Klinikneubau in Ehingen beschlossen

Klinikneubau in Ehingen beschlossen
Visualisierung des geplanten Klinikneubaus in Ehingen. (Bild: H2N)

Der Kreistag des Alb-Donau-Kreises hat am Montag, 19. Mai 2025, den Neubau des Alb-Donau Klinikums am Standort Ehingen beschlossen. Der Landkreis setzt in Zeiten tiefgreifender Veränderungen im Klinikwesen ein klares Zeichen für eine moderne, leistungsfähige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Für diesen Kraftakt sind derzeit 370 Millionen Euro an Investitionskosten kalkuliert.

Landrat Heiner Scheffold ist über diese Entscheidung erleichtert und froh zugleich: „Mit dem Neubau in Ehingen legen wir den Grundstein für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im Alb-Donau-Kreis. Es geht um mehr als nur einen Neubau – es geht darum, für die Menschen in der Region auch in Zukunft eine moderne und hochqualitative Gesundheitsversorgung bereitzustellen. Die Mitglieder des Kreistages haben heute erneut Mut und Weitsicht bewiesen, um den Herausforderungen durch die Krankenhausreform des Bundes, die Digitalisierung, den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel aktiv zu begegnen“.

Scheffold dankte den Kreisräten für das starke Bekenntnis zum Alb-Donau-Klinikum. Einhergehende sieht er den Beschluss aber auch als Aufgabe, den bereits im Gange befindlichen Weg der Spezialisierung weiterzugehen und attraktive Arbeitsbedingungen für die Ärzte und Pflegekräfte zu schaffen. Geschäftsführer Markus Mord merkte an. „Mit dem Neubau wird Ehingen zum Dreh- und Angelpunkt der künftigen medizinischen Versorgung auch in der Fläche.“

Gründe für den Neubau

Als Gründe für den Neubau sprechen u.a., dass die bestehenden Klinikgebäude stark verschachtelt, energetisch ineffizient und räumlich kaum erweiterbar. Zudem sind Versorgungseinheiten wie Notaufnahme, OP und Intensivstation weit voneinander entfernt, dies kostet im Notfall wertvolle Zeit. Schon 2018/2019 wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf zentraler Funktionsbereiche festgestellt, eine sinnvolle Modernisierung war nicht möglich. Der Neubau ist daher medizinisch, strukturell und betriebswirtschaftlich die beste Lösung. Der Klinikbetrieb soll auf dem bestehenden Gelände während der Bauzeit ohne größere Beeinträchtigungen weitergeführt werden kann. Gesichert ist zudem eine enge Vernetzung mit den weiteren Standorten in Blaubeuren und Langenau für eine flächendeckende medizinische Versorgung im Kreis.

Standort Ehingen ist ideal

Der Neubau am bisherigen Klinikstandort hat deutliche Vorteile. In direkter Nachbarschaft befinden sich die Rettungswache, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), zwei Pflegeheime, das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg, ein Dialysezentrum, die Strahlentherapie, die Radiologie mit CT und MRT sowie zahlreiche niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Diese bestehenden Versorgungsangebote lassen sich sinnvoll in das neue Klinikkonzept integrieren – das reduziert Wege, spart Ressourcen und senkt Investitionskosten.

Zeitplan, Bauvolumen und Finanzierung

Das Neubauprojekt gliedert sich in zwei zentrale Bausteine: ein Versorgungszentrum mit integriertem Parkhaus sowie den eigentlichen Klinikneubau. Der Bau des Versorgungszentrums beginnt noch in diesem Jahr und soll bis 2029 abgeschlossen sein. Der anschließende Neubau der Klinik startet Ende 2029, die Fertigstellung ist für 2032 geplant. Die Kosten sind eine enorme Herausforderung in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte, sind jedoch angesichts der Bedeutung dieses Projekts als Herzstück der künftigen Gesundheitsversorgung im Landkreis unumgänglich.

Geplant wird mit 281 Millionen Euro für den Klinikneubau und 89 Millionen Euro für das Versorgungszentrum, inklusive prognostizierter Baukostensteigerungen. Der Landkreis steht wegen der Förderung im Kontakt mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration. „In vergleichbaren Fällen lag die Förderquote des Landes so, dass das Land Baden-Württemberg beim Neubau in Ehingen voraussichtlich einen Anteil von rund 222,7 Millionen Euro übernehmen würde. Der verbleibende Eigenanteil des Alb-Donau-Kreises und der Krankenhaus GmbH läge dann bei etwa 147,5 Millionen Euro“, sagte Landrat Heiner Scheffold. Weitere Kosten entstehen für den Rückbau älterer Gebäudeteile und die Ergänzungen für den Gesundheitscampus. Dort soll ein Personalwohnheim oder Bildungszentrum realisiert werden

Medizinisches Zentrum der Zukunft

Im Klinikneubau in Ehingen sind moderne Ein- und Zweibettzimmer mit eigener Nasszelle vorgesehen. Dies ermöglicht den Patienten mehr Ruhe und Privatsphäre. Geplant sind eine Gesamtzahl von etwa 260 Betten, die Funktionsbereiche orientieren sich an den Vorgaben der Krankenhausreform. 32 Bettenplätze in der Akutgeriatrie tragen dem demografischen Wandel Rechnung. Auch der OP-Bereich wird für die stationäre Versorgung erweitert: Statt bislang sechs stehen künftig acht vollwertige OP-Säle zur Verfügung – darunter ein großer Saal für komplexe Eingriffe mit Spezialtechnik. Bei Bedarf lässt sich ein neunter OP-Saal problemlos nachrüsten.

In Ehingen wird zudem in den nächsten Jahren ein Integriertes Notfallzentrum entstehen. In enger Zusammenarbeit zwischen Klinik und der Bereitschaftsdienstpraxis der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird eine zentrale Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten entstehen. Dort werden sie abhängig von der Schwere ihres medizinischen Notfalls direkt dem richtigen Versorgungsbereich zugewiesen – wie beispielsweise der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung oder der Notaufnahme des Krankenhauses. Diese zielgerichtete Patientensteuerung sichert eine bestmögliche Versorgung, hält Ressourcen für Notfälle frei, reduziert Kosten und unnötige Wartezeiten.

Lucha betont Unterstützung des Landes

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha betont die Bedeutung dieser Neuausrichtung und unterstreicht die Unterstützung dieser Pläne durch das Land: „Wir müssen im Rahmen der Krankenhausreform weitere Anpassungen vornehmen. Der Alb-Donau-Kreis geht hier vorbildlich voran und richtet das Alb-Donau Klinikum mit seinen drei Standorten an den neuen Voraussetzungen aus, um für die Bürgerinnen und Bürger weiterhin eine hochqualifizierte medizinische Versorgung leisten zu können.“

Pressemitteilung zum Klinikneubau in Ehingen vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis: