Pakt der beruflichen Bildung in Ulm geschlossen

Joachim Krimmer (Präsident der Handwerkskammer Ulm), Dr. Jan Stefan Roell (Präsident der Industrie- und Handelskammer Ulm), Oberbürgermeister Gunter Czisch und Dr. Torsten Denkmann (Vorsitzender der Agentur für Arbeit Ulm) nach der Unterzeichnung des Paktes für berufliche Bildung im Ulmer Rathaus.
Joachim Krimmer (Präsident der Handwerkskammer Ulm), Dr. Jan Stefan Roell (Präsident der Industrie- und Handelskammer Ulm), Oberbürgermeister Gunter Czisch und Dr. Torsten Denkmann (Vorsitzender der Agentur für Arbeit Ulm) nach der Unterzeichnung des Paktes für berufliche Bildung im Ulmer Rathaus. (Bild: Stadt Ulm)

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Die Stadt Ulm, die Kreishandwerkerschaft Ulm, die Handwerkskammer Ulm, die IHK Ulm sowie die Agentur für Arbeit Ulm haben gemeinsam einen regionalen Pakt für die berufliche Bildung geschlossen.

Dieser will die Wichtigkeit der beruflichen Bildung für den Stadtkreis Ulm betonen und zudem die Qualität der beruflichen Bildung im Ulmer Raum nachhaltig sichern. Ein Kernpunkt ist die Berufsorientierung an Schulen und das Werben für die duale Ausbildung. Ziel ist es, die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung zu stärken.

„Zusammen mit der Politik wollen wir dafür sorgen, dass Ausbildung und Studium nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis gleichgestellt werden. Wir müssen deutlich machen: Handwerkerinnen und Handwerker tragen wesentlich zu Wohlstand und Lebensqualität bei. Sie setzen beispielsweise die Klimaziele um. Sie bringen effiziente Energietechniken zu Kundinnen und Kunden auf die Dächer und in die Keller. Sie versorgen mit ihrer Arbeit die Menschen vor Ort mit wichtigen Handwerkerleistungen“, sagt Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm.

Dr. Jan Stefan Roell, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ulm, ergänzt: „Die berufliche Bildung ist ein wichtiger Grundpfeiler unserer Wirtschaft. Unsere Unternehmen setzen nach wie vor auf die duale Ausbildung, um ihren Fachkräftebedarf zu decken – und den Fachkräften mit einer dualen Ausbildung stehen alle Wege offen. Mit dem Pakt der beruflichen Bildung bekennen wir uns dazu, die duale Ausbildung gemeinsam als die gute Option sichtbar zu machen, die sie ist, und unsere verschiedenen Angebote – von der Berufsorientierung, über die berufliche Ausbildung bis hin zur Fort- und Weiterbildung – zu bündeln und weiterzuentwickeln.“

In Bezug auf die Fachkräftesituation sagt Oberbürgermeister Gunter Czisch: „Die Unternehmen und Betriebe in der Region sind eine der Stützen unserer Wirtschaft. Doch viele Betriebe – und damit auch deren Kundinnen und Kunden – spüren bereits heute, was Fachkräftemangel bedeutet und welche Auswirkungen er hat. Gleichzeitig werden die Berufsbilder immer komplexer und der Umfang an erforderlichem Wissen nimmt zu. Unsere Antwort darauf ist die Bündelung unserer Angebote, um die berufliche Bildung nachhaltig zu stärken und zu verbessern. Nur wenn es uns außerdem gelingt, junge Leute davon zu überzeugen, dass eine berufliche Ausbildung ihnen hervorragende Perspektiven bietet, werden wir in Zukunft genügend gut ausgebildete Fachkräfte haben.“

Dr. Torsten Denkmann, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Ulm, sieht den gemeinsamen Pakt zur beruflichen Bildung als einen guten Schulterschluss für den regionalen Arbeitsmarkt: „Berufliche Bildung ist das Öl für den Motor am regionalen Arbeitsmarkt und gleichzeitig der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Besonders im Kontext der zunehmenden Dynamik des technologischen und ökologischen Strukturwandels nimmt die Bedeutung beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung stetig zu. Als Arbeitsagentur setzen wir vor allem mit der Berufsberatung an den Schulen einen wichtigen Grundstein für einen gelingenden Übergang von der Schule in den Beruf.“

Der nun unterzeichnete Pakt legt den Fokus auf die Attraktivität der dualen Ausbildung und beinhaltet konkrete Maßnahmen. Es gilt, die duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung zu stärken und die Berufsorientierung nachhaltig zu gestalten, etwa durch das intensivierte Einbeziehen der Eltern. Ziel ist es auch, die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung auszubauen, also den Austausch zwischen Berufsschulen und Betrieben sowie der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer zu fördern.

Krimmer weiter: „Ein großer Teil unserer Berufe hat sich im Zuge der Digitalisierung schon heute stark verändert. Die Nachfrage nach Fachkräften mit digitalem Wissen wird in vielen Berufen auch künftig steigen, deshalb ist eine möglichst frühe Berührung damit unverzichtbar.“ Aber nicht nur Aus- sondern auch Weiterbildungsangebote sind Teil des Pakts für berufliche Bildung. So werden Projekte der einzelnen Kooperationspartner stärker aufeinander abgestimmt und weiter ausgebaut.

Im Stadtkreis Ulm versorgen mehr als 1.400 Handwerksbetriebe mit rund 8.300 Beschäftigten die Menschen vor Ort. Dabei ist im vergangenen Jahr ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwirtschaftet worden. Aus Industrie, Handel und Dienstleistung kommen noch rund 10.000 Betriebe hinzu. Die Ausbildungsbereitschaft ist in allen Branchen groß: Fachkräfte werden gesucht und viele Betriebe wollen ausbilden. Zum Start des Ausbildungsjahres haben mehr als 1.150 junge Menschen im Stadtkreis Ulm eine berufliche Ausbildung begonnen, etwa 240 Lehrstellen sind derzeit noch frei.

(Pressemitteilung: Handwerkskammer Ulm)