Das Leprosenhaus verbindet historische Einblicke mit den Werken Sepp Mahlers. Am 20. September stehen eine Führung und ein kostenloses Konzert auf dem Programm.
Das ehemalige Siechenhaus aus dem 13. Jahrhundert gilt als ältestes Gebäude Bad Wurzachs. Heute beherbergt es ein Museum zur Geschichte des Hauses sowie das Sepp-Mahler-Museum und erzählt damit von verschiedenen Kapiteln der Bad Wurzacher Geschichte.
Nach der Neugestaltung der Außenanlagen lässt sich diese Geschichte auch im historischen Garten entdecken. Dabei wurden die historische Architektur und die bestehenden Beete bewahrt und durch eine neue Bepflanzung behutsam aufgewertet.
Erinnerung an den Bauernkrieg
Eine neue Infotafel informiert über die Ereignisse des Bauernkriegs rund um den Leprosenberg. Am 14. April 1525 standen sich dort aufständische Bauern und Truppen des Schwäbischen Bundes gegenüber. Seit 2025 erinnert eine Gedenktafel an dieses regionale Ereignis.
Damit verbindet das Leprosenhaus unterschiedliche Kapitel der Bad Wurzacher Geschichte – vom mittelalterlichen Siechenhaus über den Bauernkrieg und die Torfarbeit bis zum Leben und Werk Sepp Mahlers.
Werke von Sepp Mahler zurückgekehrt
Auch die Werke des Bad Wurzacher Künstlers Sepp Mahler (1901–1975) sind nach einer Ausstellung in Stuttgart wieder im Leprosenhaus zu sehen. Die Ausstellung „Leben … trotz alledem!“ im DGB-Haus Stuttgart widmete sich vom 28. Mai bis 10. Juli 2026 anlässlich seines 125. Geburtstags dem Leben und Werk des Malers und Dichters.
Gezeigt wurden unter anderem Gemälde aus dem Besitz der Stadt Bad Wurzach sowie Werke aus dem Nachlass seiner Tochter Adelgund Mahler. Nun sind die dort präsentierten Arbeiten wieder an jenem Ort zu sehen, an dem Mahler am 30. Mai 1901 geboren wurde.
Mahler, auch als „Philosoph der Landstraße“ bekannt, setzte sich in seiner Kunst und Literatur mit dem Menschen, der Natur und dem einfachen Leben auseinander. Besonders das Wurzacher Ried prägte ihn und wurde zu einem zentralen Motiv seines Schaffens. Seine Werke verbinden Naturverbundenheit, soziales Bewusstsein und persönliche Lebensphilosophie.
Das Sepp-Mahler-Museum erinnert seit 1991 an den bedeutenden Sohn der Stadt. Die Rückkehr der Werke ermöglicht es, Kunst und Biografie dort zu erleben, wo Mahlers Lebensweg begann und seine Verbindung zur Heimat ihren Ursprung nahm.
Führung und Musik am 20. September
Am Sonntag, 20. September, lädt Kurator Bernhard Maier um 15 Uhr zu einer rund einstündigen Führung durch das Leprosenhaus ein. Ab 17 Uhr sorgt die „4er-Musig“ mit volkstümlichen Weisen für musikalische Unterhaltung.
Das Museum ist an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für die Führung wird ein kleiner Unkostenbeitrag von 1,50 Euro berechnet, mit Gästekarte ist die Teilnahme frei. Voraussetzung sind mindestens fünf Personen. Das Konzert ist kostenlos, freiwillige Spenden werden entgegengenommen.
Bis Ende Oktober ist das Leprosenhaus jeden Sonn- und Feiertag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Regelmäßige Führungen finden bis dahin jeweils am dritten Sonntag im Monat um 15 Uhr statt.
(Quelle: Stadt Bad Wurzach)