Weniger Kot, mehr Kontrolle Ulm will mit mobilen Taubenhäusern Stadthygiene verbessern

Ulm will mit mobilen Taubenhäusern Stadthygiene verbessern
Symbolische Schlüsselübergabe am ersten Standort: Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ulm und der AG Stadttauben Ulm eröffnen gemeinsam den ersten mobilen Taubenschlag nahe dem Ehinger Tor – ein Schritt für mehr Tierwohl und Stadtsauberkeit. (Bild: Stadt Ulm)

Um die Population von Tauben zu reduzieren und die Stadt sauberer zu halten, geht die Stadt Ulm neue Wege und setzt auf mobile Taubenhäuser. Wie das Vorhaben gelingen soll und was der Trick dabei ist, lesen Sie hier.

Tauben können ein großes Problem für Städte sein. Der viele Kot und beschmutzte Gebäude und Plätze sind kein schöner Anblick. Die Stadt Ulm hat sich daher entschieden, drei „Taubenhäuser“ anzuschaffen. Das erste wurde bereits am 3. April in der Nähe des Ehinger Tors aufgestellt. Es handelt sich dabei um einen mobilen Taubenwagen, heißt es in einer Mitteilung. Das Prinzip beruht auf den Taubenschlägen nach dem „Augsburger Modell“: Die Vögel bekommen artgerechte Nahrung und werden in ihrer Vermehrung begrenzt.

Echte Eier werden gegen Kunsteier ausgetauscht

Im Laufe dieses Jahres werden an zwei weiteren Standorten Taubenhäuser errichtet werden. In den Taubenhäusern werden die echten Eier gegen Kunsteier ausgetauscht. Die Tauben brüten dann über diesen, anstatt die echten Eier auszubrüten. Einige Eier bleiben den Tauben aber auch, damit diese Nachwuchs aufziehen können, schreibt der SWR.

Das bedeutet: tierfreundliche Geburtenkontrolle und viel weniger Tauben, die hungrig zwischen den Menschen herumlaufen und auf Balkonen brüten. Aufgrund der guten Bedingungen halten sich die Tauben den Großteil des Tages im Schlag auf und so landet dort auch der überwiegende Teil des Kots.

Jeweils Platz für rund 300 Tauben

Die Maßnahme dient sowohl dem Tierwohl als auch der Sauberkeit in der Stadt. Deshalb hat die Stadtverwaltung die Taubenhäuser beschafft; die Kosten für einen Wagen liegen im unteren fünfstelligen Bereich. Mitglieder des Vereins „AG Stadttauben Ulm“ werden die Anlagen ehrenamtlich reinigen und die Eier gegen die Attrappen austauschen. Seitens der Stadtverwaltung sind an dem Projekt die Bürgerdienste, das Gebäudemanagement und das Veterinäramt beteiligt.

Blick ins Innere eines mobilen Taubenhauses: In den Brutboxen finden bis zu 300 Stadttauben Platz. Die Stadt Ulm setzt auf das tierfreundliche „Augsburger Modell“, um die Population nachhaltig zu regulieren.
Blick ins Innere eines mobilen Taubenhauses: In den Brutboxen finden bis zu 300 Stadttauben Platz. Die Stadt Ulm setzt auf das tierfreundliche „Augsburger Modell“, um die Population nachhaltig zu regulieren. (Bild: Stadt Ulm)

In den Taubenwägen und im Container finden jeweils rund 300 Tauben Platz. Es gibt darin jeweils 80 Brutboxen sowie weitere Sitzplätze. Ein mobiles Taubenhaus kostet rund 20.000 EUR, so der SWR.

Drei Taubenschläge im Laufe von 2025

Der erste Taubenwagen steht in der Neuen Straße 8 auf einem Parkplatz. Im Laufe des Aprils 2025 wird dann auch der Wagen für Böfingen geliefert. Er wird zunächst auf einer Freifläche im Bereich des Böfinger Wegs platziert werden. Der dritte Standort im Parkhaus Deutschhaus, wo ein Container für die Tauben errichtet werden wird, soll im Herbst 2025 in Betrieb genommen werden.

Fürs Tierwohl: Tauben füttern ist verboten

Es ist verboten, Tauben zu füttern. Zum einen tragen weggeworfenen Essensreste zur Überpopulation von Tauben in den Städten bei. Zum anderen führt regelmäßiges Füttern auch für die Tiere zum Elend, da ihnen zwar (für sie schwer verdauliches) Futter, aber kein Schlaf- und Nistplatz angeboten wird.

(Quelle: Stadt Ulm)