Skipisten werden nach und nach verschwinden

Die abnehmende Schneedecke wird den Skitourismus vor allem in höhere Lagen und damit in weniger besiedelte Gebiete treiben.
Die abnehmende Schneedecke wird den Skitourismus vor allem in höhere Lagen und damit in weniger besiedelte Gebiete treiben. (Bild: iStock / Getty Images Plus)

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Skifahrer müssen sich auf schlechtere Zeiten gefasst machen. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten 13 Prozent der Skigebiete ihre natürliche Schneedecke verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt Forscherin Veronika Mitterwallner von der Uni Bayreuth. Die Folgen treffen Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen.

„Der Klimawandel verändert die Muster natürlichen Schneefalls erheblich, das hat starke, aber unterschiedliche Folgen für Skigebiete weltweit“, sagt Dr. Veronika Mitterwallner, Mitarbeiterin an der Professur für Sportökologie der Universität Bayreuth.

„In allen großen Skiregionen wird unter jedem bewerteten Emissionsszenario mit einer substantiellen Abnahme der Tage mit natürlicher Schneedecke gerechnet“, sagt Mitterwallner. 13 % der Skigebiete werden ihre natürliche Schneedecke bis zum Ende des Jahrhunderts vollständig verloren haben, wenn von einem hohen Emissionsszenario ausgegangen wird. Zwanzig Prozent werden bis Ende des Jahrhunderts nicht einmal halb so viele Tage mit geschlossener Schneedecke haben.

Wirtschaftliche Rentabilität vieler Skigebiete wird weltweit sinken

Die Folgen sind abzusehen: Die Forschenden gehen davon aus, dass die abnehmende Schneedecke den Skitourismus in die Expansion vor allem in höhere Lagen und damit in weniger besiedelte Gebiete treiben wird. Das würde aber eine Bedrohung für alpine Pflanzen und Tiere darstellen, die bereits unter klimabedingtem Stress stehen.

Skiliftbetreiber könnten auf künstliche Beschneiung zurückgreifen, aber dennoch – so sagen die Autoren voraus – wird die wirtschaftliche Rentabilität vieler Skigebiete weltweit sinken. Zukünftige befahrbare Gebiete werden sich in weniger dicht besiedelten Gebieten konzentrieren, in Richtung kontinentaler Regionen und innerer Gebiete der Gebirgsketten.

Potentiell negative Entwicklung

Da die befahrbaren Gebiete in Zukunft weiter von stark besiedelten Gebieten entfernt liegen werden, ist eine Ausweitung der Infrastruktur und zunehmende Eingriffe (z. B. künstliche Schneeproduktion, Pistenpräparierung), um die Schneelaufzeit zu verlängern, wahrscheinlich. „Unsere Ergebnisse weisen auf potentiell negative Entwicklungen sowohl für den Freizeit- und Wirtschaftswert des Skifahrens als auch für die Bergbiodiversität, da gefährdete Hochgebirgsarten durch den Raumverlust bei der Ausdehnung von Skigebieten bedroht sein könnten hin“, erklärt Mitterwallner.

(Quelle: Uni Bayreuth)