Wilder Müll beschäftigt die Stadtreinigung in Biberach nahezu täglich. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Stadtreinigung und Winterdienst weiter an.
1,34 Millionen Euro hat die Stadt Biberach im Jahr 2025 für die Stadtreinigung ausgegeben. Das geht aus dem Stadtreinigungs- und Winterdienstbericht hervor, den Nico Schneider, seit April Leiter des Baubetriebsamts, am Montag im Bauausschuss vorgestellt hat. Ein Schwerpunkt der Arbeit bleibt die Beseitigung von wilden Müllablagerungen. „Das ist leider zur täglichen Aufgabe geworden“, sagte Schneider.
Altstadt, Spielplätze und Freizeitanlagen, der Stadtgarten mit Gigelberganlagen sowie der ZOB mit Bahnunterführung und altem Güterbahnhof zählen weiterhin zu den bekannten Vermüllungsschwerpunkten. „An Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit von Verunreinigungen“, erklärte Schneider. Die Mitarbeitenden beseitigen regelmäßig nicht angemeldeten Sperrmüll, Hausmüll an Straßenrändern, auf Grünflächen oder Spielplätzen sowie achtlos weggeworfene Essens- und Getränkeverpackungen. „Ein Dauerthema“, so der Baubetriebsamtsleiter, „wir sind ständig am Hinterherräumen.“
Gelbe Säcke und Graffitis sorgen für zusätzlichen Aufwand
Auch bei den Gelben Säcken gibt es laut Schneider keine Entspannung. Werden sie mit Hausmüll befüllt, bleiben sie bei der Abfuhr stehen und müssen später vom Baubetriebsamt entsorgt werden, sofern die Verursacher die Säcke nicht zurücknehmen und falsch entsorgten Inhalt entfernen. Betroffen seien vor allem anonymere Wohngegenden. In vielen Teilen der Stadt funktioniere das System Gelber Sack jedoch.
Zusätzliche Arbeit verursachen außerdem Graffitis und Aufkleber an Verkehrszeichen, Bushaltestellen oder Mülleimern. „Auch hier kämpfen unsere Mitarbeitenden ein bisschen gegen Windmühlen“, sagte Schneider. Teilweise sei die Straßenbereitschaft sogar nachts im Einsatz, um Graffitis zu entfernen.
Im vergangenen Jahr investierte das Baubetriebsamt 7.358 Stunden in die Straßenreinigung und 6.318 Stunden in das Leeren und den Unterhalt von Abfallbehältern. Für die Beseitigung von wildem Müll wurden 346 Stunden aufgewendet, weitere 208 Stunden entfielen auf die Reinigung der Teilorte mit Kehrmaschinen. Insgesamt summierte sich der Personalaufwand auf 14.230 Stunden. Fahrzeuge, Maschinen und Geräte waren weitere 12.205 Stunden im Einsatz. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,34 Millionen Euro und lagen damit über den rund 1,22 Millionen Euro des Jahres 2024.
Deutlich mehr Abfälle und höhere Kosten im Winterdienst
260 Tonnen gemischte Abfälle und Hausmüll entsorgte das Baubetriebsamt im vergangenen Jahr. Das sind 76 Tonnen mehr als 2024. Die Menge setzt sich aus geleerten Mülleimern, Sammlungen und sogenanntem leichtem wildem Müll zusammen. Schneider betonte, Biberach habe wie jede andere Stadt „ein paar Problemstellen“. Gleichzeitig verfüge die Stadt aber über „eine leistungsfähige Stadtreinigung, die für eine saubere Stadt sorgt“.
Die Möglichkeit, volle oder beschädigte Mülleimer per QR-Code zu melden, hat die Stadtverwaltung inzwischen eingestellt, da darüber seit längerer Zeit keine Mängelmeldungen mehr eingingen. Stattdessen wird ein neues Projekt vorbereitet, bei dem Mülleimer besser kenntlich gemacht werden sollen. Ob an den Sitzbänken der mobilen Pflanzkübel in der Innenstadt zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt werden, ist noch offen. Baubetriebsamt und Stadtplanungsamt befinden sich hierzu im Austausch.
Beim Winterdienst verlief die Saison 2025/2026 laut Schneider ohne besondere Vorkommnisse. Wegen häufiger Frost-Tau-Wechsel mussten die zwei Großfahrzeuge, sechs Kleinfahrzeuge sowie die 15 Mitarbeitenden im Handdienst jedoch häufiger ausrücken als im Vorjahr. Dadurch stieg auch der Verbrauch von Salz und Splitt. Die Gesamtkosten für den Winterdienst lagen bei 671.000 Euro und damit über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 616.000 Euro. Als Gründe nannte Schneider gestiegene Lohn- und Sachkosten sowie höhere Kosten für externe Dienstleister, insbesondere bei den Vorhaltekosten.
(Quelle: Stadt Biberach)