Wand. Farbe. Kunst. – Ein Street Art-Projekt in Leutkirch

Wand. Farbe. Kunst. – Ein Street Art-Projekt in Leutkirch
Das Street Art-Projekt soll auch in den öffentlichen Raum ausstrahlen, denn Street Art gehört dort hin. (Streetart: Daschu) (Bild: Daniel Schuster)

WOCHENBLATT

Kunst kommt in die Stadt. Nichts Ungewöhnliches für Leutkirch, wenn man zurückdenkt an die Skulpturenwege 2016 und 2022. Dieses Jahr aber bereichert die Kunstform Street Art die Stadt. Das Projekt wird am Samstag, 4. Mai, im Museumshof des Bockgebäudes eröffnet.

Um die Stadt Leutkirch und vor allem die jüngeren Bürger mit dieser Kunstform in Berührung zu bringen und zu begeistern, plant der Galeriekreis Leutkirch, ein Street Art-Projekt unter dem Titel „WAND. FARBE. KUNST“, das neben Galerien aktiv auch den öffentlichen Raum einbeziehen soll. Es dauert von Anfang Mai bis Ende September.

Das Ziel: Ein jüngeres Publikum soll den Weg in Galerien finden und für Kunst begeistert werden. Hierzu sind neben den städtischen Leutkircher Schulen, der Kunstschule und dem Jugendhaus auch Street Art-Künstler und -Künstlerinnen eingeladen, sich an einer Ausstellung im Gotischen Haus und in der Galerie im Kornhaus mit transportablen Werken zu beteiligen. Die Ausstellung wird am 4. Mai 2024 eröffnet. Im Juli kann sie verändert bzw. ergänzt werden und dauert dann bis Ende September.

Workshops für verschiedene Altersgruppen, vorrangig für Kinder und Jugendliche, werden das Projekt begleiten. Unter professioneller Anleitung an dafür vorgesehenen Wänden können sie gestalterisch tätig werden. Die Workshops werden von der VHS Leutkirch organisiert.

Im Vordergrund stehen Street Art-Gemälde, auf Graffiti-Schriftzüge wird weitestgehend verzichtet.
Im Vordergrund stehen Street Art-Gemälde, auf Graffiti-Schriftzüge wird weitestgehend verzichtet. (Bild: Bernd Imminger)

Das Street Art-Projekt soll auch in den öffentlichen Raum ausstrahlen, denn Street Art gehört dort hin. Vier professionelle Künstler und eine Künstlerin werden an mehreren Stellen zur Verfügung stehende Wände bearbeiten und für temporäre farbige Akzente in der Stadt sorgen, die sich wie eine Art Street Art-Galerie durch den Ort ziehen. Es soll dabei kein Eindruck entstehen, wie man ihn von Bahnhofeinfahrten oder Unterführungen kennt.

Im Vordergrund stehen Street Art-Gemälde, auf Graffiti-Schriftzüge wird weitestgehend verzichtet. Für die Öffentlichkeit wird es spannend sein, die Entstehung solcher Werke, die in den Medien angekündigt werden, mitverfolgen zu können.

Zur geschichtlichen Entwicklung dieser Kunstform sei erwähnt, dass sie sich im Laufe von 50 Jahren stark gewandelt hat. Hervorgegangen aus oftmals illegalen Graffiti-Schriftzügen, die hastig bei Nacht und Nebel entstehen, hat sich diese Kunstform zu Wandgestaltungen mit beachtenswerten Street Art-Gemälden entwickelt.

In den 1970er Jahren begannen in New York Künstler Graffiti auf öffentlichen Gebäuden und U-Bahn-Waggons zu sprayen, sei es gegen die Seelenlosigkeit der Städte, sei es als Überbringung einer Botschaft. Seitdem hat sich die Graffiti-Kunst in viele verschiedene Richtungen entwickelt. Während Graffiti häufig als Vandalismus angesehen wird, wird Street-Art vermehrt im Kunstkontext angesiedelt. Seit der Jahrhundertwende findet eine zunehmende Professionalisierung und Legalisierung statt.

Bilder müssen nicht mehr hastig an die Wand gesprayt oder gemalt werden, nun bleibt Zeit für Details und künstlerische Vervollkommnung, Inhalte können raffiniert in eine aufsehenerregende Darstellungsform verpackt werden.

Hervorgegangen aus oftmals illegalen Graffiti-Schriftzügen, die hastig bei Nacht und Nebel entstehen, hat sich diese Kunstform zu Wandgestaltungen mit beachtenswerten Street Art-Gemälden entwickelt.
Hervorgegangen aus oftmals illegalen Graffiti-Schriftzügen, die hastig bei Nacht und Nebel entstehen, hat sich diese Kunstform zu Wandgestaltungen mit beachtenswerten Street Art-Gemälden entwickelt. (Bild: Markus Schattmaier)

Das Street Art-Projekt in Leutkirch startet am 4. Mai, um 15 Uhr, mit der Eröffnung der Ausstellungen (Gotisches Haus und Kornhaus) im Museumshof hinter dem Bockgebäude. Auf die bis Ende September laufenden Aktivitäten, wird dann einzeln in den Medien hingewiesen.

(Pressemitteilung: Stadt Leutkirch)