Die kleinen und lästigen Parasiten ernähren sich von menschlichem Blut und ihr Biss verursacht starken Juckreiz. Sie sind nachtaktiv und verstecken sich in Ritzen und Textilien in der Nähe von Betten. Der DAV klärt Hüttenbesucher auf.
Die blutsaugenden Insekten kommen weltweit vor – in Berghütten ebenso wie in Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie werden meist unbemerkt über Gepäck und Kleidung eingeschleppt. Mit mangelnder Hygiene hat ihr Auftreten nichts zu tun, so der Deutsche Alpenverein (DAV). Bettwanzen haben im Laufe der Jahrzehnte Resistenzen gegen viele früher wirksame chemische Bekämpfungsmittel entwickelt.
Problem kann nur gemeinsam gelöst werden
Auch auf Alpenvereinshütten ist das Thema präsent: Jährlich sind beim DAV etwa fünf bis zwanzig Hütten betroffen – Tendenz steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal. Berghütten bieten aufgrund ihrer Bauweise besonders gute Bedingungen für Bettwanzen: Holz, verwinkelte Räume und schwer zugängliche Bereiche schaffen ideale Rückzugsorte. Hier greift ein Bündel abgestimmter Maßnahmen – von akuter Bekämpfung bis zur langfristigen Prävention.
Die neue Kampagne „Gemeinsam gegen Bettwanzen“ setzt gezielt bei den Gästen an. Denn ohne ihre Mithilfe geht es nicht: „Das Problem lässt sich nur gemeinsam lösen“, betont Robert Kolbitsch, DAV-Ressortleiter Hütten und Wege. „Wer aufmerksam ist und einfache Regeln beachtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Gäste und die Hütten.“
Bettwanzen verbreiten sich nicht aktiv – sie „reisen“ im Gepäck, etwa in Rucksäcken, Schlafsäcken oder Kleidung. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, eine Verbreitung zu verhindern.

Konkrete Verhaltensregeln für Gäste
Die Kampagne empfiehlt unter anderem:
- Gepäck und Kleidung möglichst in verschließbaren Beuteln aufbewahren
- Rucksäcke nicht auf Betten oder in deren Nähe lagern
- Nutzung eines Bug Bags (auf einigen Hütten bereits Pflicht, sonst dringend empfohlen)
- Kleidung regelmäßig bei mindestens 60 °C waschen oder alternativ drei Tage bei -18 °C einfrieren
- Gepäck vor und nach der Tour kontrollieren, idealerweise durch Ausschütten in Badewanne oder Dusche
- Verdachtsfälle (Sichtungen von Bettwanzen, Häutungsreste, Kotspuren, winzige Blutflecken auf Bettwäsche oder Schlafsäcken sowie Stiche am Körper) sofort dem Hüttenteam melden
Zusätzlich haben einige Hütten eigene Präventionsmaßnahmen gegen Bettwanzen eingeführt und informieren bereits bei der Reservierung oder auf ihrer Website darüber. So kann beispielsweise vorgeschrieben sein, dass keine eigenen Hüttenschlafsäcke verwendet werden dürfen, Hüttenschlafsäcke bei Ankunft in der Mikrowelle erhitzt werden müssen oder ein Bug Bag zu nutzen ist.

Offener Umgang statt Tabuthema
Ein wichtiges Ziel der Alpenvereine ist es, Bettwanzen zu enttabuisieren. Frühe Hinweise durch die Gäste sind entscheidend, damit Hüttenbetreiber schnell reagieren können. Auf Alpenvereinshütten bestehen dafür etablierte Abläufe – von der sofortigen Bekämpfung über das Monitoring bis hin zu langfristigen baulichen Maßnahmen.
Vor Ort leisten die Hüttenwirtsleute einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Gäste. Zusätzlich werden die Gäste über Flyer, Plakate und Hinweise im Online-Buchungssystem informiert.
Ergänzend hat der Deutsche Alpenverein das Video „Unterwegs mit Bettwanzenspürhund Linus“ veröffentlicht. Darin wird ein Bettwanzen-Monitoring auf dem Schneibsteinhaus am Jenner bei Berchtesgaden begleitet und gezeigt, wie Hüttenbetreiber gegen die Parasiten vorgehen.
Keine Gesundheitsgefahr
Trotz des Themas besteht kein Grund zur Sorge: Bettwanzen übertragen keine Krankheiten. Ihre Stiche sind unangenehm, aber gesundheitlich unbedenklich und klingen meist innerhalb von etwa zehn Tagen ab. Kühlende Gele oder juckreizstillende Cremes können die Beschwerden lindern.
Weitere Tipps unter: alpenverein.de
(Text: DAV)