Zahlungsmethoden: Womit zahlen die Deutschen am meisten?

Zahlungsmethoden: Womit zahlen die Deutschen am meisten?
Mit Girokarten oder Bargeld kann in Deutschland im Prinzip überall bezahlt werden. (Bildquelle: https://unsplash.com/photos/yPPQFQmF1B4)
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Redaktion

„Nur Bares ist Wahres“ lautet ein alter Spruch, der um 1970 und 1980 in Deutschland sehr populär war. Die Menschen gingen damals davon aus, dass nur echtes Bargeld wirklich einen Sinn macht. Wurden Einkäufe getätigt, war das Bargeld immer mit dabei. Heute braucht es das nicht mehr.

Heute gibt es zahlreiche digitale Möglichkeiten. Menschen können zum Shoppen, zum Bezahlen oder zum Bitcoin kaufen Paypal nutzen, die Kreditkarte wählen und vieles mehr. Doch welche Zahlungsarten sind eigentlich begehrt?

Hat das Bargeld ausgedient?

Ist Bares nicht mehr länger Wahres und wird es über kurz oder lang von elektronischen Zahlungsmethoden ersetzt? Nein! Bargeld spielt nach wie vor eine zentrale Rolle, immerhin werden gemäß einer Statistik noch immer 76,1 % aller Einkaufe im lokalen Einzelhandel bar gezahlt. Hierbei hat sich gezeigt, dass kleinere Beträge eher mit Bargeld, größere Summen eher mit Girokarte, Lastschrift oder Kreditkarte beglichen werden.

Obwohl ein Bargeldverbot Schwarzarbeit und Geldwäsche verhindern könnte, gibt es in Deutschland keine Pläne, die auf eine Abschaffung von Bargeld zielen.
Obwohl ein Bargeldverbot Schwarzarbeit und Geldwäsche verhindern könnte, gibt es in Deutschland keine Pläne, die auf eine Abschaffung von Bargeld zielen. (Bild: klimkin auf Pixabay)

Ganz anders sieht es im Internet aus, denn hier ist Bargeld keine Option. Die einzige Möglichkeit, um eine Bestellung im Netz in Bar zahlen zu können, ist der Kauf per Nachnahme. In diesem Fall sendet das Unternehmen die Ware an den Besteller und dieser zahlt den Kaufbetrag in Bar an der Haustür. Eine Funktion, die nur äußerst selten genutzt wird, online greifen die Deutschen lieber auf komfortablere Zahlungsmethoden zurück.

Mobile Payment auf dem Vormarsch

Mobile Payment nimmt online eine bedeutende Rolle ein. Per Smartphone kann im Handumdrehen gezahlt werden, wenn eine entsprechende App genutzt wird. Doch ist das auch im Alltag möglich? Kann man heute ein herzhaftes Wiener Schnitzel im Restaurant bestellen und anschließend mit dem Handy bezahlen?

Wenn das Restaurant und das Smartphone des Gastes kompatibel sind, dann schon. Hier liegt das Augenmerk auf der sogenannten NFC-Technik. Diese macht es möglich, nach Registrierung bei einem entsprechenden Zahlungsdienstleister, über die „Near-Field-Technologie“ direkt zu bezahlen. Die Zahlung erfolgt in Echtzeit, beide Parteien haben den Kauf bzw. Verkauf sofort abgewickelt.

Mobile Payment ist eine elektronische Zahlungsform unter Verwendung von mobilen Endgeräten.
Mobile Payment ist eine elektronische Zahlungsform unter Verwendung von mobilen Endgeräten. (Bild: Markus Winkler auf Pixabay)

Eine andere Version des mobilen Bezahlens ist die Bezahlung per Kreditkarte über das Handy. Wer Online-Banking oder auch e-Wallets nutzt, kann sich eine elektronische Kreditkarte oder einen QR-Code erzeugen lassen. Mit Hilfe dieses Codes kann, wenn der Händler über entsprechende Hardware verfügt, bezahlt werden.

E-Wallets für Onlinezahlungen im Trend

Bei den Onlinetransaktionen sind in vielen Bereichen e-Wallets auf dem Vormarsch. Die virtuellen Geldbörsen können per Konto, per Bitcoin oder vielfach auch per Kreditkarte aufgeladen und dann verwendet werden. Mit Hilfe solcher Wallets ist es nicht nur möglich Geld in Casinos oder für den Kauf von Software einzuzahlen, sondern bei geeigneten Plattformen auch Bestellungen zu bezahlen.

Über das Wallet-Konto bleibt der Nutzer immer auf dem neuesten Stand, hinsichtlich Guthaben, Transaktionen und ausstehender Gebühren. Das Wallet-Konto könnte künftig auch in immer mehr Supermärkten zum Einsatz kommen, wenn sich die Technologie durchsetzt. Der Kunde selbst braucht nichts weiter als die entsprechende App des Anbieters. Flaggschiffe des Angebots sind derzeit Google Pay und Apple Pay.

