Die Stadt Ravensburg investiert in den kommenden Jahren umfassend in ihre Schulen und schafft zusätzliche Räume für Unterricht und Betreuung. Hintergrund sind steigende Schülerzahlen, der Ganztagsanspruch und die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium.
Mit einem langfristigen Schulentwicklungsplan stellt sich Ravensburg auf die wachsenden Anforderungen im Bildungsbereich ein. Der Gemeinderat hat am 13. Juli die Weichen für umfangreiche Investitionen gestellt, die bis 2035 umgesetzt werden sollen.
Mehr Platz für Ganztagsbetreuung und steigende Schülerzahlen
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Umsetzung des Ganztagesförderungsgesetzes (GaFöG). Es schafft ab dem Schuljahr 2026/2027 einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung und Förderung für Grundschulkinder. Dafür muss die Stadt zusätzliches Personal einstellen sowie weitere Betreuungsräume und Mensakapazitäten schaffen.
Hinzu kommt ein außerordentlich geburtenstarker Jahrgang, der 2026 in die Grundschulen wechselt. Auch an den weiterführenden Schulen wird mit deutlich steigenden Schülerzahlen gerechnet. Durch die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) in Baden-Württemberg benötigen die drei städtischen Gymnasien im Endausbau zahlreiche zusätzliche Klassenräume. Für die Realschule Ravensburg zeichnet sich ebenfalls ein demografisch bedingter Anstieg der Schülerzahlen ab. Die Gemeinschaftsschule sowie das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) an der Grundschule St. Christina bleiben voraussichtlich stabil. Die Grundschule St. Christina wächst auf zwei Züge an.
Bildung bleibt Investitionsschwerpunkt
Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Monaten unter Federführung des Amtes für Bildung, Soziales und Sport gemeinsam mit dem Amt für Architektur und Gebäudemanagement eine umfassende Schulentwicklungsplanung erarbeitet. Ziel ist es, die Bildungslandschaft in Ravensburg langfristig modern, bedarfsgerecht und qualitativ hochwertig weiterzuentwickeln.
„Dass die Schülerzahlen in Ravensburg steigen, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Wir werden als Schulträger die erforderlichen Räume in guter Qualität zur Verfügung stellen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp.
Während die Grundschulstandorte in den Ortschaften bereits seit Längerem im Fokus stehen und dort notwendige Räume für den Ganztagsanspruch geschaffen wurden beziehungsweise entstehen, richtet sich der Blick nun insbesondere auf die Schulen in der Kernstadt.
Neubauten, Umzüge und Sanierungen bis 2035
Um den zusätzlichen Raumbedarf zu decken, sind bis 2035 mehrere Umzüge, Sanierungen und Neubauten vorgesehen. Den Anfang macht ein Neubau für die Grundschule Kuppelnau in der Nordstadt, der 2029 in Betrieb gehen soll.
Nach dem Umzug der Grundschule werden im bisherigen Kuppelnau-Gebäude Räume frei. Nach einer Sanierung zieht dort voraussichtlich 2031 der bislang am Standort Neuwiesen untergebrachte Teil der Gemeinschaftsschule ein. Dadurch wird am Standort Neuwiesen Platz für die Grundschule geschaffen, die innerhalb des Geländes voraussichtlich 2032 umzieht. Im Jahr 2033 soll anschließend das SBBZ nach Neuwiesen wechseln. Die frei werdenden Räume in St. Christina werden danach bis 2035 für die wachsende Grundschule saniert.
Übergangslösungen und weitere Optionen
Während der Umsetzung der Maßnahmen sind Interimsunterbringungen erforderlich. Am Standort St. Christina ist zwischen 2027 und 2035 eine Übergangslösung vorgesehen. Auch der Hort an der Grundschule Neuwiesen erhält bis zum Umzug der Gemeinschaftsschule ein Interim.
Für die Gymnasien ist ein Ergänzungsneubau geplant, um die zusätzlichen Klassen aufzunehmen. Für die Realschule Ravensburg prüft die Stadt zudem den Erwerb der benachbarten Landwirtschaftsschule. Dazu laufen derzeit Gespräche. Die Fläche gilt als interessante Entwicklungsoption für den Schulstandort.
Die Stadt streckt die Umsetzung des Gesamtprojekts bewusst über mehrere Jahre. Dadurch soll die Finanzierung gesichert und den Schulen ausreichend Zeit für die organisatorische Vorbereitung gegeben werden.
(Quelle: Stadt Ravensburg)