten. Die Jungs hätten sich prima mit den Klienten beschäftigt und sich gut in die Tagesstruktur eingepasst.“ Durch solch ein Miteinander würden Hemmschwellen abgebaut und die jungen Menschen entdeckten die Freude, die sie mit ihrem Wirken bei den älteren Menschen hervorrufen.

Früher seien solche Kontakte oftmals beim Zivildienst entstanden, heutzutage geschehe dies eher durch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) nach der Schulzeit oder ein Praktikum. Davon erzählten den Jugendlichen auch einige Mitarbeiter der der Werkstatt.

Wolfgang Hartmann, Teamleiter mit handwerklicher und sozialpädagogischer Ausbildung in der WfbM Heggbach, führte die Jungen durch die Eigenproduktion und die Montage. Dadurch erhielten sie einen Einblick in den Arbeitsbereich einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Pascal Wolf, Auszubildender als Heilerziehungspfleger im ersten Ausbildungsjahr, stellte als Jugendvertreter der St. Elisabeth-Stiftung seinen angestrebten Beruf und seine tägliche Arbeit im Bereich Wohnen vor. Maximilian Klein bildete sich nach der ersten Berufserfahrung als Heilerziehungspfleger mit einem Studium zum Heilpädagogen weiter.

Er berichtete über seinen beruflichen Werdegang, der ihn unter anderen über die Arbeit in einem inklusiven Café zu seiner heutigen Tätigkeit bei den Begleitenden Diensten in Heggbach führte. Zu seinem Aufgabengebiet gehöre die Organisation von „Kultur in Heggbach“. Beide hoben die Vielseitigkeit ihrer Arbeitsfelder hervor. „In diesem Beruf kann ich meine Hobbys und Interessen einbringen“, erklärte Pascal Wolf. Heilerziehungspflege sei ein Beruf mit viel Verantwortung, aber auch mit der Möglichkeit, kreativ mit Menschen den Tag zu gestalten.

Nach dem Besuch in der Werkstatt und im Seniorentreff wurden neben den Vorzügen auch die Herausforderungen des Berufs, wie die Bereitschaft zum Wochenend- und Schichtdienst, angesprochen. Der Boys’ Day könnte Jugendliche dazu inspirieren, nach ihrer Schulzeit ein FSJ oder ein Praktikum bei der St. Elisabeth-Stiftung zu beginnen. Dies könnte im besten Fall zu einer Ausbildung in einem sozialen Beruf führen.

Die Erwartung der Jugendlichen wurde erfüllt: „Ich wollte mir einmal einen etwas anderen Beruf anschauen“, erklärt Teilnehmer Sebastian Ruf seine Motivation für den Boys’ Day. Und auch die Veranstalter blicken positiv auf den Tag zurück: „Der Boys’ Day kam gut an – und nicht nur, weil sie an diesem Tag nicht zur Schule mussten, wie die sieben Jungs sagten.“

(Pressemitteilung: St. Elisabeth-Stiftung)