Vorsicht vor unseriösen Anbietern Abzocke bei der Entfernung von Wespennestern

Abzocke bei der Entfernung von Wespennestern
Nach Angaben von Verbraucherzentralen werden von unseriösen Dienstleistern betroffene Haushalte immer wieder mit überhöhten Rechnungen für eine Wespennestentfernung konfrontiert. (Bild: pixabay)

Jetzt, im August, sind besonders viele Wespen auf Futtersuche und ein Nest ist oft nicht weit. Viele fühlen sich durch die ausschwirrenden Tiere gestört und beauftragen einen Schädlingsbekämpfer. Die Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Anbietern, die überhöhte Rechnungen stellen.

Wespen-Königinnen und Männchen müssen versorgt werden und benötigen viel Futter. Daher dauert es an sonnigen Tagen am Gartentisch oder auf der Terrasse nur wenige Minuten, bis die fleißigen Tiere anschwirren. Viele Menschen fühlen sich durch Wespen oder ein Wespennest am Haus gestört und geraten sogar in Panik. Ein Anruf beim Schädlingsbekämpfer soll Abhilfe schaffen. Hier gibt es aber viele schwarze Schafe.

Eine hohe Rechnung für wenig Arbeit sollte stutzig machen

Wie es von der Verbraucherzentrale heißt, fordern Notdienste teils horrende Preise und setzen Kunden unter Druck, noch an der Haustür zu zahlen. Obwohl Wespen unter Schutz stehen, ignorieren manche die Gesetze und entfernen die Nester unfachmännisch.

Überzogene Rechnungen sollten Sie nicht bezahlen. Braucht es keinen besonderen Aufwand, sind Preise zwischen 150 und 250 Euro plus Mehrwertsteuer üblich. Die Tiere stehen unter Artenschutz und dürfen nur in Ausnahmen getötet werden (zum Beispiel in der Nähe von Allergikern und Kindergärten).

Mit Hebebühne wird es teuer

Teurer wird es, wenn beispielsweise eine Hebebühne bestellt werden muss, um ans Nest zu gelangen. Manche Anbieter langen deutlich stärker zu: Bei der Verbraucherzentrale NRW sind Fälle bekannt, in denen bis zu 700 Euro für einen halbstündigen dilettantischen Einsatz zur Wespennestentfernung in Rechnung gestellt wurden, heißt es weiter.

Das Fehlen einer geeigneten Ausrüstung kann ein Hinweis sein, genauer beim beauftragten Kammerjäger hinzusehen. Wichtig: Rechnungen sollten eine Rechnungsnummer und die vollständige Anschrift des Unternehmens enthalten.

So schützen Sie sich vor Abzocke bei Notdiensten:

  • Beauftragen Sie niemanden, der nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angibt.
  • Seriöse Schädlingsbekämpfer werden Ihnen am Telefon in etwa den Preis nennen und auch sagen können, wie Sie voraussichtlich vorgehen werden.
  • Wenn Sie im Internet recherchieren, klicken Sie auf das Impressum der Seiten. Dort erfahren Sie, ob der Anbieter tatsächlich in Ihrer Nähe sitzt.
  • Schauen Sie sich über Berufsverbände nach Notdiensten in Ihrer Umgebung um.
  • Machen Sie sich vorher für Notfälle in Ihrer Umgebung schlau. Schreiben Sie sich die Nummern für wichtige Notdienste auf, wenn Sie die Ruhe für eine Recherche haben. Sinnvoll sind z.B. auch Schlüsseldienste, deren Nummern sie am besten im Portemonnaie mitnehmen.
  • Zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung überprüfen zu lassen, zum Beispiel bei Ihrer Verbraucherzentrale.
  • Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit den Naturschutzbehörden zusammen.
  • Imker,zugelassene Schädlingsbekämpfungsunternehmen, Kammerjäger sowie einige Umweltschutzorganisationen sind die richtigen Ansprechpartner – mit der passenden Ausrüstung und sachkundigen Erfahrung. Fach- und Berufsverbände der Schädlingsbekämpfer sowie Stadtverwaltungen oder Umweltämter helfen bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis.
  • Auf den Internetseiten des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. oder beim Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband e.V. können Sie auch nach Postleitzahl nach einem Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe suchen.

Verbraucher sollten sich zudem nicht allein auf Berufsbezeichnungen verlassen. Der häufig benutzte Begriff „Kammerjäger“ ist in Deutschland nicht geschützt. Für die Bezeichnung „Schädlingsbekämpfer“ gibt es hingegen einen anerkannten IHK-Abschluss. „Im Zweifel sollten Verbraucher bezüglich der Qualifikation von Dienstleistern lieber nachfragen“, so der ADAC in einem Bericht.

Wespe ist übrigens nicht gleich Wespe. Von den 700 Wespenarten im deutschsprachigen Raum interessieren sich gerade mal zwei für Kaffeetisch, Grillgut oder Limonade und kommen dem Menschen dadurch nahe: die Deutsche und die Gemeine Wespe, schreibt der NABU. 

Weitere Tipps zum Betrug durch unseriöse Anbieter: verbraucherzentrale.de

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW/ADAC/NABU)