Geschichte hinter offenen Türen Denkmaltag öffnet besondere Orte in Biberach

Denkmaltag öffnet besondere Orte in Biberach
Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals stehen Netzwerke und Infrastruktur im Mittelpunkt. (Bild: Stadt Biberach)
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Beim Tag des offenen Denkmals öffnen am 13. September von 11 bis 16 Uhr historische Orte in Biberach. Führungen und Veranstaltungen sind kostenfrei.

Passend zum Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“ hat Tourismus Biberach ein Programm mit elf Gebäuden und zwei thematischen Führungen durch die Innenstadt zusammengestellt. Erstmals sind auch mehrere Denkmäler aus den Ortsteilen dabei, darunter der alte Trafoturm in Mettenberg sowie die Mösmühle und die Kapelle St. Fabian und St. Sebastian in Stafflangen.

Baustelle am Ulmer Tor

Das Ulmer Tor in der Ulmer-Tor-Straße zählt zu den ältesten erhaltenen Teilen der Biberacher Stadtbefestigung und wurde bereits im 14. Jahrhundert als östlicher Zugang zur Reichsstadt errichtet. Aktuelle archäologische Untersuchungen im Zuge der denkmalgerechten Sanierung geben Einblicke in die Baugeschichte und zeigen, wie sich das Bauwerk über Jahrhunderte verändert hat.

Freigelegte Strukturen und historische Baumaterialien erzählen von der Entwicklung der städtischen Infrastruktur und den Anforderungen an Schutz, Handel und Verkehr. Führungen mit Architekt Bernhard Egenter gibt es um 11, 13, 14 und 15 Uhr.

Händlerhaus am Weberberg

Der Weberberg gehört zu den markantesten historischen Straßenzügen Biberachs. Zwischen den dicht aneinanderstehenden Fachwerkhäusern ist bis heute zu erkennen, wie eng Wohnen, Arbeiten und Handwerk früher miteinander verbunden waren.

Das heutige Töpferhaus in der Engelgasse 5 befindet sich in einem historischen Wohn- und Handwerkerhaus, dessen Baugeschichte bis in die Jahre 1421/1422 zurückreicht. Besucher erhalten Einblicke in ein Gebäude, das historische Bausubstanz, handwerkliche Tradition und heutige Nutzung miteinander verbindet.

Das Haus ist nur während der Führungen um 11, 12.30 und 14 Uhr geöffnet. Robert Gerster führt jeweils rund 30 Minuten durch das Gebäude, maximal 50 Personen können teilnehmen.

Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert

In der Bachgasse 25 wird ein Mehrfamilienhaus aus dem 16. Jahrhundert durch eine Sanierung an heutige Bedürfnisse angepasst. Besucher erhalten Einblicke in die laufenden Bauarbeiten und die Vergangenheit des Gebäudes.

Dabei geht es unter anderem darum, wie die Infrastruktur innerhalb des Hauses aussah, wie das Miteinander der Bewohner geregelt war und welchen Standard die Wohnungen hatten. Hinweise darauf finden sich in der Baukonstruktion sowie in alten Bildern und Dokumenten.

Kirchwege und Magdalenenkirche

Die ehemaligen Kirchwege von Attenweiler, Röhrwangen und Birkenhard erzählen von einer alten Verbindung nach Biberach. Im Mittelpunkt steht die im 15. Jahrhundert erbaute Magdalenenkirche auf dem Katholischen Friedhof in der Ehinger Straße 25.

Bei den Führungen geht es darum, weshalb Gläubige aus den umliegenden Dörfern den weiten Weg zu Fuß nach Biberach auf sich nahmen, welche Rolle die Magdalenenkirche spielte und was die „grüne Bruck“ mit der Geschichte zu tun hat. Stadtführerin Tamara Prinz erläutert die historischen Hintergründe um 13 und 15 Uhr. Die Führungen dauern jeweils rund 30 Minuten.

Familienzentrum mit langer Geschichte

Der älteste Teil des Hauses in der Schulstraße 17 wurde 1530 erbaut und 1826 erweitert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgestaltet und unterschiedlich genutzt. Baupläne und zahlreiche Spuren im Inneren ermöglichen es, seine Geschichte nachzuvollziehen.

Seit mehr als 25 Jahren wird das Haus vom Familienzentrum genutzt. Damit ist das historische Gebäude weiterhin ein Ort des Wohnens, Arbeitens und Lernens sowie heute ein Knotenpunkt sozialer Netzwerke. Für Kaffee, Kuchen und Butterbrezeln ist gesorgt.

Hugo-Häring-Haus öffnet am Nachmittag

Der 1882 in Biberach geborene Architekt Hugo Häring gehörte in den 1920er-Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Moderne. Mit seinem Konzept des „organhaften Bauens“ entwickelte er eine Architektursprache, die Form und Funktion konsequent aus dem Zweck eines Gebäudes ableitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Häring seine Ideen mit zwei Wohnhäusern für die Fabrikantenfamilie Schmitz in Biberach verwirklichen. Sein Werk verbindet Biberach mit internationalen Strömungen der architektonischen Moderne und zeigt, wie Architektur auf neue Lebensformen und gesellschaftliche Bedürfnisse reagiert.

Das Hugo-Häring-Haus am Mettenberger Weg 17 ist von 14.30 bis 16 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr beginnt eine etwa einstündige Führung mit Barbara Leuchten. Im Garten gibt es ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen.

Ochsenhauser Hof und Pfleghöfe

Der Ochsenhauser Hof in der Gymnasiumstraße 28 wurde 1340 errichtet. Zunächst diente er als Pfleghof des Klosters Ochsenhausen, später als Schule und Lateinschule und gilt damit als Vorläufer des heutigen Wieland-Gymnasiums. Heute befindet sich in dem Fachwerkgebäude eine Begegnungsstätte für Seniorinnen und Senioren.

