DRK und Sana Klinikum zeigen am 19. September auf dem Biberacher Wochenmarkt, wie Wiederbelebung funktioniert. Besucher können die Herzdruckmassage selbst üben.
Schätzungsweise 130.000 Menschen erlitten 2025 in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Rund 70 Prozent dieser Notfälle ereignen sich im häuslichen Umfeld – häufig sind deshalb Angehörige, Partner oder Freunde die ersten Menschen vor Ort.
Am Samstag, 19. September, informieren Ärzte des Sana Klinikums Biberach und Mitarbeitende des DRK-Kreisverbands Biberach ab 8 Uhr auf dem Biberacher Wochenmarkt über die Wiederbelebung. An Reanimationspuppen können Besucher die notwendigen Handgriffe ausprobieren, Fragen stellen und ihre Kenntnisse auffrischen.
Erste Minuten können entscheidend sein
„Das bedeutet, dass im Ernstfall häufig nicht irgendein Fremder unsere Hilfe braucht, sondern ein Familienmitglied, der Partner oder ein Freund“, erklärt PD Dr. Sebastian Hafner, Chefarzt des Zentrums für Anästhesiologie am Biberacher Sana Klinikum. „Bis professionelle Hilfe eintrifft, können die ersten Minuten entscheidend sein. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was zu tun ist, und sich zutrauen, sofort zu handeln.“
2025 begannen Ersthelfende in 53,5 Prozent der entsprechenden Fälle bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Vor zehn Jahren lag die Quote noch bei rund 37 Prozent. Zuletzt hat sie sich auf diesem Niveau stabilisiert und liegt weiterhin unter den Werten einiger europäischer Länder.
„Mehr als jede zweite Wiederbelebung wird inzwischen bereits durch Ersthelfende begonnen. Das ist eine positive Entwicklung, zeigt aber gleichzeitig, dass wir noch längst nicht am Ziel sind“, sagt Michael Mutschler, Leiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Biberach e.V. „Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand müssen die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genutzt werden. Je früher die Wiederbelebung beginnt, desto besser sind die Chancen für den Betroffenen.“
Prüfen, rufen, drücken
Entscheidend sind bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand drei Schritte: PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN. Reagiert eine Person nicht und atmet sie nicht normal, muss über die 112 der Rettungsdienst alarmiert werden. Anschließend beginnt sofort die Herzdruckmassage mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs – fest und schnell mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute und ohne Unterbrechung, bis professionelle Hilfe übernimmt.
Unterstützung können Ersthelfende auch telefonisch über die Leitstelle erhalten. In 38,4 Prozent der im Deutschen Reanimationsregister erfassten Fälle wurden Wiederbelebungsmaßnahmen 2025 auf diesem Weg angeleitet.
„Wiederbelebung lässt sich in wenigen Minuten üben. Wer selbst einmal eine Herzdruckmassage durchgeführt hat, bekommt ein Gefühl für den richtigen Druck und Rhythmus und gewinnt Sicherheit“, erklärt Manfred Rommel, Kreisausbildungsleiter beim DRK-Kreisverband Biberach. „Genau dazu möchten wir die Menschen auf dem Wochenmarkt einladen: vorbeikommen, ausprobieren und erleben, dass man keine medizinische Ausbildung braucht, um im entscheidenden Moment helfen zu können.“
Die Aktion findet anlässlich der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ statt, die vom 21. bis 27. September durchgeführt wird.
Patientensicherheit im Sana Klinikum
Bereits am Donnerstag, 17. September, steht im Sana Klinikum Biberach der Welttag der Patientensicherheit im Mittelpunkt. Von 10 bis 14 Uhr informiert das Klinikum im Eingangsbereich über die Notfallversorgung im Haus sowie verschiedene Maßnahmen zur Sicherheit von Patientinnen und Patienten.
Auch dort können Besucher unter fachkundiger Anleitung die Wiederbelebung an einer Reanimationspuppe üben.
(Quelle: DRK-Kreisverband Biberach e.V. I Sana Klinikum Landkreis Biberach)