Der Urlaub soll die schönste Zeit des Jahres sein. Doch was ist, wenn man selbst oder einer der Mitreisendenden erkrankt? Oft können mit einer mitgeführten „Reiseapotheke“ kleinere Erkrankungen behandelt werden. Doch was gehört in eine Reiseapotheke hinein und ganz spannend, was kosten die Präparate/Wirkstoffe daheim und im Ausland? Als Referenz für den Preisvergleich dienten in einer Untersuchung die deutschen Preise als Referenz.
Eine Analyse von mycare.de Analyse zeigt, wie groß die Unterschiede für Urlauber tatsächlich sind. Hier reichen die Preisunterschiede vom fast 30-fach teureren Antiseptikum in Dänemark bis hin zum Preisparadies Kroatien. Dort sind 18 von 19 Wirkstoffen günstiger als in Deutschland. Die deutschen Preise als Referenz für den Vergleich herangezogen.
Horrende Unterschiede
In der Feriensaison sollten die Urlauber einen Blick auf ihre Reiseapotheke werfen, denn hier geht es nicht nur um bares Geld, sondern im Ernstfall auch um schnelle Hilfe. Dänemark schießt mit 95,89 Euro für ein Wunddesinfektionsmittel aktuell den Vogel ab. Dasselbe Präparat kostet in Deutschland gerade mal 3,21 Euro! Die aktuelle Analyse von mycare.de belegt eindeutig, wer seine Reiseapotheke im Urlaubsland kauft, riskiert deftige Preisaufschläge.
In der Erhebung wurden in 22 Ländern die Preise von 19 vom Auswärtigen Amt empfohlenen Wirkstoffe verglichen. Diese reichten vom Schmerzmittel bis zum Allergiepräparat. Das überraschende Ergebnis: In diesem Jahr fallen die Preisunterschiede noch extremer aus als im Vorjahr.
Bei den untersuchten Ländern ist Dänemark beim Preisniveau klarer Spitzenreiter. Hier kostet ein Präparat im Durchschnitt 17,93 €. Kroatien darf man dagegen als Preisparadies bezeichnen, 18 von 19 Wirkstoffen werden günstiger als in Deutschland angeboten. Ein absolutes Schockerlebnis stellt Povidon-Jod dar. In Deutschland kostet das Antiseptikum nur 3,21 Euro, in Dänemark fast 30-mal so viel, satte 95,89 Euro!
Der Ländervergleich
Dänemark führt die Rangliste der teuersten Länder an, dort werden beim Medikamentenkauf durchschnittlich 17,93 Euro pro Wirkstoffpräparat verlangt. Auch Belgien, Finnland, die Schweiz und Deutschland selbst bewegen sich mit Preisen zwischen 11 Euro und 15 Euro im oberen Bereich des Preisgefüges. Deutlich günstiger einkaufen lässt es sich in Bulgarien, Polen und Frankreich, dort liegen die Durchschnittspreise bei unter 6 Euro.
Extreme Preisunterschiede
Bei bestimmten Wirkstoffen sind die Unterschiede besonders auffällig. Der Wirkstoff Tetryzolin, der vor allem in Augentropfen oder Nasensprays gegen Rötungen und Schwellungen eingesetzt wird, kostet in Deutschland bei mycare.de 3,99 Euro für eine 5‑mg-Packung. Das teuerste Angebot hingegen lag in der Schweiz bei 16,34 Euro für 7,5 mg, das ist mehr als viermal so teuer. Gewaltige Preisunterschiede gibt es auch bei Dimenhydrinat gegen Übelkeit (2–16 Euro) sowie bei Cetirizin gegen Allergien (1,89–10,57 Euro). Für Paracetamol wird im Ausland bis zu 5,05 Euro pro Wirkstoffpackung verlangt, in Deutschland liegt der Verkaufspreis unter zwei Euro.
Einzelne Wirkstoffe sind im Ausland günstiger zu bekommen. Von 19 Präparaten werden in Griechenland (17), Großbritannien, Irland und Bulgarien (jeweils 15) günstiger angeboten. In Frankreich, Polen und Slowenien werden jeweils 12 bis 14 angebotene Präparate günstiger angeboten. Teuer wird es für Urlauber in Finnland, Italien und der Schweiz, dort liegen die Preise in mehr als der Hälfte der Fälle über dem deutschen Niveau.

Der Vergleichsmaßstab
Untersucht wurden 38 Einzelpreise aus zwei etablierten Online-Apotheken. Insgesamt wurden 19 Wirkstoffe analysiert, die laut Auswärtigem Amt zu einer gut ausgestatteten Reiseapotheke gehören. Dazu zählen u.a. Mittel gegen Allergien, Schmerzen, Übelkeit, Durchfall und zur Wundversorgung.
Reiseapotheke daheim auffüllen
Martin Schulze, Apotheker und Leiter der pharmazeutischen Kundenberatung von mycare.de zieht ein Fazit zu dieser Untersuchung: „Unsere Analyse zeigt deutlich, wie stark die Preise für Medikamente in Europa schwanken, nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch von Wirkstoff zu Wirkstoff. Wer regelmäßig auf Präparate etwa gegen Allergien, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Wundversorgung angewiesen ist, sollte sie lieber vor der Abreise in Deutschland besorgen. Neben der bekannten Qualität und einer individuellen Beratung entfällt auch so die stressige Suche nach einer geeigneten Apotheke im Ausland, inklusive möglicher Verständigungsprobleme oder Ersatzpräparate unbekannter Marken. Eine gut sortierte Reiseapotheke spart im Ernstfall Zeit, Aufwand und Unsicherheit.”