Regen sorgte für ein schwieriges Erntejahr

Regen sorgte für ein schwieriges Erntejahr
Beim Erntegespräch 2024 auf der Domäne Birkhof (Neufra/Hohenzollern) berichtete die Vorstandschaft des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen über ein herausforderndes Erntejahr (Bild: Kreisbauernverband Biberach Sigmaringen)

Der Kreisbauernverband Biberach-Sigmaringen e.V. stellte am Donnerstag, 15. August seinen Erntebericht 2024 bei Birkhof Ei GmbH & Co.KG (Domäne Birkhof, Neufra/ Hohenzollern) vor.

Und erneut war es eine herausfordernde Agrarsaison, die durch extreme Wetterbedingungen geprägt war. Das Frühjahr begann mit einer ungewöhnlich nassen Witterung, die in weiten Teilen der Region zu erheblichen Problemen führte und bis in den Juli hinein ging. Ein besonders nasses Frühjahr, begleitet von intensiven und häufigen Regenfällen, führte zu Staunässe und Überschwemmungen auf den Feldern und Wiesen.

Diese Bedingungen erschwerten die Frühjahrsarbeiten erheblich

Nur kurze Zeitfenster für die Aussaat

Die Landwirte hatten nur sehr kurze Zeitfenster, um die Frühjahrskulturen auszusäen, was zu einer verzögerten und ungleichmäßigen Keimung führte.

Schwierige Bedingungen für Düngung und Pflanzenschutz

Die kontinuierlichen Regenfälle erschwerten zudem den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. Staunässe und weggespülte Nährstoffe beeinträchtigten die Pflanzenentwicklung erheblich. Ernteverlauf Die Ernte begann in der Region früh in der ersten Juli Hälfte, die jedoch immer wieder durch Niederschläge unterbrochen wurde. Nachdem Mitte Juli ein Großteil der Wintergerste gedroschen war, begann zeitgleich die Raps Ernte. Im Anschluss kurz darauf die restlichen Kulturen Winterweizen, Triticale, Sommergerste, Hafer etc. Hier kam es durch die unterschiedlichen Wachstums- und Abreifephasen zu großen Unterschieden, welche Kultur zuerst an der Reihe war. Jedoch stabilisierte sich das Wetter mit zunehmendem Ernteverlauf mit längeren Trockenperioden, was die Ernte dann doch etwas erleichterte. Durch die Hitzeperiode der vergangenen Tage und Wochen ist die Ernte so gut wie abgeschlossen. Auch die Spätdruschgebiete in unserem Verbandsgebiet kommen gut voran und sind nahezu fertig.

Ernte- und Qualitätsergebnisse

Allgemein wiesen die Ergebnisse ein breites Spektrum auf, von durchschnittlichen Erträgen bis hin zu katastrophalen. Niederschlagsmenge, Standort, Bodenverhältnisse, Vorfrucht und vieles mehr hatte Einfluss auf den Ertrag. Die Erträge lagen aber allesamt unter dem Durchschnitt. Wo teilweise noch Hagel dazu kam, sah es noch schlechter aus. Zu wenig Sonne im Frühjahr. Die deutlich geringere Anzahl an Sonnentagen in diesem Jahr verlangsamte das Wachstum und die Photosynthese der Pflanzen was wiederum zu kleineren Körnern führte und auch die Qualitäten beeinflusste.

Wintergerste mit schwachen Erträgen

Die Wintergerste enttäuschte mit schwachen Erträgen von rund 65 dt/ha (Anmerkung: dt = Dezitonne, entspricht 100 kg, ha = Hektar). Das Hektoliter Gewicht lag ebenfalls niedrig, was auf die ungünstigen Wachstumsbedingungen zurückzuführen ist. Die vielen Niederschläge gefielen der Gerste nicht, teilweise waren die Bestände durch die Nässe auch krank.

Durchschnittlicher Ertrag beim Winterraps

Überraschend positiv entwickelte sich der Winterraps, der trotz der schwierigen Bedingungen durchschnittliche Erträge von etwa 42 dt/ha erreichte. Auch die Ölgehalte von rund 42 Prozent waren solide und lagen im zufriedenstellenden, mittleren Bereich.

Winterweizen konnte Erwartungen nicht erfüllen  

Der Winterweizen konnte die Erwartungen nicht erfüllen, mit Erträgen weit unter dem Durchschnitt Die Erträge schwankten immens von teilweise 50 dt/ha bis zu 80 dt/ha auf guten Standorten. Auch hier war das Hektoliter Gewicht aufgrund von kleineren und schwächeren Körnern deutlich geringer als üblich, ebenso sind die Qualitäten eher unter dem Durchschnitt. Teilweise gab es auch Probleme mit Fusarium und Mutterkorn. 

Sommergerste leicht unterdurchschnittlich

Die Sommergerste erzielte leicht unterdurchschnittliche Erträge von etwa 63 dt/ha. Der Vollgerste-Anteil und das Protein waren zwar akzeptabel, lagen jedoch im unteren Drittel des Normalbereichs.

Hafer mit guter Qualität

Mit etwa 53 dt/ha erzielte auch der Hafer ein nur leicht unterdurchschnittliches Ergebnis, jedoch war die Qualität der Ernte in Ordnung. Hier waren die später gesäten Bestände etwas im Vorteil da diese gegen Ende noch mehr Sonne ausnutzen konnten.

Mais lässt hoffen

Einige Bestände weisen durch die Niederschläge und Staunässen deutliche Schäden auf. Einige Bestände mussten sogar neu angesät werden, da der Mais förmlich abgesoffen ist. Jedoch lassen im Allgemeinen die Bestände auf eine zufriedenstellende Ernte hoffen

Grünland durchschnittlich bis zufriedenstellend

Im Grünland ein ähnliches Bild wie beim Mais. Die Erträge waren bislang meistens durchschnittlich bis zufriedenstellend, bis eben auf die überschwemmten und sehr nassen Standorte.

Das Fazit

„Kleines Korn, kleiner Ertrag, kleiner Preis!“ Die Wetterbedingungen hatten einen erheblichen Einfluss auf die Ernteergebnisse in der Region. Insbesondere die fehlende Sonneneinstrahlung während der Kornfüllungsphase führte zu einer schlechten Kornentwicklung und geringeren Erträgen. Die schwierigen Umstände erforderten mehr denn je Anpassungen in Anbau und Management, um solide Erträge in guter Qualität zu erzeugen.