Energiegeladener Sommer-Einstieg Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juni 2025

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juni 2025
Extremer Juni: Temperaturen über 30 Grad und strahlender Sonnenschein bestimmten vielerorts das Wettergeschehen. (Bild: picture alliance / SZ Photo | Wolfgang Filser)
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Der Juni war der zweitwärmste und zweitsonnenscheinreichste seit Beginn der Aufzeichnungen der Wetterwarte Süd im Jahre 1968. Nur im „Jahrhundertsommer 2003“ lagen die Temperaturen und die Sonnenscheindauer noch höher.

Schon sein Start war verheißungsvoll. Anschließend dümpelte er aber einige Zeit so vor sich hin. In der Woche vor Pfingsten kam mit Tief „Tim“ gar ein Hauch von Schafskälte, besonders in den empfindlich frischen Nächten mit Bodenfrost und Reif in den Kältesenken der Alb. Und mit dessen Nachfolger „Veit“ stellte sich im Frühsommer vorübergehend Aprilwetter ein. Doch ab Pfingstmontag gab es für den Sommer kein Halten mehr. Von nun an stiegen die Temperaturen regelmäßig über die Sommermarke von 25 Grad und an sieben Tagen (30-jähriger Mittelwert: 2,7 Tage) zudem über die Hitzemarke von 30 Grad.

Bei häufig strahlendem Sonnenschein und Temperaturen wie im Mittelmeerraum herrschte Urlaubs- und Freizeitwetter vom Feinsten, wobei die Hitze zeitweise zu viel des Guten war. Vor allem für diejenigen, welche berufsbedingt zwangsläufig der sengenden Sonne ausgesetzt sind sowie für ältere, kranke und vorbelastete Menschen, denn das Quecksilber kletterte mitunter an die 35 Grad, örtlich noch etwas darüber. Die hohe UV-Strahlung und eine zeitweilig schier unerträgliche Schwülebelastung waren die Schattenseiten dieses Mittelmeersommers und die seit Wochen anhaltende Trockenheit ohnehin.

Tiefste Temperatur am 10.: + 7,3°C (+ 6,7°C)
Höchste Temperatur am 14.: + 34,3°C (+ 32,7°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 20,3°C (+ 17,9°C)
Monatssumme des Niederschlags: 81,9 mm (136,0 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 338,2 Stunden (206,3 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Das fehlende Nass von oben – es fielen im Allgemeinen zwischen 60 und 80 Prozent des Regensolls – war ein Grund, doch auch die intensive Sonnenscheinstrahlung, 30 bis 50 Prozent über dem Soll, die trockene Luft und der beinahe permanent wehende Wind haben zu der Dürre beigetragen. Ende des Monats lag der Bodenseepegel nur noch wenige Zentimeter über dem historischen Tiefststand für diese Jahreszeit. Bäche und Flüsse führten teils extremes Niedrigwasser und die Seen waren für einen Juni rekordverdächtig warm, weshalb einige Landkreise auch ein Wasserentnahmeverbot für öffentliche Gewässer aussprechen mussten.

Auf die Hitze folgten in der energiegeladenen Luftmasse Regenschauer, Donner und Blitze. Allerdings mit sehr unterschiedlicher Ausprägung. Während mancherorts heftige Platzregen, örtlich sogar mit Hagel niedergingen, kam andernorts, oft in unmittelbarer Nähe, kaum oder überhaupt kein Nass vom Himmel. Am 15. (Sonntag) fielen in Allmendingen mit 93,2 Liter/m² innerhalb kürzester Zeit so viel Wasser wie normalerweise im gesamten Monat. In Ertingen waren es 74,9 Liter/m² und in Riedlingen 70,8 Liter/m². Am 04. (Mittwoch) richtete ein Tornado in Donaustetten bei Ulm erheblichen Sachschaden an.

Im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020 war dieser Juni dreieinhalb Grad zu warm, selbst in Zeiten des Klimawandels eine ganz beachtliche Abweichung. Man hat sich, jüngere Menschen ohnehin, zwar an solche Sommer mit subtropischen Phasen „gewöhnt“, doch für mitteleuropäische Verhältnisse sind sie völlig untypisch. Früher einmal waren sie den deutschen Mittelmeerdestinationen vorbehalten. Mittlerweile prägen sie zunehmend auch die Klimabedingungen hierzulande. So schön dieser Sommer für viele bislang sein möge, Hitze und Trockenheit werden vermehrt zum Problem. Nicht immer, aber immer öfters.

WWS-roro