Auf dem Dach des SRH-Klinikums leben seit April zwei Bienenvölker. Jetzt wurde der erste eigene Honig geerntet – als sichtbares Zeichen gelebter Nachhaltigkeit.
Auf dem Dach des SRH-Klinikneubaus summt es seit Anfang April: Zwei Bienenvölker mit zusammen bis zu 100.000 Bienen haben dort ihr Zuhause gefunden. Nun konnten die ersten Gläser Krankenhaus-Honig geerntet werden. Das Projekt wurde vom Nachhaltigkeitsteam des Klinikums initiiert und wird von zwei Mitarbeitern mit langjähriger Imkererfahrung betreut.
Achim Dietrich und Edward Gadzekpo engagieren sich nicht nur beruflich im SRH-Klinikum, sondern teilen auch ihre Leidenschaft für die Imkerei. Gemeinsam kümmern sie sich um die Bienen und bringen jahrzehntelange Erfahrung mit.
Zwei Kollegen, eine gemeinsame Leidenschaft
Für Achim Dietrich begann die Begeisterung für Bienen bereits in der Kindheit. „Schon mein Opa und mein Vater hatten Bienen“, erzählt er. Heute betreut er rund 20 Bienenvölker, züchtet Bienenköniginnen und engagiert sich im Imkerverein. Wie sein Kollege Edward Gadzekpo ist er Bienensachverständiger und unterstützt andere Imker bei Fragen zur Gesundheit ihrer Völker.
Als im vergangenen Jahr über die SRH-App nach Imkern oder Bieneninteressierten gesucht wurde, musste Achim Dietrich nicht lange überlegen. „Da mache ich mit“, war für ihn sofort klar. Aus der Idee entwickelte sich ein Projekt, das inzwischen auf dem Dach des Klinikums sichtbar geworden ist.
Je nach Jahreszeit leben in den beiden Stöcken bis zu 50.000 Bienen pro Volk. Sie sammeln Nektar, bestäuben Pflanzen und leisten damit einen Beitrag zur Artenvielfalt. Gleichzeitig entsteht ein regionales Naturprodukt, das für das Projekt steht.
Ausgleich zum Klinikalltag
Während auf dem Dach Ruhe und Geduld gefragt sind, ist der Arbeitsalltag von Edward Gadzekpo als Oberarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie oft von hohem Tempo geprägt. In der Imkerei findet er einen bewussten Ausgleich. „Bei den Bienen kann ich abschalten, Ruhe finden und neue Kraft für die nächsten Patienten sammeln“, sagt er.
Auch Achim Dietrich, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege sowie Leiter der Anästhesiepflege im Klinikum, schätzt das gemeinsame Hobby. Die beiden Imker kennen und vertrauen einander – beruflich wie privat. „Das gemeinsame Hobby macht unglaublich viel Spaß und Freude.“
Auf die Frage, wie sie den ersten Krankenhaus-Honig beschreiben würden, antworten beide: „Nachhaltig, bio, regional und gesund.“
Bienen bleiben dauerhaft auf dem Dach
Die beiden Bienenvölker bleiben das ganze Jahr über auf dem Klinikdach. Anfang August wird der letzte Honig der Saison geerntet. Anschließend bereiten sich die Bienen auf den Winter vor. Auch für die beiden Imker verändert sich dann der Rhythmus: Statt mindestens einmal pro Woche nach den Völkern zu sehen, reichen in der kalten Jahreszeit gelegentliche Kontrollen aus.
Das Projekt wirkt inzwischen auch über das Dach hinaus. Rund um das Klinikum entstehen weitere natürliche Flächen für Bienen. Damit leistet das SRH-Klinikum einen Beitrag zur Biodiversität und zum ökologischen Gleichgewicht – direkt vor Ort und mitten im Alltag. Denn Gesundheit beginnt nicht erst im Behandlungsraum – sie wächst auch dort, wo Natur Raum bekommt.
(Quelle: SRH Klinikum Sigmaringen)