Innenstadt im Check Innenstadt Sigmaringen erhält Note 2,7 – Wahrnehmung der Bürger fällt teils deutlich schlechter aus

Innenstadt Sigmaringen erhält Note 2,7 – Wahrnehmung der Bürger fällt teils deutlich schlechter aus
Herr Röll präsentiert die Ergebnisse der Innenstadtbefragung. (Bild: Stadtverwaltung Sigmaringen)
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Die Sigmaringer Innenstadt wird bei einer Befragung mit der Note 2,7 bewertet. Online fällt das Urteil deutlich kritischer aus als bei Passanten vor Ort.

Die Ergebnisse der Innenstadtbefragung sind vorgestellt worden. Bürgermeister Dr. Marcus Ehm, die Leiterin der Stabstelle Tourismus und Stadtmarketing, Katharina Krauss, sowie Josef Röll von der IHK präsentierten die Auswertung am Donnerstag, 26. Juni, in der Aula der Alten Schule. Ziel der Untersuchung ist es, die Innenstadt weiter zu beleben, ihre Attraktivität zu steigern und die Lebensqualität für Bürger zu verbessern.

Am 24. April 2026 wurden 106 zufällig ausgewählte Passanten aller Altersgruppen zu ihrer Zufriedenheit mit der Innenstadt, der Aufenthaltsqualität sowie dem Waren- und Dienstleistungsangebot befragt. Ergänzend nahmen 493 Personen an einer Onlinebefragung teil. Die Ergebnisse wurden mit den Daten aus 123 Kleinstädten in Baden-Württemberg verglichen, in denen dieselben Fragen gestellt wurden. Die Befragung ist Teil der vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg geförderten Innenstadtberatung. Ab Juli soll eine Arbeitsgruppe die Ergebnisse auswerten sowie Stärken, Schwächen und konkrete Maßnahmen erarbeiten.

IHK sieht Sigmaringen besser als viele Einwohner

Für Josef Röll von der IHK fällt das Fazit insgesamt positiv aus. Die Sigmaringer Innenstadt schneide überraschend gut ab – zumindest nach Einschätzung der Passanten. Deutlich kritischer äußerten sich hingegen die Teilnehmer der Onlinebefragung.

Auch die oft diskutierten Leerstände ordnete Röll ein. Mit einer Leerstandsquote von sieben Prozent liege Sigmaringen im Durchschnitt vergleichbarer Kleinstädte, deren Werte zwischen sieben und zehn Prozent lägen. Einige Immobilien seien zudem nicht vermietbar, außerdem sei eine gewisse Leerstandsquote für die Regulierung der Mieten notwendig. „Die Zahlen spiegeln nicht das wider, was ich in der Presse lese“, sagte Josef Röll.

Eine ergänzende Erhebung der Betriebe zeigte einen insgesamt ausgewogenen Branchenmix. Rund 37 Prozent der Betriebe sind Einzelhändler, 25 Prozent Dienstleister wie Friseure oder Handyläden, zwölf Prozent gastronomische Betriebe und 19 Prozent medizinische Dienstleister wie Ärzte oder Physiotherapeuten. „Der medizinische Sektor ist ein wichtiger Frequenzbringer“, sagte Röll. Verbesserungspotenzial sieht die IHK bei der digitalen Sichtbarkeit der Geschäfte sowie bei mobilen Webseiten und Onlineshops.

Große Unterschiede zwischen Vor-Ort- und Onlinebewertung

Bewertet wurden unter anderem die Erreichbarkeit mit dem Auto, Parkplätze, Wochenmarkt, Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Öffnungszeiten und der öffentliche Nahverkehr. Außerdem gaben die Teilnehmer an, in welchen anderen Städten sie einkaufen. Besonders häufig wurden größere Zentren wie Albstadt oder Ravensburg genannt, aber auch kleinere Städte wie Mengen oder Meßkirch.

Positiv fiel die Zahl der sogenannten Kopplungsgeschäfte aus. Im Durchschnitt erledigt ein Besucher bei einem Innenstadtbesuch 3,01 Anliegen, online wurden 3,07 angegeben. Damit liegt Sigmaringen über dem Vergleichswert von 2,39. Auch die vergleichsweise hohe Fahrradnutzung wertete Röll angesichts der Topografie als erfreulich.

Auffällig waren die Unterschiede zwischen den beiden Befragungsformen. Während Passanten der Innenstadt im Durchschnitt die Schulnote 2,7 gaben – und damit genau dem Durchschnitt vergleichbarer Städte entsprachen –, vergaben die Teilnehmer der Onlinebefragung lediglich die Note 3,7. „Mir scheint, als hätten sich viele der Onlinenutzer schon von Sigmaringen verabschiedet“, sagte Röll. Je weiter der Wohnort von Sigmaringen entfernt gewesen sei, desto besser sei die Stadt bewertet worden. „Der Prophet ist im eigenen Land also nichts wert.“

Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied beim Einzelhandel. Online erhielt das Angebot die Note 4,2, bei der Vor-Ort-Befragung wurde es dagegen mit 3,2 bewertet.

Potenzial im Tourismus und Arbeitsgruppe geplant

Obwohl das Modeangebot in Sigmaringen überdurchschnittlich groß sei, vermissten Online-Teilnehmer Angebote für junge Zielgruppen und niedrigere Preislagen. „Amazon, Zalando und Shein werden auch in Sigmaringen genutzt. Mein Appell an die Sigmaringer: Gehen Sie vor dem Kauf dort in die Innenstadt und lassen Sie sich überraschen. Die Läden in der Innenstadt kann es nur geben, wenn man auch dort kauft“, sagte Röll.

Nicht alle gewünschten Angebote seien für eine Stadt mit rund 17.000 Einwohnern wirtschaftlich realisierbar. Genannt wurden unter anderem ein Ein-Euro-Laden, eine Vinothek, ein Kino oder ein H&M. „Die Menschen wünschen sich große Filialisten, für die ist eine Kleinstadt mit 17.000 Einwohnern aber nicht rentabel“, sagte Röll. Ehingen mit rund 28.000 Einwohnern sei hier eine Ausnahme.

Besonders geschätzt werden laut Befragung das Flair der Stadt, die historischen Gebäude, die Donau, die Natur, die kurzen Wege und das Hohenzollernschloss. Röll bescheinigte Sigmaringen zudem großes touristisches Potenzial. Tagesgäste bewerteten die Stadt deutlich besser als Einheimische. „Das Bild vieler Sigmaringer ist negativ geprägt, der Grund hierfür ist für mich nicht ersichtlich“, sagte er.

Bereits am Donnerstagabend fanden sich interessierte Bürger, Gewerbetreibende, Dienstleister und Gastronomen zusammen, die in einer Arbeitsgruppe mitarbeiten möchten. Weitere Interessierte können sich per E-Mail an Katharina Krauss unter [email protected] wenden. Noch im Juli soll das erste Treffen stattfinden. Anschließend folgen eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie die Entwicklung konkreter Maßnahmen. Die Ergebnisse fließen außerdem in die derzeit entstehende Tourismuskonzeption der Stadt ein.

(Quelle: Stadt Sigmaringen)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.