Stadt greift zu Maßnahmen Der Falkner und sein Bussard: Ulm sagt Saatkrähen den Kampf an

Der Falkner und sein Bussard: Ulm sagt Saatkrähen den Kampf an
Am Rande des Ulmer Münsterplatzes hat sich der Falkner einer Gruppe von Kindergartenkindern vorgestellt. Mit dabei war Fips, ein gut trainierter Bussard. (Bild: Stadt Ulm)

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In vielen Städten führen Saatkrähen zu Verschmutzung und Konflikten. Ulm geht das Problem mit einem Falkner an. Ab Februar 2026 wird er mit seinen Vögeln in der Innenstadt unterwegs sein, um die schwarzen Rabenvögel zu vergrämen.

Früher lebten Saatkrähen vor allem in der Umgebung von Feldern. Dort haben sie jedoch immer weniger Lebensraum, mit weniger Möglichkeiten zum Brüten. Deshalb ziehen sie zunehmend in die Städte, so auch in Ulm. Hier haben Lärm und Verschmutzung durch die schwarzen Vögel zugenommen.

Bauhof hat bereits leere Saatkrähen-Nester eingesammelt

Die Stadt Ulm möchte die Saatkrähenpopulation vertreiben – besonders in der Innenstadt. Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden von Bürgern über Lärm, Verschmutzungen und mögliche gesundheitliche Risiken durch Vogelkot. Verschiedene Maßnahmen wurde daher entwickelt. Wie es in einer Mitteilung heißt, wurden beispielsweise im Herbst 2025 vom Baubetriebshof die leeren Nester aus den Bäumen in der Innenstadt geholt. Das soll diese Bäume für die Brutzeit im nächsten Jahr weniger anziehend machen.

Ab Februar 2026 kommt dann Leo Mandlsperger (Falcons World) ins Spiel. Er ist ein erfahrener Falkner, der bereits in anderen Städten erfolgreich Saatkrähen vergrämt hat. In einer Zuchtstation bilden er und sein Team die Greifvögel, vor allem Wüstenbussarde (auch Harris´s Hawk genannt), aus. Während seines Einsatzes in Ulm wird der Falkner mit seinem Vogel in einem Nebengebäude des Tiergartens wohnen. Für den Einsatz des Teams trägt die Stadt die Kosten im unteren fünfstelligen Bereich.

Falkner Leo Mandlsperger und seine Greifvögel werden bei Wind und Wetter und auch am Wochenende im Einsatz sein.
Falkner Leo Mandlsperger und seine Greifvögel werden bei Wind und Wetter und auch am Wochenende im Einsatz sein. (Bild: Stadt Ulm)

Das Vergrämen braucht Zeit

Die Falken werden keine Krähen fangen und töten, sondern wiederholt stören und dadurch vertreiben. Dies kann schon allein dadurch geschehen, dass der Bussard mit dem Falkner in der Nähe ist. Auch das Fliegen in der Luft sowie das gezielte Verfolgen der Krähen sind möglich, ohne diese dabei zu verletzen. Die Stadt Ulm hat sich im Vorfeld unter anderem mit dem NABU ausgetauscht, um die Sicht der Tierschützer einzuholen, heißt es in einer Mitteilung.

Ziel ist, dass die Saatkrähen sich an Orten ansiedeln, wo sie keine starke Belastung für das Umfeld sind, zum Beispiel im Bereich von Wiesen und Auwäldern. Die Erfahrung aus anderen Städten zeigt, dass die Vergrämung wirksam sein kann, aber etwas Geduld erfordert. Es ist von mindestens zwei bis drei Jahren auszugehen, bis die Tiere sich dort angesiedelt haben, wo sie bleiben können, heißt es weiter.

Bei Wind und Wetter täglich unterwegs

Der Falkner und seine Greifvögel werden im Februar 2026 ihre Arbeit aufnehmen. Sie werden bei Wind und Wetter und auch am Wochenende im Einsatz sein. Ab der Eiablage, die je nach Witterung im späten Frühjahr beginnt, ist jegliche Störung der Saatkrähen untersagt. Der Einsatz soll in den Folgejahren sukzessive fortgeführt werden.

Weitere Infos gibt’s bei der Stadt Ulm: www.ulm.de