Kunst im öffentlichen Raum Digitale Entdeckungsreisen mit „Laufkunst“ in Tuttlingen

Digitale Entdeckungsreisen mit „Laufkunst“ in Tuttlingen
Stelle Kunst im öffentlichen Raum online dar: Das Projekt „Laufkunst“. (Bild: Stadt Tuttlingen)

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Ob entlang der Donau oder rund um den Marktplatz – Tuttlingen ist reich an Kunst im öffentlichen Raum. Das Projekt „Laufkunst“ rückt diese nun stärker ins Bewusstsein – mit kurzen Filmen, in denen interessante Geschichten über die Kunstwerke und ihre Künstler erzählt werden.

„Wir starten hier ein neues Projekt zur Kunstvermittlung“, sagt Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck. Vor allem soll dieses niederschwellig sein: „Um Kunst zu entdecken, ist ein offener Blick wichtiger als Fachwissen“, sagt sie, wobei natürlich ein gewisses Maß an Information nicht von Nachteil ist.

Das Projekt „Laufkunst“ soll nun beides abdecken: Im Mittelpunkt stehen persönliche Eindrücke und Gedanken – zum Beispiel von Spaziergänger, die sich im Donaupark zu einzelnen Werken äußern. Dazu kommen aber auch fundierte Informationen zu Künstler und Werken – „ähnlich wie in einem klassischen Ausstellungskatalog“, sagt Ehrmann-Schindlbeck, „nur eben digital.“

Auf die Beine gestellt wurde „Laufkunst“ von der Galerie der Stadt Tuttlingen gemeinsam mit dem Verein Friends of Tower Ateliers e.V. Die Idee dahinter: Mit Hilfe digitaler Medien kann man die Kunst im öffentlichen Raum ganz im eigenen Tempo und in beliebiger Reihenfolge erkunden. Vor allem soll man auch unkonventionelle Sichtweisen kennen lernen.

„Die Filme sollen dazu anregen, sich selbst auf den Weg zur Kunst zu machen“, erläutert Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck das „Laufkunst“-Konzept. „Mit den Augen anderer Menschen erfahren Interessierte etwas über die Werke, die Hintergründe ihrer Entstehung, inhaltliche Aspekte und Möglichkeiten, diese zu deuten.“

Geeignete Objekte gibt es dafür genug in Tuttlingen. Sie prägen öffentliche Gebäude und Plätze, setzen Akzente für unsere Wahrnehmung und geben dem Lebensraum Stadt sein unverwechselbares Gesicht. Oftmals gehen die Werke auf groß angelegte Kunstprojekte wie den Skulpturenweg (1987), die Trilogie (2003) oder die beiden Donaugalerien (2014 und 2019) zurück.

Oft wurden sie auch durch öffentliche Wettbewerbe für ihren Ort ausgewählt. Und oft sind es Werke, an denen man im Alltag achtlos vorbeigeht. „Ich war selber überrascht, was es in der Stadt alles gibt“, sagt Kultur-Abteilungsleiterin Andrea Blumers.

„Laufkunst“ ist ein „work in progress“, das in Zukunft weiter ergänzt und erweitert wird, an dem Künstler, Erwachsene und Kinder, Bekannte und zufällige Passanten mitwirken. Mit dem eigenen Smartphone oder dem in der Galerie der Stadt Tuttlingen ausgeliehenen Tablet kann es auf eigene Faust losgehen. Mittels orange unterlegter QR-Codes, die an den Werken angebracht sind, können Filme und Informationstexte abgerufen werden. Alle digitalen Inhalte sind auch auf der Webpage www.laufkunst.net vereint.

Mit der technischen Umsetzung wurden Nadja Dosterschill und Bert Schutzbach beauftragt. Das Projekt „Laufkunst“ wurde im Rahmen des Förderprogramms „Neustart Kultur“ im Programmteil „Kultur.Gemeinschaften“ aus Mitteln der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder ermöglicht.

(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)