Onlineshopping oder vor Ort einkaufen?

Onlineshopping oder vor Ort einkaufen?
Der stationäre Handel hat es in Zeiten des boomenden Online-Handels nicht leicht. (Bild: jarmoluk © Urheber (CC0 Public Domain)

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Online einkaufen ist in Mode – eine Momentaufnahme

Das Onlineshopping ist so beliebt wie nie. Eine Rolle spielt dabei natürlich die besondere Situation in den Jahren 2020 und 2021. Aber auch vorher war der Onlinehandel auf dem Vormarsch. Die Verbraucherzentrale zeigen beispielsweise auf, dass der Umsatz im Onlinehandel vom Jahr 2014 bis ins Jahr 2018 um mehr als 50 Prozent angestiegen ist – in gerade einmal fünf Jahren.

Da stellt sich natürlich die Frage, woran diese neu entdeckte Liebe zum Onlinehandel wirklich liegt. Ist der Deutsche tatsächlich so bequem, dass er nicht einmal mehr zum Shoppen vom Sofa aufstehen und in die Innenstadt oder ins nächste Einkaufszentrum fahren will?

Das Problem dabei ist einfach zu benennen: Während im Laden vor Ort niemals alles vorrätig ist, findet sich im Onlinehandel tatsächlich nahezu alles, was in irgendeiner Form lieferbar ist. Wer schon mal für ein besonderes Rezept mehrere Läden abgeklappert hat, um eine ganz bestimmte Zutat zu finden, der weiß den Reiz des Bestellens per Mausklick zu schätzen. Generell macht der Onlinehandel das Leben leichter und er ist tatsächlich einfach ein gutes Stück weit bequemer. Hinzu kommt, dass sich vom Gefühl vieler Verbraucher her im Onlinehandel viel öfter Schnäppchen und Rabat Aktionen ergeben.

Das Problem dabei: Die Verbraucherzentralen weisen auch darauf hin, dass die CO2-Bilanz beim Onlineshopping in der Regel schlechter ist als beim Einkauf im stationären Einzelhandel. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Tipps, wie man diesen negativen Effekt vermeiden kann.

Wieso hat das Onlineshopping eigentlich einen so schlechten Ruf in Sachen CO2-Abdruck?

Wer bei einem der größten Onlinehändler weltweit vier Produkte bestellt und nicht ausdrücklich anklickt, dass diese zusammen geschickt werden sollen, kann schon mal erleben, dass mehrmals am Tag Paketboten klingeln und jeweils eines der bestellten Produkte in einem eigenen Paket abgeben. Das drei oder gar vier verschiedene Fahrer mit vier verschiedenen Paketen an einem Tag für Ware, die mit einer Tour und in einem Paket hätte ausgeliefert werden können, nicht gerade umweltfreundlich sind, liegt auf der Hand. Zudem werden unnötig viele Verpackungen mehr auf den Weg gesendet. Fakt ist auch: bei vielen Bestellungen wird der Kartoninhalt selten sinnvoll ausgenutzt und es ist mehr Luft, als Ware enthalten.

Was können Händler, aber auch Endverbrauchen also tun, um die Bilanzen zu verbessern? Als Beispiel kann man bei einer Sammelbestellung die Dimensionen eines Kartons deutlich besser ausschöpfen, weshalb auch weniger Verpackungsmaterial gebraucht wird. Auch die Anzahl der Fahrten verschiedener Spediteure und den Zustellungen verringern sich.

Desweitern könnten Händler auf Kartonagen zurückgreifen, bei denen schon alleine in der Herstellung die CO2 Emissionswerte eingespart werden. Heutzutage gibt es auch Anbieter, die recyclebare Verpackungsmaterialien anbieten, was natürlich ebenfalls der CO2-Bilanz zugute kommt.

Ist im stationären Handel also wirklich alles besser?

