Schwertlilien und Wasserschildkröten locken ins Eriskircher Ried

Schwertlilien und Wasserschildkröten locken ins Eriskircher Ried
Die "Iris sibirica" blüht nur rund drei Wochen im Jahr, um genau zu sein von Mai bis Juni. (Bild: David Balzer)

Derzeit lohnt sich ein Besuch des Eriskircher Rieds besonders: Zum einen steht die wunderschöne Irisblüte in voller Pracht, zum anderen können aufmerksame Spaziergänger in einem Seitenarm der Schussen Wasserschildkröten erblicken.

Eriskirch (dab) – Die sibirische Schwertlilie blüht nur etwa rund drei Wochen im Jahr, um genau zu sein erstreckt sich die Blütezeit von Mai bis Juni. Genau jetzt ist also die perfekte Zeit, um von der „Iris sibirica“ eindrucksvolle Fotos zu schießen und beim Blick auf die einzigartige Flora und Fauna die Seele baumeln zu lassen.

Aber Vorsicht: Das Verlassen der Wege ist im Eriskircher Ried zum Schutz von Pflanzen und Tieren untersagt.

Einer der schönsten Plätze während der Irisblüte ist an der Zufahrt zum Eriskircher Strandbad und entlang des Rad- und Fußweges. (Bild: Daniela Leberer)

Wer in der Nähe der Eisenbahnbrücke einen schmalen Pfad entlang eines Seitenarms der Schussen entdeckt, sollte beim Blick auf das Wasser genau hinsehen: Besonders bei sonnigem Wetter tummeln sich auf alten Baumwurzeln und Ästen, die aus dem Wasser ragen, nordamerikanische Schmuckschildkröten.

Bei den Tieren handelt es sich um die nordamerikanische Schmuckschildkröten. (Bild: David Balzer)

„Diese Schildkröten kommen ursprünglich aus dem östlichen Teil Nordamerikas. Mittlerweile kommen aber durch ausgesetzte Tiere auch in Europa Populationen vor“, erklärt Gerhard Kersting, Leiter des Naturschutzzentrums Eriskirch. Es sei bereits öfter vorgekommen, dass Schildkröten illegal ausgesetzt wurden. Nachdem Besucher des Rieds schon im vergangenen Sommer zwei Schmuckschildkröten entdeckt hatten, zeigten diese sich nach dem Winter an selber Stelle erneut.

Ob es Nachwuchs gab? Schließlich konnte man zuletzt bis zu fünf Tiere gleichzeitig erblicken.

„Bislang ist mir von Nachwuchs nichts bekannt. Möglich ist auch, dass weitere Tiere ausgesetzt wurden. Das wäre aus Sicht des Naturschutzes nicht so schön, denn für unsere Natur sind diese Tiere keine Bereicherung. Offensichtlich ist es für diese Schildkröten aber kein Problem, durch unseren Winter zu kommen“, so Kersting.

Im Eriskircher Ried können nicht nur die tollen Schwertlilien sondern auch die Wasserschildkröten bewundert werden. (Bilder: David Balzer)

Es handele sich übrigens nicht um europäische Sumpfschildkröten, wie oft fälschlicherweise vermutet werde. „Ich bekomme viele Fragen zu den Schildkröten gestellt, sie sind fast schon die kleinen Stars des Rieds“, sagt Gerhard Kersting mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die tolle Flora und Fauna direkt in Seenähe zu erkunden, sollte sich – sobald das Regenwetter eine Pause macht – also auf nach Eriskirch machen.

Die Sibirische Schwertlilie, auch Iris genannt, ist eine stark im Bestand gefährdete Art, die am Bodensee bundesweit die wohl reichsten Bestände aufweist. (Bild: David Balzer)