Vor einigen Wochen berichtete der Südwestrundfunk (SWR) über die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Demnach stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Ladesäulen in Deutschland um etwa 27 Prozent. Deutlich langsamer geht es in Baden-Württemberg voran, hier stieg die Anzahl der Ladesäulen nur um 21 Prozent.
Auch bei der Ausbaugeschwindigkeit sieht es nicht besser aus, hier belegte Baden-Württemberg im vergangenen Jahr bundesweit den vorletzten Platz.
Der Kreisvergleich
Nach der SWR-Recherche können die Halter von E-Autos im Alb-Donau-Kreis, in Heilbronn und im Landkreis Ravensburg besonders gut laden. Im Alb-Donau-Kreis und in Ravensburg sorgen, so die Recherche, die bestehenden Autobahnen mit ihren zahlreichen und leistungsfähigen Ladesäulen für eine gute Abdeckung. In Heilbronn haben dagegen die Stadtwerke für eine gute Lade-Infrastruktur gesorgt. Hier wurden in großem Umfang Ladesäulen im Straßenraum, in Ladeparks und auf Kundenparkplätzen installiert.
Schlusslichter im Landkreisranking sind demnach die Stadt Karlsruhe, sowie die Landkreise Biberach und Sigmaringen. Hier kann offensichtlich der Bedarf der aktuellen Flotte nicht gedeckt werden. Als Gründe werden fehlendende Fernverkehrsachsen angegeben. Bemerkenswert: In allen drei Kreisen ist die EnBW der größte Ladesäulenbetreiber.

„Ausreichende Kapazitäten im Landkreis Biberach“
Wir fragten beim Landratsamt Biberach nach, warum der sonst so wirtschaftsstarke Landkreis sich am Tabellenende beim Vergleich der Ladeinfrastruktur befindet. Philipp Friedel (Landratsamt Biberach, Zentralstelle für Gremien, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung) Dazu: „Bezüglich der Landinfrastruktur sind wir im engen Austausch mit der EnBW, welche die meisten öffentlichen Ladesäulen bei uns im Landkreis betreibt und auch einer der großen Ladesäulenbetreiber in Deutschland ist. Laut deren Aussage sind die Ladesäulen bei EnBW und damit auch im Kreis tagsüber ungefähr zu 17 Prozent und nachts zu 11 Prozent ausgelastet. Das weist darauf hin, dass das Lade-Netz im Landkreis ausreichend Kapazitäten besitzt. Das deckt sich mit der allgemeinen Aussage aus dem Bericht des SWR, den Sie uns geschickt haben. Mutmaßlich wird es so sein, dass die meisten Elektrofahrzeuge zuhause geladen werden, das wurde ja auch so von der Umfrage von Eon bestätigt.“
Verbrenner weiter beliebt
Wie die SWR-Recherche ergab, bewertet das Bundesverkehrsministerium die Entwicklung der Elektromobilität durchaus positiv. Demgegenüber stehen aber Zahlen des Kraftfahrbundesamtes: Noch immer entscheiden sich viele Käufer wegen der komplizierten Ladesituation weiterhin für einen Verbrenner, statt ein E-Auto anzuschaffen.