Das Land Baden-Württemberg hat 90 Feuerwehr- und THW-Kräfte aus Wangen ausgezeichnet, die während der Hochwasserlage Ende Mai und Anfang Juni 2024 mehr als 24 Stunden ununterbrochen im Einsatz waren. Eine solche Ehrung habe es in den vergangenen 25 Jahren nicht gegeben.
„Dass es hier keine Opfer gab, ist euer Verdienst“
Im Feuerwehrhaus in Wangen würdigte Kreisbrandmeister Oliver Surbeck am Mittwochabend die Einsatzkräfte für ihren außergewöhnlichen Einsatz. Die Landkreise Ravensburg, Biberach und der Bodenseekreis seien damals besonders betroffen gewesen. Landesweit habe es im „Unterland“ Todesopfer gegeben. „Dass es hier keine Opfer gab, ist euer Verdienst!“, betonte Surbeck.
Er lobte das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen, das in Wangen „sehr gut funktioniert“ habe. Dass das Technische Hilfswerk bei der Ehrung mit dabei sei, wertete er als starkes Zeichen des Zusammenhalts. Rückblickend beschrieb Surbeck die Tage und Nächte während des Hochwassers mit nur drei Worten: „Sie waren übel!“
900 Ehrungen vergibt das Land im gesamten Landkreis Ravensburg, Wangen mache davon allein zehn Prozent aus. Auch wenn nicht alle Helferinnen und Helfer die 24-Stunden-Marke erreichten, hätten Tausende hervorragende Arbeit geleistet, so der Kreisbrandmeister.
Sorge um den Damm im Fetzachmoos
Besondere Sorge bereitete während der Hochwasserlage der Damm am Fetzachmoos, der die Orte Urlau und Leutkirch schützt. Der überregionale Führungsstab befürchtete ein Brechen des Damms und hatte bereits eine Evakuierung von Urlau vorbereitet. Zur Sicherung wurden Deich-Experten aus anderen Regionen hinzugezogen. Dass es nicht so weit kam, sei auch den Kräften aus Wangen zu verdanken, die rund 13.000 Sandsäcke ins gefährdete Gebiet brachten – zunächst nach Urlau, später nach Isny.
In Wangen selbst blieb der Schaden vergleichsweise gering. Lediglich die Landesgartenschau musste für zwei Tage geschlossen werden. Die Feuerwehr war an 240 Einsatzstellen aktiv, um Schäden zu verhindern oder einzudämmen. Unterstützung kam auch aus Bayern: „Lindenberg hat sich von selber gemeldet“, berichtete Kommandant Christoph Bock und lobte die unkomplizierte, länderübergreifende Zusammenarbeit.
„Dies ist euer Abend“
Das Land Baden-Württemberg habe mit der eigens geschaffenen „Bevölkerungsschutz-Einsatzmedaille Unwetter 2024“ anerkannt, dass hier Großes geleistet wurde, sagte Bock. „Dies ist euer Abend“, betonte er und lud im Anschluss zu einem gemütlichen Beisammensein ein – organisiert vom Förderverein der Feuerwehr, der Stadt Wangen und der Brauerei Meckatzer.
Oberbürgermeister Michael Lang dankte den Einsatzkräften für ihr außergewöhnliches Engagement: „Ich danke Ihnen für die 24-stündige Arbeit am Stück. Das gibt es nur im Ehrenamt!“ Früher seien Hochwasserereignisse etwa alle fünf Jahre aufgetreten, heute komme die Gefahrenlage alle zwei bis drei Jahre, erklärte er. Gute Entscheidungen könne man nur mit guten Kräften treffen. „Es ist die Stärke einer Stadt, wenn so viele Ehrenamtliche dabei sind und langjährige Erfahrung mitbringen.“
Zum Abschluss wurden alle 90 Einsatzkräfte einzeln aufgerufen und mit Urkunde sowie Medaille ausgezeichnet. Das Blechbläserensemble der Stadtkapelle sorgte für den feierlichen musikalischen Rahmen.
(Quelle: Stadtverwaltung Wangen im Allgäu)