Im Rahmen des „Sana Gesundheitsforums“ informiert das interdisziplinäre Ärzte- und Expertenteam des Biberacher Klinikums regelmäßig über aktuelle medizinische Themen. Im November steht dabei traditionell das Herz im Mittelpunkt.
So beteiligt sich Dr. Thomas Brummer, Chefarzt der Medizinischen Klinik, mit seinem Team erneut an den von der Deutschen Herzstiftung initiierten Herzwochen, in diesem Jahr zum Thema „Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“. Die Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, den 7. November ab 18 Uhr im Biberacher Klinikum statt. Im Anschluss an die Vorträge findet für interessierte Besucher ein Reanimationstraining statt.
Chronische Herzschwäche, Mediziner sprechen bei diesem Krankheitsbild von Herzinsuffizienz, ist ein Zustand, bei dem die Pumpkraft des Herzens so weit abnimmt, dass nicht mehr genügend Blut und damit verbunden Sauerstoff und Nährstoffe zu Gehirn, Organen oder Muskeln gelangen. Dies hat schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus und kann das Leben des Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa drei bis vier Millionen Menschen an chronischer Herzschwäche; nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2023 etwa 38.000 Menschen daran.
Damit liegt die Herzinsuffizienz in der Rangliste der Todesursachen mit einem Anteil von fast elf Prozent auf Platz drei der Sterbefälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen – weiterhin führend ist die Koronare Herzkrankheit. Der Herzbericht 2024 zeigt darüber hinaus, dass die Herzinsuffizienz nicht nur die häufigste Einzeldiagnose für eine stationäre Krankenhausbehandlung in Deutschland ist, sondern auch eine Hauptursache für den plötzlichen Herztod darstellt.
Eine chronische Herzinsuffizienz entsteht dabei meistens nicht von heute auf morgen. Sie ist oftmals die Folge von Vorerkrankungen, zum Beispiel verengten Herzkranzgefäßen (koronare Herzerkrankung), Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Meist beginnt die Herzschwäche schleichend und die Pumpleistung des Herzens reduziert sich allmählich. Eine nachlassende Leistungsfähigkeit sowie Atemnot sind erste Vorboten. Wer dann sofort zum Arzt geht, kann den weiteren Verlauf positiv beeinflussen.
Neben den anfänglichen Leistungseinbußen und Symptomen wie Atemnot bei Belastung und schneller Ermüdung sind auch Wassereinlagerungen und eine Gewichtszunahme ganz typisch für eine Herzschwäche. Wenn die Pumpleistung nachlässt, schafft es der Herzmuskel nicht mehr, ausreichend Blut in den Körper zu befördern. Das führt zu einem Rückstau in den Venen und damit zu Wassereinlagerungen, vor allem an Füßen und Knöcheln.
Zudem berichten Patienten häufig von Husten, Rasselgeräuschen beim Atmen, kalten Fingern, Füßen und Beinen, nächtlicher Harndrang oder Schwindelgefühlen. Viele Menschen schreiben die anfänglich noch recht unspezifischen Symptome oftmals dem zunehmenden Alter oder Stresssituationen zu. Das ist ein schwerwiegender Irrtum.
„Die frühzeitige Erkennung einer Herzinsuffizienz ist sehr wichtig, denn dann lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung eindämmen und die Lebensqualität langfristig erhalten“, macht Chefarzt Dr. Thomas Brummer deutlich. „Wir sehen immer wieder Patienten, die erst zu uns kommen, wenn die Probleme sie im Alltag schon extrem einschränken. Wären die Betroffenen früher gekommen, hätten wir die Herzschwäche mit einfachen Maßnahmen zur Anpassung des Lebensstils und Medikamenten behandeln können. Im späten Stadium helfen in manchen Fällen nur noch Operationen“, führt der Chefarzt weiter aus.
Aus diesem Grund geben die Kardiologen des Biberacher Sana Klinikums im Rahmen der Informationsveranstaltung einen detaillierten Überblick über die Erkrankung. Der Leitende Oberarzt Dr. Michael Böhringer erklärt im Rahmen seines Vortrags zunächst, was eine chronische Herzschwäche genau ist. Darüber hinaus wird er die schleichenden Anzeichen der Herzschwäche beleuchten und erklären, warum eine frühe Diagnose entscheidend für den Behandlungserfolg ist. Auf die verschiedenen medikamentösen Behandlungsoptionen wird im Anschluss Oberarzt Dr. Karim El-Amrani eingehen.
Er wird erklären, wie Betablocker, ACE-Hemmer und andere Medikamente zur Behandlung der Herzschwäche eingesetzt werden und welche Nebenwirkungen möglicherweise auftreten können. Besonderes Augenmerk wird auf die neuesten Therapiemöglichkeiten und deren Wirksamkeit gelegt. Abschließend wird Chefarzt Dr. Thomas Brummer die operativen Therapiemöglichkeiten näher beleuchten. Von der Implantation von Herzschrittmachern über die Bypass-Operation bis hin zur Herztransplantation – die verschiedenen operativen Ansätze werden vorgestellt und ihre Vor- und Nachteile erläutert.
Das Sana Klinikum Landkreis Biberach lädt alle Interessierten herzlich ein, an den Vorträgen am 7. November teilzunehmen und sich umfassend über das Krankheitsbild zu informieren. Im Anschluss an die Vorträge findet für die Teilnehmer ein praktisches Reanimationstraining statt. Dabei kann unter Anleitung an speziellen Puppen die Herzdruckmassage geübt werden.
Veranstaltungsdetails Herzwoche 2024
- Wann: Donnerstag, 7. November 2024 | 18 Uhr
- Wo: Sana Klinikum Landkreis Biberach Veranstaltungsraum (EG) Marie-Curie-Straße 4 | 88400 Biberach
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei; eine Anmeldung ist im Rahmen der Herzwoche nicht erforderlich.
(Pressemitteilung: Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH)