Unsicher, welcher Partei Sie bei der Landtagswahl Ihre Stimme geben sollen? Digitale Entscheidungshilfen wie der Wahl-O-Mat bieten Orientierung – und können selbst kurz vor dem Wahltermin noch Einfluss auf die Wahlentscheidung haben.
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März rückt näher. Damit wird es für Wählerinnen und Wähler Zeit, sich im Parteienangebot zurechtzufinden, ohne im politischen Dschungel den Überblick zu verlieren. Wofür stehen Grüne und CDU, SPD, FDP und AfD sowie die kleineren Parteien? Und wie lässt sich herausfinden, wem man seine Stimme geben möchte?
Der Wahl-O-Mat will dabei eine neutrale und unkomplizierte Orientierungshilfe bieten. Auf Grundlage der eigenen politischen Ansichten zeigt das Tool, welche Partei inhaltlich am besten passen könnte. So lässt sich die Entscheidung für das Kreuz auf dem Stimmzettel fundierter und schneller treffen.
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Wann wird der Wahl-O-Mat freigeschaltet?
Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 wird am Vormittag veröffentlicht und ist bis zum Wahltag am 8. März 2026 um 18 Uhr nutzbar. Mit der Schließung der Wahllokale endet auch der Zugriff auf das Tool. Eine Registrierung oder die Angabe persönlicher Daten ist nicht erforderlich.
Was ist der Wahl-O-Mat und wofür dient er?
Der Wahl-O-Mat ist ein Online-Angebot der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB). Nutzerinnen und Nutzer können damit ihre politischen Positionen mit denen der antretenden Parteien vergleichen. Die LpB betont, dass es sich nicht um eine Wahlempfehlung handelt, sondern um ein reines Informationsangebot und einen Einstieg in die inhaltliche Auseinandersetzung.
Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?
Zur Auswahl stehen 38 Thesen aus Bereichen wie Wirtschaft, Umwelt oder Soziales. Diese können mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „überspringen“ beantwortet werden. Anschließend wird ausgewählt, welche der 21 antretenden Parteien verglichen werden sollen. Das Tool berechnet daraus Prozentwerte der Übereinstimmung und zeigt die Begründungen der Parteien an.
Können Themen stärker gewichtet werden?
Ja. Besonders wichtige Thesen lassen sich doppelt gewichten und fließen dadurch stärker in das Ergebnis ein. Zudem können Antworten später geändert und die Parteiauswahl beliebig angepasst werden.
Wer entwickelt die Thesen?
Die Thesen werden von einer Jugendredaktion in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erarbeitet. Grundlage sind Partei- und Wahlprogramme sowie programmatische Aussagen. Die inhaltlichen Positionen stammen ausschließlich von den Parteien selbst. Den Wahl-O-Mat gibt es seit 2002, er wird aus Steuermitteln finanziert.
Wie häufig wurde der Wahl-O-Mat bisher genutzt?
Vor der Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg nutzten ihn rund 1,8 Millionen Menschen. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde das Tool mehr als 21,5 Millionen Mal aufgerufen – ein Rekord. Bei der Europawahl 2024 lag die Zahl bei über 14,8 Millionen. Seit 2002 kam der Wahl-O-Mat insgesamt rund 160 Millionen Mal zum Einsatz.
Beeinflusst der Wahl-O-Mat die Wahlentscheidung?
Bei vielen Nutzern ja. Umfragen zeigen, dass etwa 30 Prozent ihre Präferenz etwas oder deutlich anpassen, besonders junge Menschen. Studien belegen zudem, dass Wahlhilfen die „Umentscheidungsrate“ erhöhen und politisches Wissen fördern. Kritiker warnen jedoch vor zu starker Vereinfachung – daher sollten die Begründungen stets geprüft werden.
Ziel sei es laut Landeszentrale auch, junge Menschen für Wahlen zu mobilisieren. „Wir leben in einem demografischen Ungleichgewicht und da ist es besonders wichtig, dass junge Leute auch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und ihre Interessen vertreten“, sagte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger.
Welche Alternativen gibt es?
Neben dem Wahl-O-Mat gibt es Angebote wie Real-O-Mat oder Wahl-Kompass mit erweiterten Funktionen, bislang jedoch nur für Bundestagswahlen. KI-basierte Dienste wie wahl.chat ermöglichen auch zur Landtagswahl personalisierte Erklärungen. Ergänzend helfen Wahlprogramme, Kandidatendatenbanken wie abgeordnetenwatch.de oder ausgewogene Medienberichte.
Die Landeszentrale für politische Bildung stellt zudem Parteiprofile, Zusammenfassungen und Originalquellen bereit. Auch KI kann genutzt werden, um umfangreiche Programme gezielt nach Themen zu durchsuchen.
Verschiedene Verbände analysieren Programme aus eigener Perspektive: Der IHK-Tag befasst sich mit Medienpolitik, der Verband Unternehmer Baden-Württemberg mit Wirtschaftsthemen, der DGB mit Gleichstellung, Nabu und BUND mit Umweltfragen.
Tipp: Erstellen Sie vorab eine Liste Ihrer eigenen Positionen zu Themen wie Arbeit, Bildung, Klima, Wohnen oder Migration und vergleichen Sie diese gezielt mit den Angeboten der Parteien.