Die Stadt Biberach passt das Vergabekonzept im Baugebiet „Taubenplätzle II“ an. Vier Grundstücke stehen künftig auch für Bungalows, Modulbauten und kleine Einfamilienhäuser zur Verfügung.
Vier Bauplätze im Säntisweg, die ursprünglich ausschließlich für Tiny Houses vorgesehen waren, sollen künftig flexibler genutzt werden. Hintergrund ist die bislang geringe Nachfrage nach klassischen Tiny Houses zur Eigennutzung. Stattdessen verzeichnet die Stadt verstärkt Interesse an kompakten, barrierefreien Wohnformen.
Nachfrage nach anderen Wohnformen steigt
Das Vergabekonzept für das Baugebiet „Taubenplätzle II“ hatte der Gemeinderat bereits 2021 beschlossen und seitdem schrittweise umgesetzt. Anfragen für klassische Tiny Houses blieben jedoch weitgehend aus. Nach Angaben der Stadtverwaltung zeigt sich ein ähnliches Bild auch in Burgrieden und Ummendorf, wo sich ebenfalls intensiv mit dem Thema Tiny Houses beschäftigt wurde.
Gefragt seien stattdessen vor allem kostengünstige Modulbauten für barrierefreies Wohnen auf einer Ebene. Auch in Biberach hätten sich überwiegend ältere Bauinteressenten nach Häusern mit rund 80 Quadratmetern Wohnfläche erkundigt.
„Wir wollen unser Vergabekonzept deshalb nun öffnen“, erklärte Erster Bürgermeister Ralf Miller bei der Vorberatung im Hauptausschuss. „Bauplätze für kleine Häuser sind durchaus gefragt.“
Bebauungsplan muss nicht geändert werden
Eine Änderung des Bebauungsplans ist nach Angaben der Verwaltung nicht erforderlich. Dieser lässt kleine Einfamilienhäuser bereits als Alternative zu. Künftig sollen auf den vier Grundstücken neben Tiny Houses auch Bungalows oder Modulbauten mit etwa 45 bis 50 Quadratmetern Wohnfläche sowie zweigeschossige kleine Einfamilienhäuser mit rund 90 bis 100 Quadratmetern Wohnfläche entstehen können.
Viele Anfragen nach den Grundstücken
Wenige Tage später befasste sich auch der Bauausschuss mit dem Thema. Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler betonte erneut, dass der Bebauungsplan „relativ viel zulässt“. Auch zweigeschossige Häuser könnten dort errichtet werden.
Seit der Sitzung des Hauptausschusses seien zahlreiche Anrufe im Liegenschaftsamt zu den vier Bauplätzen eingegangen. „Wir können hier eine Zielgruppe bedienen, es gibt einen Markt für diese Grundstücke“, sagte Adler. Die Beschlussempfehlung an den Gemeinderat erfolgte analog zum Hauptausschuss einstimmig.
Entscheidung nach der Sommerpause
Nach der Sommerpause wird der Gemeinderat die Kaufpreise sowie die aktualisierten Vergaberichtlinien beschließen. Die Ausschreibung der Grundstücke soll noch im Laufe dieses Jahres erfolgen.
(Quelle: Stadt Biberach)