BH, Slips & Co: Wie hat sich die Unterwäsche der Frau im Laufe der Zeit verändert?

BH, Slips & Co: Wie hat sich die Unterwäsche der Frau im Laufe der Zeit verändert?
BH, Slips & Co: Wie hat sich die Unterwäsche der Frau im Laufe der Zeit verändert? (Bild: FALKE)
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Morgens greifen Sie automatisch zur Unterwäsche, bevor Sie sich ankleiden. Aber war das eigentlich schon immer so? Was trugen Frauen vor Hunderten von Jahren darunter und wann sind die heutigen Unterwäschestandards entstanden? Wir unternehmen mit Ihnen gemeinsam eine Zeitreise durch die Entwicklung der Unterwäsche. Was wir heute als Slip, BH und Co. kennen, war nämlich noch nicht immer Standard.

In der Steinzeit trugen Frauen einen Hauch von nichts

Welche Unterwäsche Damen heute tragen, hängt rein vom persönlichen Geschmack ab. Es gibt eine riesige Auswahl, verschiedene Farben, Formen und Designs. Frauen in der Steinzeit hatten diese Wahl nicht, sie trugen keine Unterwäsche. Während Männer den Lendenschurz entwickelt hatten, trugen Frauen Kleider aus Fell oder Tierhaut und blieben darunter unbedeckt.

Erstmals scheint eine Art Unterhose im Alten Ägypten vorgekommen zu sein. Sie bestand aus einem Tuch, das die ägyptischen Frauen um ihr Gesäß wickelten und dann zwischen den Beinen verknüpften. Die Brust wurde mit einer Brustbinde geformt, nicht zu vergleichen mit den heutigen Unterwäschemöglichkeiten.

Um 1800 gab es Unterwäsche mit sehr kuriosem Namen

Wenn Menschen sich heute mit einem modernen Bustier BH und einem Slip bekleiden, ist das dem modischen Fortschritt der Jahrhunderte zu verdanken. Um 1800 herum war an solche Unterwäsche nicht zu denken. Frauen trugen hier Unterhosen, die bis zum Knöchel reichten und im Schritt unbedeckt waren. Ihr kurioser Name lautete „Stehbrunzhose“ oder auch „Brunzhose“.

Der Name stammt vermutlich daher, dass die Hose im Schritt offen war und Frauen im Stehen zur Toilette konnten. Sitztoiletten, wie wir sie heute kennen, gab es damals nur selten. Gerade arme Frauen oder Bäuerinnen urinierten im Stehen auf dem Feld. Daran merkt man, wie stark sich die kleinen Dinge des Alltags deutlich verbessert haben.

Vom Schnürkorsett bis zum BH war es ein weiter Weg

Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert trugen Frauen Mieder, um eine schmale Taille mit betonter Brust zu formen. Es sollte bis zum 16. Jahrhundert dauern, bis das Schnürkorsett weiterentwickelt wurde. Man trug es fortan nicht mehr unter der Bekleidung, sondern darüber. Erst einmal waren Schnürkorsetts der hohen Gesellschaft und wohlständigen Frauen vorbehalten.

Selbst wenn die Armen es ihnen neideten, konnten sie eigentlich froh darüber sein. Schnürkorsetts hatten erhebliche Einflüsse auf die Gesundheit der Frauen, eine Wespentaille führte zu Verengungen des Brustkorbs. Wer als Frau geschnürt war, konnte seinen Alltag nur aufrecht gestalten. Sitzen war aufgrund der engen Schnürung fast unmöglich, selbst tiefes Luftholen war problematisch.

Coco Chanel und andere Modedesigner entschieden sich ab 1906 dafür, das Korsett abzuschaffen und leichtere Bekleidung für Damen zu schaffen.

Die Revolution des BHs begann um 1900

Damals nannte man ihn Bruststütze, heute nennt man ihn BH. Um 1900 begann der Siegeszug der Unterwäsche, wie wir sie heute kennen. Es fing mit ein paar durch Bändern zusammengehaltenen Tüchern an und endete mit BHs aus elastischen Fasern zum Ende der 30er Jahre.

Und heute gibt es BHs nicht nur in verschiedenen Größen, sondern auch in unzähligen Farben, Formen, Schnitten und Mustern. Was damals vor allem „Form“ geben sollte, dient heute der Bequemlichkeit und dem Komfort.