Stäbchen rein - Spender sein Stammzellenspende für eine zweite Lebenschance

Stammzellenspende für eine zweite Lebenschance
Leonie S. bei ihrer Stammzellenspende, die dem Empfänger eine zweite Chance für das Leben gibt. (Bild: Privat)

Leonie S. hat sich vor Jahren bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Vor einiger Zeit wurden ihr in Mannheim Stammzellen entnommen. Leonie hofft nun, dass sie mit ihrer Spende einem Menschen ein zweites Leben schenken kann.

Einfache Registrierung

Vor rund fünf Jahren meldete sich Leonie bei der DKMS, um sich registrieren zu lassen. „Meine Intension war, dass es schön wäre, wenn ich mit einer Spende dazu beitragen könnte, ein Menschenleben zu retten,“ erzählt die junge Spenderin. Sie meldete sich bei der DKMS und bekam nach wenigen Tagen ein Registrierungsset nach Hause geschickt. Mit den beigefügten Wattestäbchen nahm sie einen Abstrich einer Wangenschleimhaut vor und schickte die Stäbchen samt unterschriebener Einwilligungserklärung an ein Labor zurück.

Dort wurden die relevanten Gewebemerkmale im Labor ausgewertet. Dieses Probenergebnis steht dann für den weltweiten Spendersuchlauf zur Verfügung. „Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich einen genetischen ‚Zwilling‘ gibt, der als Empfänger für meine mögliche Spende geeignet ist, liegt bei einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 bis 1 Prozent,“ berichtete Leonie im Gespräch.

Ein Anruf

Vor einigen Monaten erhielt Leonie einen Anruf der DKMS, bei dem sie informiert wurde, dass es einen potenziellen Empfänger gibt, der auf ihre Spende angewiesen sei. Leonie ließ bei ihrem Arzt ihr Blut untersuchen, die notwendigen Werte wurden an die DKMS übermittelt. Das Ergebnis war, dass es eine 100prozentige Übereinstimmung mit dem Empfänger gab. „Die Kontaktgespräche der DKMS mit mir, empfand ich als besonders herzlich, liebevoll und fürsorglich,“ erzählte Leonie.

Sie erhielt einen Termin für die Voruntersuchung in Mannheim. Am Tag vorher reiste sie in Begleitung ihrer Schwester an. Die Reise- und Übernachtungskosten übernahm die DKMS. „Ich wurde komplett durchgecheckt. Es wurden Ultraschalluntersuchungen, wie z. B. von der Milz durchgeführt und spezifische Blutwerte untersucht. Nach den Untersuchungen folgte ein ausführliches Aufklärungsgespräch,“ erläuterte Leonie diese Vorbereitung für die Spende. Das Gespräch habe ihr nochmals bewusst gemacht, welche Bedeutung die Spende für den Empfänger habe und welche Verantwortung damit verbunden sei.

Vorbereitung zur Spende

Da bei Leonie eine periphere Stammzellenspende (über das Blut) vorgesehen war, spritze sich Leonie über fünf Tage hinweg ein Medikament mit dem Wachstumsfaktor G-CSF, der für eine vermehrte Produktion von Stammzellen und deren Ausschwemmung in die Blutbahn sorgt.

Einen Tag vor der Spende reiste Leonie mit einer Begleitperson wieder nach Mannheim. Am Spendentag erfolgte kleinere Untersuchungen, bevor sie mit beiden Armen an ein Gerät angeschlossen wurde. Über die Armvenen wurden aus dem Blut im Rahmen einer Apherese (ugs.: Blutwäsche, Blutreinigung) mit einem Zellseparator die Stammzellen herausgefiltert. Leonie dazu: „Bei mir dauerte die Entnahme etwa vier Stunden, sie ist abhängig von Zellzahl und der Wirkung der Medikamente, die im Vorfeld gespritzt wurden. Während der Entnahme der rund 200 ml Stammzellen wurde ich fürsorglich mit Kalium- und Magnesiumgetränken versorgt. Die Spende verlief problemlos, aber etwas erschöpft war ich dann schon.“

Liebevolles Dankeschön der DKMS

Die DKMS verwöhnten die Begleitperson und Leonie mit einem leckeren Essen, zudem gab es ein kleines Geschenk. „Besonders habe mich über einen Blumenstrauß gefreut, der von der DKMS mit einem netten Begleitbrief zu mir nach Hause geliefert wurde,“ erzählte Leonie, die der DKMS wegen deren Freundlichkeit und Fürsorge ein sehr gutes Zeugnis ausstellte.

Dankbar ist die Spenderin auch ihrem Arbeitgeber, der sie mit der Freistellung für die Spende unterstütze.

Der Empfänger

Leonie weiß nicht, wer genau der Empfänger ihrer Spende war. Sie wurde lediglich darüber informiert, dass es sich um einen Mann handelt, der über 30 Jahre alt ist. In den ersten beiden Jahren nach der Spende ist nur ein Briefaustausch möglich, dann kann aber – sofern beide einverstanden sind – der Spender mit dem Empfänger persönlich in Kontakt treten. Leonie ist dazu entschlossen: „Ich werde ihm schreiben und wenn er will, möchte ich ihn nach Ablauf der zwei Jahre auch gerne persönlich kennenlernen.“

Appell an mögliche Spender

 Leonie appelliert an gesunde Erwachsene (18 – 60 Jahre) sich als potenzielle Spender registrieren zu lassen: „Die Registrierung kann ich nur jedem ans Herz legen. Für mich war es ein Geschenk, einer erkrankten Person eine zweite Chance für das Leben zu geben. Ich hoffe sehr, dass meine Stammzellen dem Empfänger in ein gesundes Leben helfen. Es kann ja niemand ausschließen, selbst einmal auf eine Stammzellenspende angewiesen zu sein.“ Für Leonie ist das Thema DKMS nicht ausgestanden. Sie wird sich weiter für die Organisation einsetzen und Mitglied im Spenderclub werden.

Mehr zur DKMS: www.dkms.de