Führungen werden je nach Bedarf angeboten. Ab 13.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. Zudem startet am Ochsenhauser Hof um 11 und 13 Uhr die Führung „Biberacher Pfleghöfe“.

Altes und Neues Rathaus

Das Biberacher Rathaus am Matthias-Erzberger-Platz 1 ist ein bedeutendes Fachwerkdenkmal und zugleich ein Zeugnis historischer Netzwerke. Beim Bau des Dachstuhls wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit erfahrene Zimmerleute aus anderen Regionen hinzugezogen, die eine damals moderne Abbundtechnik beherrschten.

Bis heute werden dort Verbindungen zwischen Verwaltung, Bürgerschaft und Partnern geknüpft und gepflegt. Damit verbindet das Rathaus historische Handwerkskunst mit heutigen Netzwerken und greift das Motto „Netzwerke: Denkmäler und Infrastruktur“ auf.

Das Alte und Neue Rathaus ist nur während der Führungen geöffnet. Stadtführer Bernd Otto bietet diese um 11, 12.30 und 14 Uhr an. Sie dauern jeweils rund 30 Minuten.

Trafoturm in Mettenberg

Der alte Trafoturm am Hochstetter Hof 11 wurde 1955 als Umspannstation des Bautyps A errichtet und ging am 28. November desselben Jahres in Betrieb. Über Jahrzehnte gehörte er zur technischen Infrastruktur, die den ländlichen Raum mit Strom versorgte.

2011 wurde die Station außer Betrieb genommen, die elektrische Ausstattung ausgebaut und durch eine neue Kabelstation auf dem Hofgelände ersetzt. Heute erinnert der Trafoturm daran, wie die Elektrifizierung Höfe, Dörfer und Städte miteinander verband und ein technisches Netzwerk schuf, das den Alltag grundlegend veränderte. Ab 11 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen in Bauer Heinis Hofcafé.

Kapelle in Eichen wird 400 Jahre alt

Die Kapelle in Eichen 14 in Stafflangen wurde 1626 errichtet und feiert in diesem Jahr ihr 400-jähriges Bestehen. Sie ist heute wohl das älteste erhaltene Gebäude auf der Gemarkung Stafflangen und den Heiligen Fabian und Sebastian geweiht.

Bis heute ist die Kapelle ein wichtiger Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Im Inneren befinden sich unter anderem ein Altarbild, ein Triumphkreuz, eine spätgotische Madonna und 14 Stationsbilder. Am Denkmaltag gibt sie Einblicke in 400 Jahre Frömmigkeit, Dorfgeschichte und gemeinschaftliches Engagement für den Erhalt des Kulturdenkmals.

Rudolf Andritsch bietet um 12 und 13.15 Uhr jeweils rund 30-minütige Führungen an.

Historische Technik in der Mösmühle

Die Mösmühle in Stafflangen zählt zu den ältesten Mühlenstandorten Oberschwabens. Vermutlich reichen Mühlkanal, Weiher und Mühlenstandort bis ins frühe Mittelalter zurück. Das heutige Mühlengebäude von 1880 beherbergt funktionstüchtige historische Mühlentechnik aus den Jahren 1916 bis 1968.

Am Beispiel der Mühle wird sichtbar, wie Wasser, Mühlkanal, Maschinen und Landwirtschaft miteinander verbunden sind und bis heute regionale Versorgung und traditionelles Handwerk ermöglichen. Der Mühlenladen und die Mahlstube in der Mösmühle 1 sind von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Führungen mit Reinhold Zinnecker finden nach Voranmeldung um 11, 13.45 und 15 Uhr statt und dauern rund 45 Minuten. Die Anmeldung ist bis spätestens Freitag, 11. September, per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 07351/51-165 möglich.

Stadttore und Stadteinlässe

Eine der beiden thematischen Führungen beschäftigt sich mit den ehemaligen Stadttoren und Einlässen Biberachs. Über Jahrhunderte regelten sie, wer in die Stadt kam, wo Waren eingeführt wurden und wie Wege zwischen Biberach und seinem Umland verliefen. An ihnen wurde kontrolliert, geschützt, gehandelt und kommuniziert.

Die Tore bildeten zugleich Knotenpunkte im Netz von Straßen, Märkten und Alltagswegen. Bei der Führung geht es um ihre früheren Aufgaben und darum, was sie heute noch über Sicherheit, Handel, Mobilität und Infrastruktur einer mittelalterlichen Stadt erzählen.

Stadtführer Axel Griessmann startet die rund 90-minütige Führung um 11 und 14.30 Uhr. Treffpunkt ist der Museumshof.

Geschichte der Biberacher Pfleghöfe

Die Biberacher Pfleghöfe dienten seit ihrer Errichtung im Mittelalter als Warenlager für den Markt. Später wurden die Gebäude aufgrund ihrer Größe häufig für öffentliche Zwecke genutzt.

Der Ochsenhauser Hof war beispielsweise Pfleghof des Klosters Ochsenhausen, später Lateinschule und gilt damit als Vorläufer des heutigen Wieland-Gymnasiums. Heute beherbergt das Fachwerkgebäude eine Begegnungsstätte für Seniorinnen und Senioren.

Die etwa 75-minütige Führung mit Stadtführerin Ina Billwiller beginnt um 11 und 13 Uhr. Treffpunkt ist am Ochsenhauser Hof.

Die einzelnen Stationen lassen sich mit dem Fahrrad erreichen. Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals gibt es unter visitbiberach.de.

(Quelle: Stadt Biberach)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.