Experten-Talk auf der Interboot: Wassersportbranche boomt weiterhin

Experten-Talk auf der Interboot: Wassersportbranche boomt weiterhin
Expertenrunde (v. l.): Karsten Stahlhut, Sonja Meichle, Peter Grimm, Günter Ambrosi, Klaus Wellmann, Vinzenz Batt und Andreas Kling. (Bild: Messe Friedrichshafen)
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Redaktion

Friedrichshafen (wb/dab) –Die hohe Nachfrage an Booten und Funsport ist nach wie vor ungebrochen, wie die teilnehmenden Gäste des diesjährigen Branchengesprächs im Rahmen der Interboot berichteten: Sowohl im Bereich der Segel- und Motorbootbranche als auch im Funsport sorgt die Corona-Pandemie für hohe Umsätze, starke Nachfrage, aber auch damit einhergehende Lieferschwierigkeiten und lange Wartezeiten. Ein positives Zwischenfazit ziehen die Beteiligten auch in Bezug auf ihre Teilnahme auf der Interboot. Auf der internationalen Wassersport-Ausstellung zeigen noch bis kommenden Sonntag, 26. September rund 280 Aussteller Boote, Boards und Zubehör.

„Der Trend, das Boot als sicheren Rückzugsort für den Urlaub zu nutzen, ist ungebrochen“, betonen die teilnehmenden Gesprächspartner des Branchengesprächs, das von Wassersport-Journalist Andreas Kling moderiert wurde, einstimmig. „Der Wunsch nach einem Boot und somit dem eigenen Feriendomizil ist auch nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie präsent.“ Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, Karsten Stahlhut, blickt auf eine „phänomenale Saison 2021“: Die Konjunkturaussicht befinde sich auf einem noch nie dagewesenen Niveau.

Günter Ambrosi, Sunbeam Watersports AG, erzählt von den Auswirkungen der hohen Nachfrage auf das Unternehmen: „Wir mussten die Werft umstrukturieren, um dem Boom gerecht zu werden. Die ‚Flucht auf das Wasser‘ hat unsere Verkäufe und Produktion schon im letzten Jahr erheblich steigen lassen.“ Zufrieden zeigt er sich auch mit dem Start der Interboot: „Die Messe ist für uns phänomenal angelaufen und unsere Weltpremiere ist ein echter Publikumsmagnet.“

Eine ähnliche Situation stelle sich in der Schweizer Wassersportbranche dar, erklärt der Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbandes, Vinzenz Batt. Es gebe nicht genügend Boote für die, die eines haben möchten. Zur ohnehin schon besonderen Situation führe auch der Fachkräftemangel zu Produktions- und Lieferschwierigkeiten, welcher mit Inseraten auf den eigenen Messeständen zu kompensieren versucht werde: „Nur so können wir die qualifizierten Fachkräfte finden, die wir so dringend brauchen.“

Ein Unternehmen, das gemeinsam mit der Interboot bereits seit der ersten Ausgabe im Jahr 1962 durch „dick und dünn“ geht, ist die Brunnert-Grimm AG aus Gottlieben in der Schweiz. Auch Peter Grimm schildert eine Situation, die er bis heute nicht erlebt habe: Für die 60. Ausgabe seien vom Unternehmen im Februar Boote bestellt worden, die bis zum heutigen Tag nicht produziert werden konnten. „Das positive Feedback unserer Kundschaft bestätigt uns, dass das persönliche Treffen unverzichtbar ist“, erklärt der Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen, Klaus Wellmann. „Bereits bis jetzt verzeichneten wir an den ersten dreieinhalb Messetagen zeitweise sogar die doppelte Anzahl an Wassersport-Fans auf dem Gelände als bei der Special Edition im vergangenen Jahr.“

Weitere Infos unter www.interboot.de