PayPal und andere Finanzdienstleister

PayPal ist einer der weltweit beliebtesten Zahlungsdienstleister und gehört nach wie vor zu den Marktführern. Das virtuelle Konto wird mit dem echten Bankkonto oder der Kreditkarte verknüpft und ermöglicht so flexibles Zahlen von allen Orten der Welt. Auch internationale Transaktionen sind möglich.

Die Applikation von PayPal ist auf einem Mobilfunkgerät zu sehen, das ein Mann in der Hand hält.
Die Applikation von PayPal ist auf einem Mobilfunkgerät zu sehen, das ein Mann in der Hand hält. (Bild: picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Der Vorteil für den Nutzer liegt vor allem im Käuferschutz. Denn, wer eine Transaktion (außer private Geldgeschäfte) über PayPal abwickelt, profitiert vom internen PayPal Käuferschutz. Dieser sorgt dafür, dass Käufer nicht von Verkäufern geprellt werden und auch bei neuen Onlineshops sicher und ohne Risiko bestellen können.

Einen kleinen Absacker erlebte die Beliebtheit von PayPal durch den Rückzug aus deutschen Onlinecasinos. Hier hatte der Zahlungsanbieter mit Inkrafttreten des deutschen Glücksspielstaatsvertrags sein Angebot, dass Kunden per PayPal einzahlen können, deaktiviert. Das gilt nicht für Sportwetten, die immer noch per PayPal bezahlt werden können.

Hat Bargeld gegen E-Commerce noch eine Chance?

E-Commerce wird immer beliebter und dass nicht nur bei der ganz jungen Zielgruppe. Auch Menschen, die in den 1970-er Jahren und später geboren wurden, nutzten vermehrt die Möglichkeit, im Internet zu shoppen. Doch welchen Stellenwert hat Bargeld noch, wenn der Kauf im lokalen Handel immer mehr in den Hintergrund rückt?

Tatsächlich nimmt die Wichtigkeit von Bargeld beim Onlineshopping ab. Neben der bereits genannten Option, per Nachnahme zu zahlen, wird einigen Shops nun eine weitere Zahlungsoption angeboten, die das Bargeld noch ein wenig am Leben erhält. So können Kunden online shoppen und bei Partnergeschäften den Kaufpreis für das erworbene Produkt direkt vor Ort bezahlen.

Barzahlen nennt sich dieses Angebot und wird in einigen Bereichen genutzt. Von Vorteil sind Angebote wie dieses für jene Personen, die aufgrund einer negativen Bonität nicht in der Lage sind, per Rechnung, per Kreditkarte oder Lastschrift zu bezahlen und die kein e-Wallet besitzen oder anlegen möchten.

Die Gesellschaft wird digital

Langfristig zeigt der Blick in die Zukunft, dass Technologien wie NFC sich durchsetzen werden und das Bargeld in den Hintergrund rückt. Mit wachsendem Alter der jungen Generation werden sich moderne Zahlungsmethoden etablieren, neue Generationen wachsen automatisch mit dem Smartphone als Zahlungsmittel auf. Für sie ist es kein neues Erlebnis mehr, sondern ein Klassiker, dass die Eltern das Taschengeld nicht in Münzen, sondern per PayPal überweisen.

Doch ein gänzlicher Verzicht aufs Bargeld ist nicht abzusehen. Möglich ist aber durchaus, dass Kleinstmünzen, wie die 1 und 2 Cent Münze, eines Tages abgeschafft und aus dem Geldkreislauf entzogen werden.

Wer Bargeld verwendet, muss sich darauf verlassen können, dass Banknoten und Münzen gültiges Geld sind.
Wer Bargeld verwendet, muss sich darauf verlassen können, dass Banknoten und Münzen gültiges Geld sind. (Bild: Gerhard G. auf Pixabay)

Tatsächlich ist das Bezahlen mit Bargeld auch recht unbequem geworden. Bei Banken können am Automat oft nur 1.000 Euro pro Tag abgehoben werden, viele Geschäfte können große Scheine nicht wechseln. Die Gefahr von Falschgeld droht und gespartes Münzgeld kann heute so gut wie nirgendwo mehr abgegeben werden.

Die Zeiten, in denen Omas Sparstrumpf unter dem Kopfkissen das wertvollste Gut war, haben sich also eindeutig gewandelt. Während einige Zahlungsmethoden aufgrund von Sicherheitsbedenken noch heute keinen guten Anklang finden, sind Kartenzahlung und Co. mittlerweile keine Ausnahme mehr. Wer an deutschen Supermarktkassen beobachtet wird feststellen, dass selbst das Brötchen in der Mittagspause stellenweise schon mit der Karte gezahlt wird.

Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht mal mehr über wenige Euro in der Tasche verfügen und daher schon winzige Beträge mit Karte bezahlen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend weiterentwickelt.