Das könnte man tatsächlich meinen. Zumal Nachhaltigkeit heute je mehr denn je ein Thema im regionalen Bereich zu sein scheint. Banken, Sparkassen und viele Einzelhändler sind längst auf den Zug der Nachhaltigkeitskampagnen aufgesprungen. Dabei ist der Zusammenhang zwischen dem CO2-Fußabdruck und der Frage, ob ein Produkt online oder im stationären Einzelhandel gekauft wurde, gar nicht so klar erwiesen, wie viele Freunde der Ladenlokale vor Ort gern behaupten. Das Umweltbundesamt hat dazu unlängst festgestellt, dass lediglich rund 10 Prozent der CO2-Emissionen, die bei der Herstellung und beim Verkauf eines Produktes entstehen, tatsächlich auf den Transport entfallen.

Das bedeutet, dass die Auswahl der richtigen Produkte im Endeffekt einen viel größeren Einfluss auf den eigenen CO2-Fußabdruck hat als die Frage, wo ein Produkt letztlich gekauft wurde. Wer beispielsweise auf der Suche nach einem bestimmten Produkt mehrere Läden anfahren muss und dabei womöglich noch in eine Nachbarstadt fährt, verursacht allein damit schon einen erheblichen CO2-Ausstoß.

Was hat wirklich Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck beim Shoppen?

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe verschiedener Faktoren, die einen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck beim Shoppen haben. Da wären beispielsweise:

  • die gewählte Verpackung
  • die Lebenserwartung und Qualität eines Produktes
  • der CO2-Ausstoß im Herstellungsprozess – vor allem bei Kleidung spielt dieser beispielsweise eine große Rolle

Eine online bestellte, nachhaltig produzierte und verkaufte Hose aus dem Online-Shop einer nachhaltigen Bekleidungsmarke hat beispielsweise einen deutlich kleineren CO2-Fußabdruck als eine klassische Jeans im Laden in der Innenstadt gekauft.

Weitere Gefahren im Onlineshopping

Onlineshopping ist inzwischen weltweit ein Milliardengeschäft geworden. Das lockt natürlich auch zwielichtige Gesellen an. Das Onlineshopping bringt dabei zwei große Gefahren mit sich. Zum einen lässt sich die Qualität einer Ware online nicht prüfen. Während Sie im Laden das Produkt Ihrer Wahl anfassen und genau betrachten können, stehen Ihnen im Onlineshop nur Bilder zur Verfügung.

Die noch größere Gefahr dabei ist die, die von gefälschten Onlineshops ausgeht. Solche Fake-Shops können ihre Kunden um eine Menge Geld betrügen und dabei auch noch wichtige persönliche Daten abgreifen.

So kann jeder Einzelnen seinen CO2-Fußabdruck auch beim Shoppen reduzieren

Wer tatsächlich seinen CO2-Fußabdruck beim Shoppen verkleinern möchte, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. Das geht übrigens sowohl im Onlineshopping als auch beim Einkauf im Laden vor Ort.

1. Einkäufe zusammen erledigen

Wer im Onlineshop bestellt, sollte vorher gut überlegen, was er haben möchte und was er braucht. Im Idealfall erledigt er die Bestellung für Freunde und Verwandte gleich mit. So können Verpackung und unnötige Liefertouren eingespart werden. Doch auch wer täglich in den Laden oder in die Innenstadt zum Einkaufen fährt, verbraucht unnötig viel Sprit und erhöht damit den CO2-Ausstoß. Auch hier gilt: Ein großer Wocheneinkauf oder eine große Shoppingtour statt vieler kleiner spontaner Einkäufe.

2. Die Auswahl der richtigen Produkte

Wichtig ist es auch, hier auf nachhaltige Produktion und langlebige Produkte geachtet werden. Diese beiden Punkte machen einen Großteil des CO2-Fußabdrucks von Verbrauchern aus.

Übrigens: Wer nachhaltige Produkte im Laden an der Ecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkauft, hat unter dem Strich den kleinsten CO2-Fußabdruck. Es gibt viele Möglichkeiten, auch ohne Auto einkaufen zu gehen.