JWM der Kite-Surfer (Formula Kite): Silber für Jan Vöster

JWM der Kite-Surfer (Formula Kite): Silber für Jan Vöster
Mit der Silbermedaille schloss Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club, Vierter von rechts) die Junioren-Weltmeisterschaft der olympischen Surf-Disziplin „Formula Kite“ in Süditalien ab. (Bild: Robert Hajduk IKA)

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Auf Rang zwei hat Jan Vöster vom Württembergischen Yacht-Club die Junioren-Weltmeisterschaft der olympischen Segeldisziplin Kite-Surfen („Formula Kite“) im süditalienischen Gizzeria (Kalabrien) abgeschlossen.

Bis auf den ersten Tag präsentierte sich Süditalien mit heißem Wetter und verlässlicher Seebrise. Fünf Rennen wurden dann am zweiten Tag absolviert. Motivierende Plätze 1-3-2-2 war eine Top-Serie in den ersten vier Wettfahrten. Im letzten Lauf des Tages stürzte Jan Vöster mit einem anderen Fahrer, die beiden Schirme verwickelten sich – und das Rennen war für beide gelaufen.

Am folgenden Tag wurden abermals fünf Rennen gefahren. Auf der letzten „Zielgeraden“ konnte Vöster noch einen Brasilianer überholen und war Erster im Ziel. Der Gegner protestierte jedoch und Vöster wurde von der Jury disqualifiziert, obwohl Videoaufnahmen die behauptete Berührung der beiden Schirme nicht belegen konnten. „Das war ein harter Schlag, das fühlte sich unglaublich ungerecht an“, war Vöster enttäuscht über die Entscheidung.

Pech hatte Vöster auch am vierten JWM-Tag. Im ersten Lauf war er Dritter. „Im zweiten Rennen wurde ich am Start abgeräumt, ohne eine Chance auszuweichen – und sammelte so meinen nächsten Streicher“, schilderte das 20-jährige Talent. Doch er konnte sich auf den folgenden Lauf wieder konzentrieren und kam einmal mehr als Zweiter ins Ziel.

Wenig später lag er in Führung, als er in voller Fahrt mit den Resten eines Fischernetzes kollidierte und im hohen Bogen im Wasser landete. Die Aufholjagd brachte ihn noch bis auf Platz zwölf – doch seine Streicher waren durch die vorausgehenden Malheurs schon verbraucht. Mit zwei weiteren zweiten Plätzen stand er nach insgesamt 16 Läufen auf Rang vier (bei 55 Teilnehmern) – und war damit klar für die Halbfinal-Rennen qualifiziert. „Ich war ziemlich am Ende und habe mit so viel Pech gehadert“, war er nicht wirklich zufrieden. Voriges Jahr hatte er jedoch die „Semifinals“ an gleicher Stelle mit Rang elf noch knapp verpasst.

Das Final-System der Kite-Surfer, die von einem Lenkdrachen auf einem kleinen Surfbrett mit Tragflügeln gezogen werden, ist schnell erklärt: Die nach den Qualifikationswettfahrten besten beiden Surfer sind direkt für das Finale qualifiziert – und nehmen zwei bzw. einen Bonuspunkt mit. Die folgenden acht Kiter kämpfen in zwei Halbfinalgruppen um je einen weiteren Startplatz im Finale.

Vöster reichte ein Sieg im ersten Halbfinale seiner Gruppe, um direkt ins Finale zu springen. Dort beeindruckte er mit zwei Laufsiegen in den ersten beiden Heats. „Ein tolles Gefühl, ich war wirklich im Flow!“

Würde er dem haushohen Favoriten Gian Stragiotti ein Bein stellen können? Der Schweizer war mit zwei Punkten Vorsprung aus der Qualifikation ins Finale gestartet. Doch nun hatte auch Jan Vöster zwei Punkte. Gleichstand. Fällt die Entscheidung im dritten Lauf? Kann ein anderer der insgesamt vier Finalisten auch noch einen Siegpunkt holen? Oder machen es die beiden Führenden unter sich aus? Spannung war also angesagt vor dem dritten Final-Heat. Letztlich schaffte es Stragiotti, als Erster im Ziel zu sein und den WM-Titel der Junioren zu holen.

Rang zwei und somit der Titel Vizejuniorenweltmeister blieb für Jan Vöster „übrig“. „Ich war so nah dran, da nagt der Ehrgeiz schon ein bisschen an mir“, gab er zu. „Aber ich bin wirklich zufrieden mit dem, was ich über den ganzen Wettkampf geleistet habe!“

Vizejuniorenweltmeister der Kite-Surfer wurde Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club) im süditalienischen Gizzeria.
Vizejuniorenweltmeister der Kite-Surfer wurde Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club) im süditalienischen Gizzeria. (Bild: Robert Hajduk IKA)

„Wir sind mehr als zufrieden und stolz auf Jan“, lobt WYC-Präsident Oswald Freivogel. „Sein Erfolg zeigt, dass wir mit unserer Strategie für das Olympiateam WYC auch in den neuen olympischen Segeldisziplinen auf dem richtigen Weg sind.“

(Vereinsmitteilung: WYC)